Entscheidung im Beilsteiner Gemeinderat Jetzt fix: Das Busdepot wird in die Drittelwiesen ziehen

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Das Busdepot ist aktuell auf dem ehemaligen Feuerwehrareal untergebracht. Foto: Kuhnle

Der Gemeinderat hat sich für den neuen Standort in Richtung Söhlbach entschieden.

Beilstein - Es ist ein Thema, das in den vergangenen Monaten immer wieder aufs Tableau kam im Beilsteiner Gemeinderat. Am Dienstagabend hat man nun endlich einen Knopf drangemacht. Mit zwei Gegenstimmen sprach sich das Gremium dafür aus, dass das Busdepot, das der Versorgung der Buslinien in das Bottwartal und das Schozachtal hinein dient und bereits seit Jahrzehnten seinen Platz auf dem ehemaligen Feuerwehrareal hat, an die L1100 in Richtung Söhlbach ziehen wird. Dort befinden sich derzeit größtenteils Kleingärten. Damit ist zugleich auch der Weg frei für ein neues Pflegeheim, da das Haus Ahorn am derzeitigen Standort aufgrund der Landesheimbauverordnung nicht weitergeführt werden kann.

In den vergangenen Monaten hatte man verschiedene Standorte für ein neues Busdepot beleuchtet, drei blieben am Ende in der engeren Auswahl. Die Verwaltung sprach sich dabei am Dienstag klar für die Variante in den Drittelwiesen und damit gegen die Varianten am Mineralfreibad Oberes Bottwartal sowie einer Aufstockung des bestehenden Busbahnhofs aus. „Beide letztgenannten Möglichkeiten hätten erhebliche Nachteile und würden enorme Kosten produzieren“, sagte Bauamtsleiter Eugen Raile.

Man steht unter enormem Zeitdruck

Die Standortsuche und -wahl hatten sich aufgrund der anspruchsvollen Anforderungen insgesamt schwierig gestaltet. Denn: Es wurde eine Fläche von etwa 3000 Quadratmetern benötigt. Die Fläche sollte möglichst eben sein und für die Versorgung der Buslinien räumlich günstig liegen. Lange An- und Abfahrten morgens und nachts sowie zu den Pausen zwischen den Linienendpunkten und dem Depot sollten möglichst vermieden werden. Diese würden ansonsten Zeit und Geld für „Leerkilometer“ in Anspruch nehmen. Weiterhin sollte die Lage so gewählt sein, dass Störungen von Anwohnern durch den Betrieb in der Nacht und am frühen Morgen möglichst ausgeschlossen sind. Wasser, Abwasser und Strom wären für einen Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen ebenfalls erforderlich. Mit dem Standort in den Drittelwiesen hat man nun eine gute Wahl getroffen, ist sich die Verwaltung sicher. Zumal man dort auch noch „einen Pfeil im Köcher“ habe, wie es der stellvertretende Bürgermeister Oliver Muth ausdrückte. „Sollten irgendwelche Tierchen auf dem Gelände sein, können wir noch etwas nach hinten ausweichen in Richtung Söhlbach.“ Alles in allem machte er in der Sitzung am Dienstag vor der Abstimmung aber auch noch einmal klar, dass man unter enormem Zeitdruck stehe – des benötigten Pflegeheim-Neubaus wegen.

Genau dieser Punkt stieß Christine Schächer (FWV) etwas auf: „Zeitdruck ist nie ein guter Ratgeber. Ich möchte mein Bedauern über die Vorgehensweise ausdrücken und darüber, dass man es nicht immer wieder auf die Tagesordnung genommen hat. Für mich ist es kein guter Standort“, meinte sie. Dem widersprach unter anderem Armin Maurer (Bürgerliste): „Ich finde den Platz gut; was den Zeitdruck angeht, gebe ich Christiane aber recht. Wir machen da schon viele Jahre rum“, meinte er und bat darum, nun schnellstens auch in Gespräche mit der Bahn zu gehen. Denn das Busdepot gehört der DB Regio. Dieses hat seit Jahrzehnten seinen Platz auf dem ehemaligen Feuerwehrareal, was auch durch eine eingetragene Dienstbarkeit im Grundbuch zugesichert ist. Derzeit werden an dem Standort über Nacht acht bis zwölf Busse abgestellt. Weiterhin wird das Busdepot auch für Pausenzeiten der Busfahrer genutzt, ein kleiner Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen befinden sich ebenfalls am Standort.

Verwaltung soll nun ein Angebot für die Planung einholen

All dies soll es auch am neuen Standort dann geben. Bis hier jedoch alles steht, wird noch einige Zeit ins Land gehen und müssen viele Gespräche geführt werden. Unter anderem mit den Schrebergartenbesitzern. In diesem Zuge regte Thomas Bauer (FWV) an, den Schrebergartenbesitzern einen Flächentausch anzubieten, was Oliver Muth aufnahm. Er werde mit der Verwaltung nach Flurstücken suchen.

Die Verwaltung wird nun mit dem Ingenieurbüro Rauschmaier Kontakt zwecks Erstellung eines Bebauungsplanes aufnehmen und ein Angebot für die Planung des Busparkplatzes einholen.