Erdmannhausen Das Feiern stärkt den Zusammenhalt

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Der türkische Kulturverein zeigt sein tänzerisches Können. Foto: Avanti/Ralf Poller

Erdmannhausen - Insgesamt elf Vereine haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um gemeinsam mit der Gemeinde ein attraktives Straßenfest auf die Beine zu stellen. Eröffnet wurde das mittlerweile schon 41. Fest bei erfreulich trockenem Wetter am Samstagnachmittag. Auch der Fassanstich, auf den sich die Bürgermeisterin Birgit Hannemann erkennbar wenig freute, fiel bei Weitem nicht so nass aus, wie sie im Vorfeld befürchtet hatte. Und so erwies sich auch der Ratschlag an die in erster Reihe Stehenden, vorsichtshalber die Hosenbeine hochzukrempeln, als überflüssig.

Äußerst hilfreich war dagegen ein weiterer Ratschlag, nämlich sich beim traditionellen Salutschießen des Kleinkaliber-Schützenvereins die Ohren zuzuhalten. Denn bei den 30 Schuss aus sechs aufs Rathaus gerichteten Flinten rumste es gewaltig. „Das ist mit mir abgestimmt, dass die das Rathaus unter Beschuss nehmen“, scherzte Bürgermeisterin Birgit Hannemann.

Nicht nur viele Erdmannhäuser waren zur Eröffnung gekommen, auch zahlreiche Gäste aus der Nachbarschaft. Darunter etliche amtierende und ehemalige Bürgermeister, Gemeinderäte und Landtagsabgeordnete. Die weiteste Anreise hatten zwei Gäste aus Rumänien: István Gál aus Zsobok, der „inzwischen schon halb Erdmannhäuser“ sei, wie die Rathauschefin unter Anspielung auf den Förderverein Kinderheim Zsobok erklärte, und den Vizepräsidenten des dortigen Kreistags, Robert Szilógyi.

Musikalisch eröffnet wurde das Fest, das sich mit einer neuen Standaufteilung präsentierte, vom Musikverein Erdmannhausen. Der sprang übrigens auch kurzerhand mit einem weiteren Stück ein, bis die Technik so weit war, dass zur Bauchtanzvorführung des GSV orientalische Musik ertönte. Das Warten auf die zwei Tänzerinnen in ihren prächtigen Kostümen hatte sich aber ­gelohnt. Viel Applaus erhielt auch die Folk­loregruppe der türkischen Gemeinde für ihre temporeiche Tanzvorführung. „Ha, die hättet ruhig no mal danze könne“, kommentierte ein Mann, als der sehenswerte Tanz vorüber war.

Um die Attraktivität des dreitägigen Straßenfests im heimeligen Ortskern noch zu steigern, habe die Gemeinde ihren ­finanziellen Beitrag in diesem Jahr um 1000 Euro erhöht, sagte Birgit Hannemann: „Nicht nur die Gema-Gebühren kosten Geld, auch der Sicherheitsdienst.“ Den hatte man im Interesse aller Gäste erstmals beim vorigen Straßenfest bestellt. Denn in Erdmannhausen will man friedlich miteinander feiern.

Laut Kämmerer Eberhard Immel verlief das Fest dann auch am Samstagabend ohne besondere Vorkommnisse, „es war alles ruhig“. Regen begleitete am Sonntag die Aktiven aus den Vereinen an den Ständen. „Aber der Samstag lief gut“, freute sich Matthias Hiller, Jugendleiter des TTV Erdmannhausen. Der Verein war nach Jahren der Abstinenz wieder mit dabei und fand gegenüber vom Tennis-Club und neben dem Musikverein ein relativ ruhiges Plätzchen. „Unsere Jugendlichen haben prima mitgezogen“, berichtete Hiller.

Junge Besucher umlagerten den Stand des Handels- und Gewerbevereins. Dort bot Rolf Hettich ein Schießen mit Biathlongewehren an. „Es sind 3,5 Kilo schwere Gewehre, wie sie auch eine Laura Dahlmeier benutzt“, erklärte der ehemalige Athlet, der 30 Jahre lang die Biathleten im deutschen Paralympics-Team trainierte. Nur der Abstand zu den Zielscheiben war kleiner: Statt aus einer Entfernung von 50  Metern durften die Gäste am Stand aus etwa zwölf Metern zielen – dafür waren die Scheiben entsprechend verkleinert.

Ins Innere des Rathauses hatte das ­Bücherei-Team um Susanne Leistner und Gabriele Ziegler den Büchereiflohmarkt verlagert. So manche Leseratte wurde bei den preiswerten Restbeständen fündig. Die Spieleerfinder Bernhard Lach und Uwe Rapp stellten sich derweil ihren ­Herausforderern mit ihrem Spiel „Drop it“ unter einem Zelt. Jetzt hoffen alle auf besseres Wetter am Montag, wenn am Abend das Fest bei Live-Musik mit Mike Janipka und der Ian Key Band ausklingt.