Einzigartiges aus Erdmannhausen Einzigartige Honigperlen sind Genussneuheit

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Carmen David-Deckert und Thomas Deckert sind seit langer Zeit Imker – und haben darüber hinaus enorm viel Spaß am Entwickeln innovativer Produkte. Die Perlen gibt es aktuell in acht Sorten. Foto: Julia Spors

Das Erdmannhäuser Ehepaar Thomas Deckert und Carmen David-Deckert hat eine Bienenmanufaktur – und stellt mit dieser Perlen her, die in ihrer Vielfalt einzigartig sind.

Erdmannhausen - Sie sind klein, rund und leicht schlonzig – so würde es wohl der Schwabe nennen. Und doch sind die kleinen Perlen vom Geschmack her intensiv. Nicht zu sehr, doch man schmeckt sofort heraus, was man auf der Zunge hat. Mal ist es purer Honig, mal ist der Bienennektar veredelt mit dem Geschmack von Hibiskusblüten oder dem der Aroniabeere. Ganz verrückt mutet eine Perle an, die im Inneren Honig gepaart mit Thai-Curry-Gewürzen vereint. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Vielfalt ist unendlich. Wir haben noch ganz viele Ideen“, sagt Carmen David Deckert, die die weltweit einzig- und neuartigen Honigperlen zusammen mit ihrem Mann Thomas Deckert entwickelt hat und mit denen sie in ihrer Manufaktur nun so richtig durchstarten wollen. Ihr Ziel: Die Honigperlen sollen sich auf der ganzen Welt durchsetzen – in Sternerestaurants und Hotels ebenso wie etwa beim ganz normalen Endverbrauchern.

„Unser Ziel, mit dem wir die Bienenmanufaktur gegründet haben, war und ist, dass wir innovative Produkte entwickeln wollen. Wir möchten raus aus der Brot-Schmier-Ecke“, wie es Thomas Deckert so schön nennt. Die Honigperlen sowie ihre Blütenpollen, die in die Kategorie Superfood gehören, sind die ersten zwei Produkte, die aus der normalen Honig-Ecke herausrücken. „Wir hoffen, dass wir jedes Jahr ein weiteres Produkt auf den Markt bringen können“, erklärt der 44-Jährige, den die Imkerei vor rund zwölf Jahren hobbymäßig gepackt hatte. Nach und nach wurde diese Liebe immer tiefer und auch seine Frau hat das Bienen-Fieber gepackt. Kurzerhand machten beide einen Imkerkurs und stiegen dann ganz in das Geschäft mit dem gelben Nektar ein. Seit Januar 2019 haben sie ihre Bienenmanufaktur – und mit dieser soll es in den kommenden Jahren steil nach oben gehen – natürlich immer mit dem Blick auf das Thema Nachhaltigkeit.

Aktuell tüftelt das Paar mit Propolis-Stoff – einer von Bienen hergestellte harzartigen Masse –, dem allgemein eine antibiotische, antivirale Wirkung nachgesagt wird. Unter anderem soll es die Wundheilung fördern, aber auch bei Atemwegserkrankungen helfen. Ein Fakt, der in diesen Tagen besondere Beachtung finden dürfte. Ein Raumduft, der die Luft keimfrei machen könnte, schwebt den beiden Erdmannhäusern beispielsweise vor. Mehr wollen sie noch nicht verraten. Zumal aktuell das Hauptaugenmerk auf dem Bekanntwerden und Vermarkten ihrer neuartigen Honigperlen liegt.

Seit November vergangenen Jahres sind diese auf dem Markt. Die Idee kam den Erdmannhäusern schon vor ein paar Jahren, als sie einen Zeitungsartikel über die Weinperlen des Strümpfelbachers Daniel Kuhnle entdeckten. Von der Idee bis zum fertigen Produkt hat es dann aber doch noch eine ganze Weile gedauert, denn: „Jeder sagte uns, dass das nicht machbar ist, da Honig nun einmal eine ganz andere Konsistenz hat als Wein oder Saft.“ Das Paar ließ sich von diesen Aussagen und auch den ersten gescheiterten Versuchen dennoch nicht entmutigen und hielt an seiner Idee und seinem Traum fest. Mit Erfolg. Nach Monaten endlosen Tüftelns und dem ständigen Verändern der einzelnen Komponenten hatten sie zusammen mit ihrem Produzenten aus Haigerloch – der auch die Weinperlen produziert – das Patentrezept für ihre gelben und farbigen Perlen gefunden. Einen Weg, wie sie ihre Kugeln, die aus Algenmembranen besteht, füllen können – und auch Gewürze ins Innere kriegen. „Das war ein toller Moment. Die Freude war riesig“, sagt die 51-Jährige. Im August 2019 war das.

Das Bittere bei all dem Jubel über den Durchbruch: „Die erste Perle war pappsüß. Das ging gar nicht“, erzählt Carmen David-Deckert lachend. Dies zu ändern war daraufhin die neue Aufgabe – und auch die meisterte das Paar. „Ab da wurde es richtig spannend und arbeitsreich“, berichtet der 44-Jährige. Laboranalysen mussten durchgeführt, EAN-Codes beantragt, Etiketten und Flyer hergestellt werden. Um Letzteres kümmert sich die Erdmannhäuserin übrigens selbst. Sie kommt passenderweise aus der Werbung. Des Weiteren wurden erste gehobene Restaurants gefunden, die bereits mit den Honigperlen aus Erdmannhausen kochen: Die Schwabenstube in Freiberg, das Maerz & Maerz in Bietigheim, die Marktwirtschaft in Besigheim sowie die Krone in Hoheneck. Im Januar besuchte das Paar des Weiteren seine erste Messe, die Trendset in München, wo sie ihre Honigperlen erstmals internationalem Publikum vorstellen konnten. Mehr als 20 weitere Messen und Events hätten in diesem Jahr folgen sollen, doch die Corona-Pandemie macht dem aktuell einen Strich durch die Rechnung. Tatenlos blieb und bleiben die beiden Bienen-Freunde, die im Übrigen Völker in Erdmannhausen, Berglen, Asperg, Winnenden, Leutenbach und Böblingen haben, aber trotzdem nicht. „Wir justieren gerade nach und passen unsere Produkte an und entwickeln sie weiter“, erklärt Carmen David-Deckert. So darf man sich in naher Zukunft auf weitere spannende Geschmacks- und Genusserlebnisse durch diese kleinen, runden und schlonzigen Perlen freuen.

Die Honigperlen werden aus Imkerhonig und auserlesenen Zutaten in Manufakturqualität erzeugt. Sie sind bis zu 160 Grad in Form, Konsistenz und Geschmack hitzebeständig und somit für kalte als auch warme Speisen und Getränke einsetzbar – unter anderem in einer Tasse heißen Tees oder einem kühlen Glas Sekt.

Ein Gerücht besagt, dass in Spanien ebenfalls jemand reine Honigperlen hergestellt hat. „Aber wir haben sie bislang vergeblich versucht zu finden“, erklärt das Erdmannhäuser Paar, das mit absoluter Sicherheit sagen kann: „Das, was wir haben, ist weltweit ein einmaliges Produkt. Denn in dieser Vielfalt und mit diesen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gibt es die Honigperlen definitiv nirgends.“ Aus diesem Grund will man auch so schnell wie möglich den internationalen Markt erobern.

Weitere Infos zur Erdmannhäuser Bienenmanufaktur gibt es im Internet unter www.bienenmanufaktur.com. Dort gibt es auch einen Online-Shop, in der die Honigperlen sowie anderen Produkte bestellt werden können. Unter anderem aus aktuellem Anlass auch Desinfektionsmittel, wofür das Paar seine Produktion umgestellt hat.