Fußball-Kreisliga A1 startet Offenes Aufstiegsrennen erwartet

Von Marek Lantz
David Werner und der SGV Murr gehören für die Konkurrenten zu den Favoriten auf die Meisterschaft in der Kreisliga A1. Foto: Archiv (avanti)

Zum Favoritenkreis in der am Sonntag startenden Kreisliga A1 Enz-Murr zählen der SGV Murr und der TSV Affalterbach. Auch die SG Steinheim-Erdmannhausen will oben mitmischen.

Auf einen harten Abstiegskampf ist man bei Aufsteiger GSV Pleidelsheim II ab dem Wochenende eingestellt: „Es gibt mindestens vier direkte Absteiger, und letzte Saison brauchte es 40 Punkte für den Relegationsplatz. Die musst du erst mal holen“, sagt der neue Co-Trainer Frank Weiden, und Chefcoach Heiko Bürger, Weidens Schwiegersohn, ergänzt: „Für uns kann es nur um den Klassenerhalt gehen.“

Realisieren soll diesen weitgehend der Kader, der im Juni in der Staffel B2 die Meisterschaft errang. „Unser Plus sind sicherlich Eingespieltheit und Teamgeist“, sagt Bürger. Da sich jedoch zwei Keeper verabschiedeten, hat man sich auch extern umgeschaut. Fündig wurde man beim TV Zuffenhausen, von dem man Torhüter Julian Ricardo Carrasco Santos gewann. Neu ist zudem Tolunay Sahin. Der Mittelfeldspieler kommt von der SpVgg Besigheim. „Er arbeitet in meiner Firma, daher kennen wir uns“, erzählt Heiko Bürger. Ansonsten werde sich am Gerüst aber nicht viel ändern.

Ebenfalls nur den Klassenerhalt hat Spielertrainer Norman Röcker vom GSV Höpfigheim im Blick. „Am Ende über dem Strich stehen“, formuliert er als Ziel und begründet: „Diesmal gibt es wohl keine Teams, die deutlich abgehängt werden.“ Skeptisch macht ihn dabei die schleppende Vorbereitung. „Wir werden uns erst in der Liga richtig einspielen können“, bedauert er, denn zahlreiche Urlauber durchkreuzten dies bislang. Mit Torhüter Alexander Deyhle und Alex Gyurkovich haben zudem zwei Stammkräfte aufgehört. Dem stehen sieben Neue gegenüber. Gleich drei kamen mit Keeper Romulu Morais Cardoso, Franco Zizza und Rosario Carracciolo vom VfL Gemmrigheim. Ibrahim Kamberovic und Ibrahim Akkaya pausierten dagegen zuletzt nach ihrer Jugendzeit beim SGV Murr und weisen noch Rückstand auf. Doch beiden traut Röcker auf Sicht einiges zu. Gleiches gilt für Hagie Jawneh (SV Pattonville) und Berkay Yaman (GSV II).

Ex-U23-Nationalspieler wechselt nach SGV Murr

Einig ist man sich in Höpfigheim und Pleidelsheim, wenn es um die Frage des Topfavoriten geht: „Ich würde sagen, der SGV Murr. Wenn sie gierig sind, kann das etwas werden“, sagt Röcker. Heiko Bürger stößt ins gleiche Horn: „Mit ihrer guten Jugendarbeit sehe ich da sogar Parallelen zu unserer Ersten.“ Björn Kugler, Coach eben jenes SGV Murr, ist da zurückhaltender. „Wir waren Vierter und wollen uns natürlich verbessern. Aber auf mich wirkt das Rennen diesmal offen, einen klaren Favoriten sehe ich nicht“, sagt er. Neben dem SV Pattonville hat er vor allem den TSV Affalterbach und den aus der A2-Staffel versetzten TSC Kornwestheim auf dem Zettel.

Für den SGV könnte jedoch seine gewachsene Grundstruktur sprechen: „Unser Gerüst steht. Nur drei bis vier Plätze sind noch zu vergeben“, bestätigt Kugler. Neben eigenen Talenten, von denen A-Junior Robin Siedler in die Sechser-Rolle wachsen soll, stießen aber auch externe Akteure hinzu: Etwa der zuletzt vereinslose Innenverteidiger Emmanuel Reichartz. „Er hat sogar für die ghanaische U23-Nationalmannschaft gespielt und bringt phänomenale individuelle Fähigkeiten mit, muss sich aber taktisch noch einfinden“, erzählt der Coach. Thilo Klink (MTV  Ludwigsburg) und Wiedereinsteiger Felix Marquardt, ein Eigengewächs, das zuletzt nach seiner Zeit beim TSV 1899 Benningen nur noch auf Freizeitniveau kickte, könnten ebenso feste Größen werden. „In der Breite haben wir zugelegt“, findet Kugler, auch wenn sich die Brüder Dominik und David Höhn wohl in Kürze ausbildungsbedingt verabschieden werden.

Umbruch beim TSV Affalterbach eingeleitet

Mit einem neuen Trainerduo geht der TSV  Affalterbach in die Runde: Nach der Ära Mauro Pedace haben Dennis Grab, noch vor Jahresfrist Co-Trainer bei Sonnenhof Großaspach, und Dominik Janzer, der bisherige Torjäger des SV Kornwestheim, übernommen. „Wir wohnen beide in Affalterbach, sind Nachbarn und in fünf Minuten zum Sportplatz gelaufen“, erzählt Grab, der sich ganz auf die Trainerrolle konzentrieren will, während Janzer auch auf Torejagd gehen wird. „Wir haben junge Spieler hochgezogen und hoffen, dass der eingeleitete Umbruch Drive hineinbringt“, erklärt Grab, denn im Team hatte sich zuletzt ein gewisser Trott eingeschlichen.

Einen Platz im vorderen Drittel peilt man an: „Wir wollen die Mannschaft mittelfristig entwickeln“, betont Grab. Gegangen sind Sven Grothe (SV Breuningsweiler) und Selver Sejdovic (Karriereende), zudem verpasst Luca Grasy verletzungsbedingt wohl die ganze Saison. An externen Neuzugängen hat man Keeper Steffen Weber (Kornwestheim), Can Dogan (Mittelfeld, TSV 1899 Benningen), Jannik Walter (rechte Außenbahn, SV Fellbach U19) und den zuletzt vereinslosen Diyar Colak (Mittelfeld) gewonnen.

Steinheim-Erdmannhausen eifert Pleidelsheim nach

Mit Meistermacher Roberto Raimondo, der von GSV Pleidelsheim kam, als neuem Trainer nimmt die SG Steinheim-Erdmannhausen die Saison in Angriff. „Platz drei bis sechs“, gibt der Coach als Zielsetzung aus und präzisiert seine perspektivischen Pläne: „Ich strebe hier einen ähnlichen Prozess wie in Pleidelsheim an und will etwas mit jungen Spielern aufbauen.“ Im Kader der SG hat sich im Sommer nur wenig getan: Man verlor lediglich Luca Heusel (Benningen), dem mit Raimondos Sohn Alessio (Kornwestheim) und Sami Savun (FV Oberstenfeld) zwei ebenso im Angriff beheimatete Neuzugänge gegenüberstehen. „Es lässt sich gut an. Im Training sind immer 18 Leute“, ist Raimondo mit den ersten Wochen zufrieden und plant mit dem vorhandenen Gerüst um die Fögele- und Engelbrecher-Brüder sowie Julian Kübler. Einziger Wermutstropfen sei bislang, dass Torjäger Marius Heusel wegen Long-Covid-Folgen einfach nicht auf die Beine kommt.