Fußball Die SG wird im eigenen Stadion auseinandergenommen

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Niklas Sommer (links) und seine Teamkollegen haben gegen Mannheim nur wenig Land gesehen. Foto: avanti

Großaspach - Als Trainer entwickle man in der Woche vor einem Spiel ein gewisses Gefühl, wie die Mannschaft drauf ist. „Und da hätte ich nicht ansatzweise erwartet, dass wir so eine Form auf den Platz bringen“, sagte Oliver Zapel nach der Partie von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach gegen den SV Waldhof Mannheim. Denn letztlich war seine Mannschaft mit dem 0:3 (0:1) fast noch gut bedient.

Die Aspacher wurden von der ersten Minute an vom Gegner förmlich an die Wand gespielt, von Rückenwind aus dem Vorwochensieg in Zwickau war nichts zu spüren. „Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben in vielen Situationen eher zurückgezogen als draufzugehen“, erkannte Abwehr-Routinier Kai Gehring das Hauptproblem. Und so lag das 0:1 quasi von Beginn an in der Luft. Ein erstes Mal zappelte der Bal bereits in der zwölften Minute im SG-Netz, doch wurde dieses Tor wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Zehn Minuten später war es jedoch so weit. Nach einer Ecke war Mannheims Kevin Conrad zur Stelle und hämmerte den Ball volley unter die Latte. In der Folge sorgte vor allemSG-Keeper Maximilian Reule dafür, dass der Rückstand nicht noch höher wurde. Gleich dreimal rettete er mit starken Paraden. „Der Torwart war heute unser bester Mann. Aber das zeigt auch, dass davor vieles nicht gestimmt hat“, räumte Oliver Zapel ein.

In der Halbzeitpause versuchte der Coach, sein Team aufzuwecken und neu zu justieren. So stellte er auf eine Dreierkette um, um das Mittelfeld zu stärken. Doch mehr als ein Schuss ans Außennetz von Panagiotis Vlachodimos (58.) sprang bei den Offensivbemühungen nicht raus. Dafür ging der Schuss in der 64. Minute nach hinten los. „Das darf natürlich niemals passieren, dass wir nach einem eigenen Standard vorne einen solchen Konter kassieren“, moniert Oliver Zapel. Die Gäste hatten diesen aber auch sehr schön ausgespielt, Dorian Diring ließ Maximilian Reule keine Chance.

Es folgte die beste Phase der SG, die aber bei mehreren guten Chancen entweder abgeblockt wurde wie Eric Hottmann (69.) und Dominik Martinovic (72.) oder den Ball einfach nicht über die Linie brachten wie Kai Gehring unmittelbar vor der Chance von Martinovic. Wie man es besser macht, zeigten kurz darauf die Mannheimer. Zunächst rettete abermals Reule bei einem Konter, doch nach der anschließenden Ecke hatte er beim Kopfball von Marcel Seegert keine Chance. Das 0:3 eine gute Viertelstunde vor Schluss war die endgültige Entscheidung. „Das ist natürlich sehr frustrierend, dass ich dreimal hinter mich greifen musste“, gab Maximilian Reule angesichts seiner überragenden Leistung zu, blickte aber schon wieder nach vorne: „In zwei Wochen in Meppen zählen nur drei Punkte.“

Dort wird allerdings Sebastian Bösel fehlen. Der sah in der 81. Minute die Rote Karte – eine eindeutig zu harte Entscheidung. Zumal sich der Schiedsrichter die ganze Situation hätte ersparen können, wenn er unmittelbar zuvor ein Foul an Panagiotis Vlachodimos gepfiffen hätte. „Aber so fehlt uns mal wieder Bösel“, sagte ein reichlich bedienter Oliver Zapel angesichts der Tatsache, dass sein Team zum wiederholten Mal von einer Fehlentscheidung benachteiligt wurde. „Wir können nur hoffen, dass einige unserer verletzten Spieler bis zur nächsten Partie wieder einsatzfähig sind.“ SG Sonnennof Großaspach:
Reule – Behounek, Slamar, Leist, Gehring – Vlachodimos, Ünlücifci (71. Hingerl), Bösel, Sommer (56. Hottmann) – Imbongo (58. Martinovic), Brünker.