Event der WG Marbach und zwei anderen Weingütern Steillagen-Weine dort genießen, wo sie wachsen

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Dennis Bühler, Christian Kopp, Annette Fiss und Heidrun Entenmann (von links) freuen sich schon auf Sonntag. Foto: Werner Kuhnle

Die WG Marbach veranstaltet am Sonntag, 2. August, von 11 bis 19 Uhr erstmals mit zwei anderen Weingütern das Event „Steile Ludwigsburger – Weingenuss mit Weitsicht“ an der Felsenkanzel in Neckarweihingen.

Marbach -

Es weht ein laues Lüftchen am Dienstagvormittag auf der Felsenkanzel in Neckarweihingen, von vielen auch „Bergstirne“ genannt. Die Bäume am Waldrand rascheln, der Platz daneben lädt zum Rasten und Genießen ein. Nicht nur wegen der grandiosen Aussicht – direkt unterhalb des Geländes fließt der Neckar –, sondern auch, weil sich nebenan die Steillagen aneinander reihen und man sich mit der Natur verbunden fühlt. Auf diesem Platz, zu dem Annette Fiss und Heidrun Entenmann von der WG Marbach sowie Dennis Bühler und Silvia Kleinle-Bühler vom Poppenweiler Weingut Kleinle und Christian Kopp vom Weinbau Kopp in Neckarweihingen eingeladen haben, soll am kommenden Sonntag, 2. August, erstmals das gemeinsame Event „Steile Ludwigsburger – Weingenuss mit Weitsicht“ stattfinden. Ludwigsburger Steillagenweine können an diesem Tag dort genossen werden, wo sie gewachsen sind. Zusammen schenken die drei Weinproduzenten ihre Produkte in der schönen Kulturlandschaft der terrassierten Steillagen aus. Zur Stärkung gibt es schwäbisches Fingerfood.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die WG Marbach, das Weingut Kleinle und Weinbau Kopp schon einmal kooperiert. Gemeinsam stellten sie die Steillagentage unweit des jetzigen Platzes auf die Beine – mit Erfolg. Mehr als 1000 Besucher kamen. In diesem Jahr hätten die Weinmacher die Veranstaltung, bei der es auch Führungen und Infoveranstaltungen gab, gerne wieder durchgeführt. Das Coronavirus machte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung. Mit einem neuen „kleinen, feinen Format“, wie es Annette Fiss von den Marbacher Weingärtnern ausdrückt, möchte man nun aber dennoch punkten. Zum einen, weil „jeder froh ist, wenn er wieder draußen was machen kann“, so Fiss. Und zum anderen, weil es immer wichtiger werde, auf die Kulturlandschaft aufmerksam zu machen. „Denn Steillagen sterben aus. Hier muss eben noch alles per Hand gemacht werden. Das bedeutet Aufwand“, macht Fiss klar. Mit dem Ausschank wollen die Macher das Bewusstsein der Besucher für die Produkte, die eben einen höheren Preis haben, schärfen und zudem darauf hinweisen, „was für einen touristischen und ökologischen Mehrwert die Steillagen bringen. Sie sind ein vielfältiges Biotop“, so Dennis Bühler. Das würden viele aktuell ja beim Erkunden der eigenen Heimat entdecken.

Doch zurück zum Event an sich: Geplant sind 60 Sitzplätze, die auf dem Areal verteilt sind, sodass es keinerlei Probleme mit den Abstandsregeln geben wird. Unter anderem werden 20 Liegestühle aufgestellt, die das Team vom Marstall-Center ausgeliehen bekommt. „Außerdem wird es noch ein paar Stehtische geben. Und wer möchte, kann natürlich seine Decke mitbringen und es sich wie bei einem Picknick zwischen den Reben gemütlich machen“, sagt Annette Fiss. Ausgeschenkt werden traditionelle Steillagen-Weine in 0,1-Liter-Gläsern. „Damit jeder mehr probieren kann“, sagt Silvia Kleinle-Bühler schmunzelnd. Auch ein pilzwiderstandsfähiger (Piwi) Wein – ein Johanniter – wird sich unter der Vielfalt finden, wie Christian Kopp verrät.

Was sich die drei Parteien von der Veranstaltung wünschen? „Wertschätzung für die Produkte“, sagt Christian Kopp, der fast 90 Prozent seiner Anbaufläche in Steillagen hat. Das Weingut Kleinle liegt mit rund 80 Prozent knapp dahinter, Dennis Bühler stimmt deshalb mit ein: „Es wäre schön, wenn die Leute schmecken, was für gute Qualität wir hier machen und das honorieren.“ Annette Fiss hofft auf viel Kommunikation am Sonntag. „Es ist schön, wenn man nah dran ist an den Leuten und im Gespräch mit ihnen dann auf das Thema eingehen kann.“ Die Weingärtner Marbach haben Erzeuger in den Steillagen in Neckarweihingen, Poppenweiler und Hoheneck. Der Anteil der Steillagen-Weine dürfte bei rund 20 Prozent liegen, schätzt die Fachfrau.