Frauenclub Rielingshausen Gemeinsames und Unterschiedliches entdeckt

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Die Begegnungen haben die Frauen näher gebracht. Foto: Frauenclub

Auf Einladung der Stadt St. Petersburg hat der Frauenclub Rielingshausen eine Reise nach Russland unternommen. In Vyborg stellte der Club bei einem Empfang im Rathaus die Stadt Marbach vor.

Marbach-Rielingshausen - Der Kontakt zum Frauenverein „Perspektiva“ aus St. Petersburg wurde bereits vor einem Jahr aufgenommen, als drei Vorstandsmitglieder beim 25-jährigen Vereinsjubiläum in Rielingshausen dabei waren. Die städtische Projektgruppe „Peace and Conciliation“ (Frieden und Versöhnung) hat sich dann in St. Petersburg auch der Freundschaft angeschlossen.

Die Begrüßung am Flughafen war überaus herzlich. Wir waren in einem Hotel in der Innenstadt von St. Petersburg untergebracht. Die Stadtverwaltung St. Petersburg stellte für die ganze Reise den Bus und kam auch für die Kosten der deutschsprachigen Reiseleiter und Simultan-Übersetzer auf.

Trotz unserer zeitlichen Verzögerung, infolge eines fehlenden Gepäckstücks, machten wir am Abend eine Schifffahrt auf der Neva. Man genoss dabei die beeindruckende Kulisse der Paläste und vornehmen Stadthäuser direkt am Fluss. Die Neva ist der größte Fluss in St. Petersburg. Sie ist nur 74 Kilometer lang, etwa 1200 Meter breit, jedoch bis 38 Meter tief. Der Fluss hat eine starke Strömung, und ein gewaltiges Wasseraufkommen, einer der wasserreichsten Flüsse Europas. Die Flüsse und Kanäle sind mit mehr als 100 Brücken überspannt. In der Nacht werden die Brücken hochgeklappt, damit auch die Ozeanschiffe und vor allem die Kreuzfahrtschiffe einfahren können.

Am 27. Juni führte uns der Weg, gemeinsam mit Damen beider Vereine, nach Vyborg, welches etwa 200 Kilometer entfernt, nördlich von St. Petersburg, direkt am Finnischen Meerbusen kurz vor der finnischen Grenze liegt. Hier führte uns unser Weg auf das Rathaus, wo wir schon erwartet wurden. Empfangen wurden wir dort von der stellvertretenden Bürgermeisterin Svetlana Nerushay und einigen Damen der Verwaltung und des Rates der Stadt. Nach einer interessanten Vorstellung der Stadt Vyborg mit einer Videoschau, wurde von Brigitte Wolf kurz die Stadt Marbach vorgestellt, sowie der Frauenclub. Auch wurden mitgebrachte Bilder der Sehenswürdigkeiten von Marbach verschenkt. Ebenso Bildbände der Stadt Marbach und von Stuttgart und extra angefertigte Kalender, welche sowohl die Sehenswürdigkeiten von Marbach und Rielingshausen, wie auch die Mitglieder des Frauenclub als „schmückendes Beiwerk“ zeigen. Man sprach über die sozialen Projekte auf beiden Seiten, stellte Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedliche Problematiken fest.

Danach ging es zu einem Wachturm, welcher heute ein sehr schönes Restaurant beherbergt, zum Mittagessen. Uns wurden dann die Hauptsehenswürdigkeiten der alten Stadt gezeigt, wie der Marktplatz, die alten Türme, die Häuser und natürlich die alte Burg, das wohl imposanteste Gebäude von Vyborg, auf einer Insel gelegen. Die Anlage der alten Stadt und der Burg, einer gewaltigen Festungsanlage, geht auf die Zeit des 11. Jahrhunderts zurück, als die Schweden Nordkarelien besetzt hatten. Unter Peter dem Großen wurde die Stadt 1706 von den Russen erobert, nach dem 1. Weltkrieg von den Finnen, dann wieder 1923 von den Russen, 1941 von den Deutschen, nach 1944 ist es wieder Russisch. Eine sehr bewegte Geschichte, welche die Stadt geprägt hat.

Anschließend besichtigten wir den „Monrepos-Park“ mit den kümmerlichen Resten des Schlosses „Monrepos“.

In diesem Schloss lebte bis 1788 der Württembergische Prinz Carl Friedrich, der spätere König Friedrich I. von Württemberg. Er war dort Statthalter für den russischen Zaren. Das Schloss wurde am Ende des Krieges stark beschädigt und trotzdem sieht man sofort die Ähnlichkeit mit dem Schloss „Monrepos“ in Ludwigsburg. Das Schloss und der Park liegen direkt an der Ostsee am baltischen Meer oder Finnischen Meerbusen. Natürlich genoss die Reisegruppe diese Aussicht und das „Wasserplanschen“.

Am Freitag unternahm man eine ausführliche Stadtrundfahrt. So wurde die Isaakskathedrale und die „Heilig Blut Kirche“ besichtigt. Diese Kirche dient als Gedächtniskirche für den Zaren Alexander II., der an dieser Stelle einem Attentat zum Opfer fiel. Wir besuchten die Peter-Paul-Festung. Hier fand die Gründung der Stadt im Jahre 1703 durch Peter den Großen statt. Begeistert waren wir hier auch von der wundervollen Kirche die im russischen Barockstil erbaut ist.

Sehr zu unserer Freude bekamen einige mit, dass aus einem Nebenraum Gesang ertönte. Welche Freude einen russischen Sakral Chor mit unvergesslichen Stimmen zu hören.