Freiberg/Fußball SGV Freiberg wacht erst spät auf

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Auch Joker Serkan Uygun ist am Ende nicht mehr das Tor zum 2:1 gelungen. Foto: Archiv (avanti)

Freiberg - Ein Spiel, das gut und gerne auch 4:4 hätten enden können – so fasst Ramon Gehrmann die spannende Partie seines SGV Freiberg am Samstag bei Normannia Gmünd zusammen. Am Ende trennten sich die Fußball-Oberligisten nicht ganz so torreich, mit einem 1:1 (0:0) gab es aber ebenso einen Zähler für beide Teams. Für die Freiberger ist das ein enttäuschendes Resultat, wurde doch ein Anrennen des SGV letztlich nicht belohnt. „Solch einen Sturmlauf habe ich als Trainer selten erlebt. Auch die Gegner sagten uns nach dem Spiel, dass noch keine Mannschaft so viel Druck auf sie ausgeübt hätte“, so Ramon Gehrmann.

Ärgerlich für ihn war es, dass seine Mannschaft erst einen Rückstand brauchte, um zielstrebiger aufs gegnerische Tor zu spielen. So hatte der SGV im ersten Durchgang zwar die Spielkontrolle und mehr Ballbesitz. „Im letzten Drittel des Feldes und in den Zweikämpfen hat man aber gemerkt, das etwas fehlte“, sagt der Freiberger Trainer. Der Gmünder Führungstreffer fiel dann zwei Minuten nach der Pause: Einen Freistoß aus 35 Metern, halblinker Position, verlängerte Nermin Ibrahimovic per Kopf ins Tor – Freibergs Keeper Thomas Bromma war zwar aus seinem Kasten gekommen, bekam den Ball in der Spielertraube aber nicht zu fassen.

Das 0:1 war für den SGV das Signal, selbst mehr machen zu müssen. „Wir haben dann auch regelmäßig dicke Torchancen gehabt“, so Gehrmann, der in der 58. Minute die drei sonst gesetzten Thomas Gentner, Hakan Kutlu und Steven Kröner einwechselte. „Man merkte, dass bei manchem am Ende dieser Englischen Woche die Kraft nachgelassen hat“, erklärt der Coach diese Maßnahme. Und diese schien zu fruchten: Vier Minuten später erzielte Spetim Muzliukaj das 1:1, nachdem er im Doppelpass-Spiel mit Sturmpartner Marcel Sökler Richtung Strafraum gelaufen war, um den Torwart dann mit einem Schuss in die lange Ecke zu verladen (62.).

In der Folge drängte Freiberg vergeblich auf die Führung. Die größte Möglichkeit kam dabei in der 70. Minute zustande: Sökler traf zunächst nur die Querlatte, wonach der Ball Muzliukaj vor die Füße fiel. Doch fünf Meter vor dem Tor traf der Angreifer das Leder nicht richtig, sodass der Torhüter klären konnte. Auch die weiteren Chancen führten nicht zum Erfolg, zudem lief der SGV immer wieder in Konter und konnte teils froh sein, nicht ein zweites Gegentor zu kassieren. „Es gab auf beiden Seiten haarsträubende Situationen, in der man dachte: Der Ball muss doch eigentlich ins Tor“, so Gehrmann. Aufgrund der Leistung in der zweiten Hälfte wäre ein Sieg für sein Team gerechtfertigt gewesen. Gmünd hat sich durch den aufopferungsvollen Kampf den Punkt aber ebenso redlich verdient.

SGV Freiberg:
Bromma – Fausel (58. Gentner), Rohr, Zagaria, Marotta (78. Uygun) – Pollex (58. Kutlu), Fossi (58. Kröner), Müller, Braun – Muzliukaj, Sökler.

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