Entscheidung zieht sich Beschluss zu Steinbruch erst 2023

Von Christian Kempf
Der Steinbruch bleibt ein Aufregerthema in Rielingshausen. Foto: Archiv (Avanti/Ralf Poller)

Die Region arbeitet gerade die Stellungnahme zu den Erweiterungsplänen in Rielingshausen ab, wo auch die Themen Neubaugebiet und Geflüchtete im Fokus stehen.

Recht dürftig war die Resonanz auf den Ausspracheabend am Dienstag in Rielingshausen. Nur rund 20 Zuhörer hatten sich auf den Weg in die Gemeindehalle gemacht, etwa die Hälfte davon waren Orts- und Gemeinderäte. Gleichwohl zeigte sich, dass es doch eine Reihe von Themen gibt, die die Bürger umtreiben.

Bürgermeister: Haben gute Argumente gegen Erweiterung

Eines davon ist der Steinbruch vor den Toren des Stadtteils, den die Betreiberfirma Klöpfer gerne erweitern würde, was vielen Anwohnern ein Dorn im Auge ist. „Es folgt nun die entscheidende Phase beim Verband Region Stuttgart“, sagte Bürgermeister Jan Trost. Die Stadt habe dort ihre Stellungnahme abgegeben. Der Verband Region Stuttgart (VRS) muss nun darüber befinden, ob eine Ausbaufläche gesichert werden soll oder nicht. „Wir haben sehr, sehr gute Argumente. Und ich bin optimistisch, dass es uns auch gelingen wird, die Regionalversammlung davon zu überzeugen, dass es der falsche Weg ist, dass der Steinbruch so nah an die Wohnbebauung in Rielingshausen heranrückt“, sagte Trost. Wann aber eine Entscheidung in der Sache falle, dazu habe er bislang keine Rückmeldung erhalten, erklärte er auf Nachfrage einer besorgten Bürgerin.

Ein genaues Datum kann auch Thomas Kiwitt, Technischer Direktor des VRS, nicht nennen. Man sei aber gerade dabei, die Stellungnahmen aufzuarbeiten. „Zumindest einige davon sind sehr detailliert und grundsätzlich, so dass die Auseinandersetzung damit noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird“, erklärt er auf Nachfrage. Insofern könne die Angelegenheit, bei der die Regionalversammlung das letzte Wort habe, auch nicht mehr bis Dezember entschieden werden. „Absehbar ist damit eine Behandlung erst im kommenden Jahr“, erklärt Kiwitt.

Stadionhalle bietet Platz für mehr als 100 Geflüchtete

Schon jetzt hat die Stadt die Weichen für die künftige Beherbergung von Geflüchteten gestellt. „Die Lage ist mittlerweile dramatisch. Wir wissen gar nicht mehr, wo wir diese vielen Menschen in den nächsten Monaten unterbringen sollen“, sagte der Rathauschef. Pro Monat müsse man 35 bis 40 Personen aufnehmen. Ändere sich daran nichts, werde man zum Jahresende auch eine Halle belegen müssen. Für diesen Zweck habe man die Stadionhalle auserkoren, wo mehr als 100 Geflüchtete ein Dach über dem Kopf finden könnten. „Damit hätten wir quasi einen Puffer von zweieinhalb Monaten, wenn die Zugangszahlen so hoch bleiben“, sagte Trost. Nur wenig Luft verschaffen der Stadt die zwölf Plätze, die in Containern im Teilort geschaffen werden sollen. Angedacht ist, die Module auf dem Ausweichparkplatz der Gemeindehalle aufzubauen. Weitere Betten sollen in der Kernstadt unter anderem in Gebäuden in der Marktstraße und der Bottwartalstraße bereitgestellt werden.

Ferner ist die Verwaltung froh, wenn ihr Wohnungen zur Miete angeboten werden – wohl wissend, dass man damit zu einem weiteren Player auf dem ohnehin schon umkämpften Immobilienmarkt wird, wie der Bürgermeister einräumte. Dazu komme, dass die Leute wegen Inflation und steigender Energiepreise immer weniger Geld in der Tasche hätten. Das lasse sich auch bei Immobilienscout ablesen. Die vergangenen Jahre seien auf der Internet-Plattform in der Regel nur fünf oder sechs Häuser in Marbach zum Verkauf angeboten worden, jetzt 25. Schwer zu vermitteln seien vor allem Gebäude aus den 60er- und 70er-Jahren mit schlechten Energiestandards. Wer ein solches Gebäude ohne Dämmung kaufe, müsse fast eine fünfstellige Summe pro Jahr für Gaskosten bei einem Vertragsabschluss einkalkulieren.

Entscheidung zu Erdkollektorenfeld nah

Über ein Erdkollektorenfeld soll das Neubaugebiet Keltergrund beheizt werden. Inwieweit das funktionieren kann, offenbart ein Gutachten, dessen Ergebnisse demnächst in den politischen Gremien vorgestellt werden. „Dann muss man entscheiden: ja oder nein“, sagte Bauamtsleiter Dieter Wanner. Davon hänge beispielsweise ab, ob Flächen für ein Technikgebäude reserviert werden müssen oder nicht. Wenn alle offenen Fragen geklärt seien, könne bis Frühjahr ein Knopf an den Bebauungsplan gemacht werden, die Erschließung starten und nach einem halben Jahr die Bebauung beginnen.