Freiberg/Fußball Großes Lazarett vor dem ersten Heimspiel

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Simon Klostermann (in weiß) hat im ersten Spiel in Linx zwei Tore für den SGV Freiberg erzielt.Simon Klostermann (in weiß) hat im Auftaktspiel beim SV Linx zwei Tore für den SGV Freiberg erzielt. Foto: Archiv (Baumann/Hansjürgen Britsch)

Fußball-Oberligist SGV Freiberg trifft am Samstag (14 Uhr) auf die Neckarsulmer Sport-Union.

Großaspach - So hatte sich Trainer Mario Estasi das vorgestellt: Nach einer ziemlich durchwachsenen Vorbereitung hat Fußball-Oberligist SGV Freiberg das erste Punktspiel der Saison beim SV Linx mit 4:2 gewonnen. „Wenn wir jetzt den zweiten Sieg nachlegen könnten, wäre das ein Traumstart“, sagt der Coach vor dem ersten Heimspiel am Samstag um 14 Uhr gegen die Neckarsulmer Sport-Union. „Aber uns ist natürlich klar, dass das eine brutal schwere Aufgabe wird.“

Erstmals wird Estasi als Cheftrainer in einem Heimspiel an der Seitenlinie stehen, nachdem der bisherige Co-Trainer im Sommer zum Nachfolger von Ramon Gehrmann erkoren wurde. Die Nervosität hält sich aber in Grenzen: „Vor dem Spiel in Linx war ich schon aufgeregt. Und eine gewisse Anspannung ist immer da. Aber ansonsten freue ich mich einfach auf das erste Heimspiel“, sagt der Coach, der allerdings mit einigen personellen Problemen zu kämpfen hat. Neben der Sperre von Hakan Kutlu gibt es mehrere verletzungsbedingte Ausfälle. „Ein so großes Lazarett zu Saisonbeginn habe ich selten erlebt. Am meisten tut es mir für Ouadie Barini leid.“ Der Stürmer hat immer noch mit den Folgen eines Syndesmosebandrisses zu kämpfen. „Er trainiert zwar und da sieht man dann, dass er eine brutale Verstärkung wäre. Aber er hat auch immer wieder Schmerzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er am Samstag spielt“, sagt Estasi. Das ist deshalb besonders bitter, weil Barini erst im Sommer von Neckarsulm nach Freiberg gewechselt ist. „Der Junge leidet, weil er nicht gegen seinen Ex-Verein spielen kann“, weiß Estasi.

Umgekehrt sind die Vorzeichen bei Tobias Fausel und Mert Öztürk. Beide verließen den SGV vor der Saison in Richtung Neckarsulm. „Wir freuen uns auf die beiden. Sie sind super Jungs. Aber auf dem Platz ruht die Freundschaft“, stellt Mario Estasi klar. Fausel schätz er als „sehr unangenehmen Gegenspieler“ ein. Doch ein abgebrühter Stürmer wie zum Beispiel Spetim Muzliukaj wisse sicherlich, wie man gegen ihn spielen muss – wenn denn Muzliukaj zum Einsatz kommt. Denn auch er ist angeschlagen, ebenso wie Patrick Fossi. Zudem fallen Daniel Kaiser, Ali Ferati, Savino Marotta und Filip Milisic aus. Unsicher ist auch noch der Einsatz von Kapitän Steven Kröner, der in Linx mit Rückenproblemen ausgewechselt werden musste. „Das ist bitter, aber auf der anderen Seite auch eine Chance für die jungen Spieler. So hat Simon Klostermann im ersten Spiel gleich zwei Tore erzielt. Aber letztlich brauchen wir auch eine gewisse Erfahrung auf dem Platz“, sagt Mario Estasi. Es wird sich also am Samstag zeigen, ob sich der SGV auch in dieser Besetzung gegen eine nach Einschätzung des Trainers „fußballerisch starke Mannschaft mit guten Standards“ wie Neckarsulm behaupten kann.