Der Literatursommer in Marbach „Made im Ländle“

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Die Autoren der „get shorties“-Lesebühne blicken beim Literatursommer in ihren Kurzgeschichten in die Zukunft. Foto: Veranstalter

Kulturamt, Schillerverein, Stadtbücherei und das Deutsche Literaturarchiv stellen im Rahmen des Literatursommers mehrere Veranstaltungen in Marbach auf die Beine. Im Fokus steht dabei die 70-jährige Landesgeschichte Baden-Württembergs.

Der Literatursommer widmet sich von Mai bis Oktober 2022 dieses Mal dem Motto „Literatur made im Ländle – 70 Jahre Baden-Württemberg“. In den Blick sollen dabei neben Autorinnen und Autoren auch Strömungen, Trends und Tendenzen in der deutschsprachigen Literatur aus den vergangenen 70 Jahren rücken. In Marbach veranstaltet das Kulturamt in Zusammenarbeit mit dem Schillerverein und der Stadtbücherei unter dem Titel „Geschichte in GESCHICHTEN“ eine eigene Veranstaltungsreihe, welche die 70-jährige Landesgeschichte darstellt.

Peter Frömmig ist mit seinem Roman und einem Hörspiel dabei

Der Literatursommer in Marbach beginnt am Mittwoch, 25. Mai, um 19.30 Uhr auf der Schillerhöhe mit Peter Frömmig. Der Marbacher Schriftsteller schuf seit den 1970ern zahlreiche Erzählungen, Gedichte, Hörspiele und Theaterstücke. Im Gespräch mit Dorothee Ensinger präsentiert der Autor sein jüngst erschienenes Buch „Sedimente der Zeit. Essays und Erzählungen“. Darin folgt Peter Frömmig reflektierend und schreibend simultan zu seinem Lebensweg dem Wandel der Zeit. Als Kulisse dient der gelb-blaue „Bauwagen“ der KulturRegion Stuttgart zur Kampagne „SPIEL:RAUM“, der vom 25. bis 29. Mai auf der Schillerhöhe Halt macht. Bei schlechter Witterung findet die Lesung in der Stadthalle statt.

Am folgenden Tag, Christi Himmelfahrt, 26. Mai, wird im Park auf der Schillerhöhe um 11, 13 und 15 Uhr dann ein HÖRspiel:RAUM geschaffen, in dem die Besucher Frömmigs Hörspiel „Offene Geheimnisse“ akustisch miterleben können. Zum Literatursommer wird es erstmals außerhalb des Rundfunks in öffentlicher Umgebung zu hören sein. Das Hörspiel hat erstaunlich aktuelle Anklänge: Es ist das Deutschland der Vorwendezeit, das hier einen ganz eigenen Sound findet durch die verschiedenen Stimmen und Tonlagen, Geräusche und Klänge. Protagonist ist ein Heimkehrer, der sich auf Spurensuche nach seiner Herkunft begibt. Bei Regen wird ein Pavillon auf der Schillerhöhe genutzt.

Peter Prange liest aus „Unsere wunderbaren Jahre“

Weiter geht es mit dem Tübinger Autor Peter Prange, der am Donnerstag, 23. Juni, um 19.30  Uhr im Lese-Garten-Café des Schiller-Nationalmuseums aus seinem Roman „Unsere wunderbaren Jahre“ liest. Es ist 1948, die D-Mark wird geboren. Sechs Freunde erleben über drei Generationen die Bundesrepublik und den Beginn der neuen, europäischen Währung. Es geht um das Wirtschaftswunder, um die zwei deutschen Staaten und ums Begrüßungsgeld. Bei schlechtem Wetter in der Stadthalle.

Was ist typisch für Literatur ‚made im Ländle’?

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (DLA) beschäftigt sich derweil mit der Frage „Was ist typisch für die Literatur ‚made im Ländle’?“. Am Sonntag, 26. Juni, startet um 11 Uhr „Über Grenzen 1: Schreiben“ mit der These, dass sich Literatur „made im Ländle“ in keine Schubladen einsortieren lässt. Ab 11 Uhr ist Wilhelm Hauff mit Katharina Hahn dabei im Fokus, ab 15 Uhr heißt es „Vater und Sohn“ mit Michael und Paul Maar und um 17 Uhr geht es mit Ulf Stolterfoht um den Schriftsteller Helmut Heißenbüttel.

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Spuren der Literatur im Land werden am Sonntag, 17. Juli, von 11 bis 14 Uhr bei „Über Grenzen 2: Dichterspuren, Lesespuren“ ins Visier genommen.  Über die Sichtbarkeit der Literatur in Vergangenheit und Zukunft, über literarische Texte, die ohne Raum und Landschaft nicht auskommen, und über die Spuren, die – unentdeckt – in die Marbacher Magazine führen, sprechen in der Matinee die Autoren Arnold Stadler, Nikola Herweg, Heinrich Detering, Oliver Kobold und Dorit Krusche. Bettina Schulte und Thomas Schmidt moderieren die Veranstaltung.

Eine Uraufführung steht bevor

Eine Eigenproduktion und Uraufführung ist am Sonntag, 24. Juli, um 18 Uhr in der Stadthalle auf der Schillerhöhe zu erleben. Eine Zeitreise mit Lieder und Geschichten von Menschen aus aller Herren Länder, die zum Aufbau von Baden-Württemberg einen Teil beigetragen haben, wird bei „Wir alle – Eine literarisch-musikalische Revue“ auf die Bühne gebracht. Von „Griechischer Wein“ bis zu Rap zeigt sich das Zusammenwachsen eines Bundeslandes. Es ist dabei gleichsam eine Geschichte der Integration.

Der Marbacher Birger Laing hat die Texte erarbeitet. Mit Rudolf Guckelsberger. Die Musik liefert Combo Patibel. Karten gibt es im Vorverkauf für 17,50 Euro, ermäßigt für 10  Euro, beim Antiquariat Friedrich in der Stadtbücherei Marbach und an sämtlichen Reservix-Vorverkaufsstellen.

Schreibfreudige können selbst aktiv werden

Der Literatursommer endet in Marbach am Sonntag, 25. September, um 18 Uhr, wenn die „get shorties“-Lesebühne gastiert. Die Autoren werden auf dem Burgplatz mit ihren Kurzgeschichten in die Zukunft blicken – und sie fordern Schreibfreudige auf, es ihnen gleich zu tun und (Zukunfts-)Geschichten an kultur@schillerstadt-marbach.de mit dem Betreff: Literatursommer 2022 - get shorties einzusenden. Die Kurzgeschichten dürfen nicht mehr als 1600 Wörter lang sein. Einsendeschluss ist Sonntag, 14. August. Die Autoren der besten Einsendungen werden am Abend auf die Bühne gebeten.

Mehr Infos zum Literatursommer in Marbach gibt es unter www.schillerstadt-marbach.de sowie unter www.dla-marbach.de .