Nachhaltigkeit in Vereinen aus der Region Film über verantwortungsvolle Landwirtschaft

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Panorama-Bild von der ersten "Wir haben es satt"-Demo in Tübingen Foto: Wolfgang Manuel Simon
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Erdmannhausen/Ludwigsburg - „Nachhaltigkeit ist irgendwie ein Modewort - ich bevorzuge den Begriff ‚Enkeltauglichkeit‘“. Wenn Wolfgang Manuel Simon, der Vorsitzende von „Gentechnik- und pestizidfreie Landkreise LB/Rems-Murr e.V.“, das sagt, dann denkt er nicht nur an ein gutes Morgen - er denkt vielmehr an ein gutes Übermorgen. Zusammen mit der stellvertretenden Vorsitzenden Reinhild Holzkamp und den rund 300 Mitgliedern, setzt sich der Verein für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ein. „Dabei liegt unser Schwerpunkt auf der Agrogentechnik, der grünen Gentechnik“, erklärt Reinhild Holzkamp und ergänzt: „Aber ‚grün‘ hört sich viel zu positiv an“. Immerhin geht es um die Anwendung gentechnischer Verfahren im Bereich der Pflanzenzüchtung. Sie weiß, dass die Agrogentechnik in Deutschland von fast 80 Prozent der Verbraucher abgelehnt wird. Was viele aber nicht wissen: „Wer ins Massenregal im Supermarkt greift, muss damit rechnen, dass am Ende doch Gentechnik mit auf dem Teller landet. Denn das Tierfutter besteht aus gentechnisch verändertem Soja oder Mais meist aus den Regenwäldern Südamerikas. Das ist ein direkter Angriff auf die Gesundheit der Tiere und die des Menschen“, warnt Wolfgang Manuel Simon.

Mit Blick auf die eigene Gesundheit und die nachfolgender Generationen kämpft der Verein deshalb für eine Agrarwende. „Bio schafft das!“, ist sich die Diplom-Ökotrophologin Reinhild Holzkamp sicher. „Es ist unser Ziel, genau das zu vermitteln: Dass es genug Lebensmittel für alle gibt, dass alle biologisch ernährt werden können und Gentechnik keine nachhaltige Methode ist.“

„Das Gute, sprich Bio, müsste eigentlich das Normale sein, nicht anders herum“, finden beide und fordern einen Systemwandel. Den kann es aber nur geben, wenn sich Widerstand regt. Und genau diesen Widerstand unterstützt der Verein durch Aufklärung in Form von Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Firmenbesichtigungen und Aktionen mit lokalen Anbietern. „Dabei sind wir keine Einzelkämpfer, sondern Netzwerkarbeiter, die mit verschiedenen anderen Organisationen oder Firmen kooperieren.“ Ein aktuelles Beispiel: Als Mitglied des Aktionsbündnisses Klimaschutz Rems-Murr lädt der Verein gerade zur „Aktionswoche Klimaschutz“ ein, die vom 20. bis 29. September stattfindet. Im Rahmen dessen wird auch in Ludwigsburg und Backnang der Film „Aus Liebe zum Überleben" von Bertram Verhaag, gezeigt, der „eine Reise zu acht Bauern, die Verantwortung übernehmen“ dokumentiert. 

Filmabend mit Regisseur

Der Verein zeigt im Rahmen der Aktionswoche auch in unserem Landkreis den Kinofilm „Aus Liebe zum Überleben“ von Bertram Verhaag.
Termin: Do. 26. September um 19.30h Kino im Luna Ludwigsburg
Der Regisseur ist anwesend und freut sich auf das Filmgespräch. Karten www.kinokult.de, Infos auf www.gentechnikfrei21.de.

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