Erdmannhausen Ohne Vorsitzenden gibt es keine Zukunft für den VdK

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Der Sozialverband VdK schaltet sich auch immer wieder in sozialpolitische Fragen ein – wie zum Beispiel in die Diskussion zur Mütterrente. Foto: dpa

Erdmannhausen - Es ist uns wichtig, dass der VdK in Erdmannhausen erhalten bleibt“, sagt Carmen Wünscher. Sie ist selbst erst seit knapp zwei Jahren Mitglied, „aus gesundheitlichen Gründen“, wie sie sagt. „Aber der Ortsverband soll am Leben erhalten werden – so schwierig das wird.“ Denn dem VdK Erdmannhausen fehlt derzeit ein Vorsitzender und ohne diesen muss der Verein aufgelöst werden. Wie schwierig es ist, einen Nachfolger zu finden, erlebten 2013 bereits die damaligen Vorstände Johannes Proebstle und Gerhard Herzer. Sie legten ihre Ämter nieder und fanden in Jürgen Amschler zunächst nur einen Zweiten Vorsitzenden, der in den darauffolgenden Jahren allerdings gleich drei Ämter übernahm: Erster Vorsitzender, Kassier und Schriftführer.

Auch er ist bereits jahrelang auf der Suche nach Nachfolgern und inzwischen aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. „Eigentlich schon vor zwei Jahren“, sagt Amschler. „Aber ich habe halt immer noch das Laufende gemacht, damit der Verein nicht aufgelöst wird.“ Doch jetzt ist endgültig Schluss. „Das müssen jetzt Jüngere in die Hand nehmen.“Die „Jüngeren“ rühren jetzt zumindest fleißig mit der Werbetrommel, um ihren Verein zu retten. Bei einem Treffen in der vergangenen Woche wurde über das Fortbestehen des VdK-Ortsverbandes beratschlagt – zumindest mit einem Teilerfolg. „Immerhin sind ein paar bisher unbekannte Gesichter aufgetaucht“, so Carmen Wünscher. Und: „Für zwei Posten gibt es Interessenten – nämlich für den Zweiten Vorsitzenden und für den Kassier.“ Das bringe aber nur etwas, wenn sich auch noch Kandidaten für das Amt des Ersten Vorsitzenden und für das des Schriftführers finden lassen.

Am Freitag, 5. April, wollen die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes deshalb in der Ortsmitte Erdmannhausens präsent sein, um den Verein „ein bisschen öffentlich zu machen“, wie es Carmen Wünscher ausdrückt. „Wir wollen zeigen, dass es uns gibt und stehen zum Kennenlernen, für Gespräche und für Fragen rund um den VdK bereit.“ Dabei soll auch erklärt werden, was der VdK tut und für welche Schicksale die Rechtsberatung kämpft. Vielleicht, so hoffen Carmen Wünscher und ihre Mitstreiter, lassen sich so auch Interessenten für die beiden offenen Vorstandsposten finden. „Dahinter steckt nicht allzu viel Arbeit“, wirbt die Erdmannhäuserin, entsprechende Schulungen werden zudem vom Landesverband angeboten. „Wenn sich kein Erster Vorsitzender findet, muss der Verein bei der nächsten Hauptversammlung aufgelöst werden.“ Eine letzte Möglichkeit des Fortbestehens wäre dann nur noch der Zusammenschluss mit einem VdK-Ortsverband aus einer Nachbargemeinde. „Hier sind wir in Gesprächen“, so Wünscher.

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