Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach Mit viel Optimismus gegen den Spitzenreiter

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Markus Lang (links, daneben Joannis Koukoutrigas) wird am Samstag wieder auf der SG-Trainerbank sitzen.Jonas Behounek hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen. Foto: Archiv (Alexander Becher)/Hansjürgen Britsch)

Der Dorfklub empfängt am Samstag um 14 Uhr den MSV Duisburg.

Großaspach - Vor rund einem halben Jahr war es, da saß Markus Lang schon einmal auf der Trainerbank von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach. Es waren die letzten beiden Spiele der vergangenen Saison, und der Interimscoach hatte die Aufgabe, den Klassenerhalt zu sichern – was mit zwei Siegen auch gelang. Nun ist die SG erneut im Tabellenkeller und Lang soll nach der Entlassung von Trainer Oliver Zapel erneut übergangsweise die Dorfklub-Mannschaft auf Vordermann bringen. Diesmal ist es nur ein Spiel: am Samstag (14 Uhr) gegen Tabellenführer MSV Duisburg. Doch Langs Mittel scheinen die gleichen zu sein wie im vergangenen Sommer, allen voran eine schier unerschütterliche positive Grundeinstellung.

„Das ist doch in jeder Lebenslage die Grundvoraussetzung. Wenn ich einen Bürojob habe und morgens schon schlecht gelaunt starte, dann kann doch nichts dabei herauskommen. Deshalb war es uns in dieser Woche wichtig, den Spielern wieder Mut und Vertrauen zu geben. Und ich bin optimistisch, dass uns das gelungen ist.“ Positiv sei auf jeden Fall das Engagement gewesen, mit dem alle Spieler ans Werk gegangen seien und sich aufgedrängt hätten. „Wir haben auf einigen Positionen wirklich die Qual der Wahl“, freut sich Lang. Dabei verändert sich der Kader eigentlich nur minimal: Lediglich Jonas Behounek wird nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zum Kader stoßen. „Der Rest bleibt unverändert“, erklärt Markus Lang – was sich allerdings nur darauf bezieht, wer zur Verfügung steht. Die Startelf werde mit Sicherheit anders aussehen als am vergangenen Sonntag bei der Heimniederlage gegen Schlusslicht Jena – „davon könnt ihr sicher ausgehen“, so Lang.

Dabei ist dem Interimscoach natürlich klar, dass das Jahr bei allem Optimismus auch mit einer Niederlage enden kann. „Wir müssen über Duisburg nicht groß reden. Sie sind Tabellenführer, haben die meisten Tore der Liga geschossen und speziell im offensiven Bereich mehrere Spieler, die den Unterschied ausmachen können“, sagt Lang, betont aber gleich, dass „uns auch ein, zwei Dinge aufgefallen sind, wo wir sie knacken können. Wir haben auch Vorteile. Zum Beispiel hatten die Duisburger keine Möglichkeit, die Standards zu analysieren, die wir in dieser Woche neu einstudiert haben.“ Markus Lang ist klar, dass man „in vier bis fünf Tagen nicht jeden Stein umdrehen kann. Aber so, wie die vergangenen Wochen gelaufen sind, konnten wir auch nicht in diesem Trott weitermachen. Wir haben den Spielern aber auch klargemacht: Es gibt für sie keine Ausreden mehr. Am Samstag wird es auf die Grundtugenden ankommen: Einsatz, Laufbereitschaft, Mut und eine Portion Risiko.“ Es ist Lang anzumerken, dass er am liebsten wohl selbst am Samstag auf den Platz gehen würde. „Man kann das Glück auch erzwingen“, sagt er. „Und wenn ich das von den Spielern erwarte, dann muss ich es auch vorleben.“

SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas hatte vor ein paar Tagen gesagt, dass Markus Lang im Sommer Cheftrainer des Dorfklubs geworden wäre, wenn er die nötige Fußballlehrer-Lizenz hätte. Zweimal hatte Lang sich für den Lehrgang beworben, zweimal hatte er keinen Platz bekommen. Ende Januar endet die Meldefrist für den im Juni startenden nächsten Lehrgang. Ob sich Lang wieder anmelden wird und die SG eventuell gar versucht, ihn mittels einer Übergangs- oder Sonderregelung im Amt zu behalten, diese Frage weist Markus Lang von sich: „Das liegt zum einen nicht in meiner Macht. Und zum anderen werden wir darüber erst nach dem Duisburg-Spiel sprechen.“ Nicht einmal über die Möglichkeit, zumindest den Beginn der schon am 2. Januar startenden Vorbereitung (siehe Kasten) zu übernehmen, sollte bis dahin kein neuer Trainer gefunden sein, will er sprechen. „Im Moment liegt der Fokus einzig und allein auf dem Spiel gegen Duisburg!“