Die Botschaft beim Neujahrsempfang in Oberstenfeld Der Gürtel bleibt eng geschnallt

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Volles Haus beim Empfang mit Markus Kleemann. Auch der neue Landrat Dietmar Allgaier (Vierter von rechts) war gekommen. Foto: avanti

Die Gemeinde Oberstenfeld muss weiter sparsam wirtschaften. Das geht aus der Rede des Bürgermeisters Markus Kleemann beim Neujahrsempfang hervor.

Oberstenfeld - Rund 400 Gäste konnte Bürgermeister Markus Kleemann zum Neujahrsempfang im Bürgerhaus begrüßen, darunter auch etliche Neubürger. Erstmals wurde die Veranstaltung vom Freitagabend auf den Sonntagnachmittag gelegt und auch im benachbarten Kinderhaus Bäderwiesen eine Kinderbetreuung angeboten.

Im Foyer hatten die Besucher die Möglichkeit, sich über das Angebot der zahlreichen Vereine und anderer Organisationen im Ort schlau zu machen. Und innen im Saal informierte der Bürgermeister über Oberstenfeld und dessen Teilorte Gronau und Prevorst.

Dabei konnte er auf eine gute Infrastruktur ebenso verweisen wie auf die Tatsache, dass man 2019 jedem Kind einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz zur Verfügung habe stellen können, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Er verlieh auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass man trotz des „tierischen Problems“, das das Baugebiet Dürren IV verzögert habe, im kommenden Jahr erschließen könne. Die dazu notwendige Vergrämung der Eidechsen solle in den nächsten Wochen durchgeführt werden.

Finanziell dagegen sieht die Lage nach wie vor schlecht aus, auch wenn im vorigen Jahr, wie der Schultes unterstrich, die laufenden Ausgaben durch die laufenden Einnahmen hätten gedeckt werden können. „Der große Sanierungsstau aus der Vergangenheit holt uns weiterhin ein“, so Kleemann. Daran werde man sich „noch Jahre abarbeiten“.

Das auffälligste Sanierungsprojekt ist das Stiftsgebäude, an dem die Umbaumaßnahmen schon seit über einem Jahr laufen. Inzwischen sei der erste Bauabschnitt weitestgehend fertiggestellt, der Rest könne möglicherweise bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Dafür geht es mit dem Bau zwei der Lichtenbergschule weiter, dessen Sanierung etwa vier Jahre in Anspruch nehmen werde, so Kleemann. Diese sei aber nicht länger aufschiebbar: „Es regnet rein, die Fenster sind undicht, die Böden uneben, die Decken schlecht, und es gibt keine Barrierefreiheit“, fasste er die Mängel zusammen. 4,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, 1,5 Millionen Euro davon sind Fördergelder.

In die Jahre gekommen sei auch der Kindergarten Hauäcker. Hier stünden die Sanierung von Fenster, Decken, Wänden und Heizkörpern auf dem Programm. Die Kinder werden übergangsweise in der Lichtenbergschule betreut.

In Prevorst müsse der Wasserhochbehälter ersetzt werden, zudem müssten dort und auch andernorts Wasserleitungen neu gebaut und saniert werden, da es immer mehr Rohrbrüche gebe. Deshalb steige auch der Wasserpreis erneut.

Bis auf dem ehemaligen Werzalitgelände, wo neben Gewerbeflächen auch neuer Wohnraum entstehen soll, werden nach Einschätzung des Bürgermeisters noch ein paar Jahre vergehen.. Die Gemeinde habe sich das Planungsrecht vorbehalten, um bei der Bebauung des Geländes mitbestimmen zu können. Es biete aber „in jedem Fall eine großartige Entwicklungschance für die Gemeinde“.

Großartige Entwicklungschancen dürften auch die jungen Musiker haben, die mit ihrem Auftritt in der Jugendphilharmonie für einen festlichen Rahmen sorgten und das Publikum am Ende sprichwörtlich von den Stühlen rissen. Denn was das 60-köpfige Orchester der Musikschulen im Kreis Ludwigsburg an Unterhaltung bot, brauchte sich wahrlich nicht zu verstecken. Unter seinem Dirigenten Dietrich Schöller-Manno meisterte das Ensemble scheinbar mühelos bei Neujahrsfeierlichkeiten immer wieder gern gehörte, aber anspruchsvolle Klänge: Die „Finlandia“ von Jean Sibelius etwa, die Ouvertüre von Mozarts „Zauberflöte“ oder „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß. Das ehemalige Orchestermitglied Benedikt Lutz, jetzt Gesangsstudent, begeisterte mit der Arie „Non più andrai“ aus „Figaros Hochzeit“.

Kein Wunder, dass das Jugendphilharmonieorchester nicht ohne Zugaben von der Bühne kam. Zur Tritsch-Tratsch-Polka und zum Radetzky-Marsch klatschte das Publikum rhythmisch mit.