Fußball in Württemberg Strukturreform birgt einige Härtefälle in sich

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So könnte die Veränderung im Nordosten des wfv-Gebiets aussehen. Foto: WFV/BKZ

Beim geplanten neuen Spielsystem sollen vier Bezirksligen wegfallen und Bezirke zusammengelegt werden.

Während der Ball im Amateurbereich ruht, arbeitet der Württembergische Fußballverband (WFV) eifrig an der kurz- und mittelfristigen Zukunft des Spielbetriebs. Bis zum 20. Juni haben die Delegierten aus den Bezirken die Gelegenheit, online über den vorgelegten Vorstandsbeschluss zum Abbruch der Saison 2019/20 abzustimmen. Am Mittwoch stellte der WFV nun die Strukturreform des Spielsystems vor, die dem Beirat des Verbands zur weiteren Beratung vorgelegt wird und beim ordentlichen Verbandstag 2021 zur Abstimmung kommen soll.

Nach zweijähriger Arbeit, die durch zahlreiche Regionalkonferenzen mit den Vereinen begleitet wurde, hat sich die Kommission Strukturreform unter der Leitung von WFV-Vizepräsident Steffen Jäger und Harald Müller, dem Vorsitzenden des Verbandsspielausschusses, auf das neue Spielsystem 1-4-12 festgelegt. Das könnte ab der Saison 2022/23 greifen und sieht wie bisher eine Verbandsliga und vier Landesliga-Staffeln, aber nur noch zwölf statt bisher 16 Bezirksligen mit dem entsprechenden Unterbau vor. Ein „weiter so“ könne es nicht geben, hat die Kommission festgestellt. Sorge bereite die sehr unterschiedliche Anzahl von aktiven Mannschaften im Spielbetrieb.

In den Bezirken Riß und Nördlicher Schwarzwald nehmen weniger als 80 Teams teil, in den Bezirken Enz/Murr (188) und Neckar/Fils (186) sind die Zahlen deutlich höher. Auch die stark sinkende Anzahl der Mannschaften bei den A- und B-Junioren in den vergangenen fünf Jahren und die allgemeine Mitgliederentwicklung machen zunehmend Probleme bei der Organisation des Spielbetriebs. Von 2007 bis 2017 wurden 370 aktive Mannschaften abgemeldet.

Die Kommission empfiehlt, die Verbandsstruktur an das neue Spielsystem mit zwölf Bezirken anzupassen. Das bedeutet eine teilweise Auflösung und Zusammenlegung der bislang 16 Bezirke im Verbandsgebiet auf zwölf. „Ich will gerne zugeben, dass es da unterschiedliche Sichtweisen geben kann. Aber wenn wir die Anzahl der Bezirksligen verändern, muss es auch einen anderen Zuschnitt geben. Bei einem Veränderungsprozess gibt es immer eine gewisse Härte“, sagte WFV-Vizepräsident Jäger bei der Präsentation.

Nicht unmittelbar betroffen von den vorgestellten und geplanten Maßnahmen ist der Bezirk Enz/Murr, der weiterhin eine eigene Bezirksliga stellen wird und der keine seiner drei Schiedsrichtergruppen Ludwigsburg, Vaihingen und Leonberg durch die Zusammenlegung verliert.

Die Trennungen bei anderen Bezirken orientieren sich an den Schiedsrichtergruppen. So werden aus dem Bezirk Hohenlohe, der stark betroffen sein wird, die Gruppen Schwäbisch Hall und Crailsheim dem Bezirk Rems/Murr zugeteilt, der damit zusammen mit dem östlichen Teil des Bezirks Hohenlohe eine eigene Bezirksliga bilden wird. Der andere Teil des Bezirks Hohenlohe stellt zusammen mit dem Unterland eine Bezirksliga. „Wir können uns glücklich schätzen“, sagt Hansjörg Arnold, der Vorsitzende des Bezirks Enz/Murr, der derzeit zusammen mit Neckar-Fils (bildet ebenfalls weiterhin eine eigene Bezirksliga) aufgrund der Anzahl von Mannschaften zu den Schwergewichten im württembergischen Verbandsgebiet gehört. Keine Änderungen wird es beim vorgelegten Plan in der Zuordnung der Staffel 1 der Landesliga, deren Staffelleiter Arnold auch ist, geben. Die würde sich wie bisher aus Mannschaften aus Enz/Murr, Unterland, Hohenlohe und Rems/Murr zusammensetzen.