Cross-Duathlon in Murr Dirty Racer feiern die neue Strecke

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Freundlicher Hinweis für alle, die es bis dahin noch nicht gemerkt hatten. Foto:  

Die Athleten sind bei der 19. Auflage vom geänderten Kursverlauf der letzten Etappe begeistert.

Murr - Die 19. Auflage des Cross-Duathlons Dirty Race in Murr brachte professionelle wie unerfahrene Athleten wie gewohnt an die Grenzen ihrer „matschigen“ Ausdauer. Bei Temperaturen knapp über null Grad und frühlingshaftem Sonnenschein zogen hunderte Zuschauer ans Sportgelände am Hermannsplatz, um die Ausdauersportler anzufeuern. Dabei hatten die Veranstalter um Achim Seiter im Vorfeld den zweiten Laufsplit geändert: vier Runde zu je einem Kilometer statt einer einzigen Vier-Kilometer-Schleife, damit verbunden weniger Asphalt, mehr Feldweg und quer über den Sportplatz. Das bedeutete schwierigere Verhältnisse für die Athleten und hautnahe Spannung für die Besucher. So waren nicht nur die actionreichen Down-Hill-Momente bei den „Obstanlagen“ auf den Mountainbikes ein Publikumsmagnet.

Die Distanzen blieben derweil dieselben: insgesamt neun Kilometer Laufen und 15 Kilometer auf dem Bike. Unter dem diesjährigen Motto „Dirty Racing“, in Anlehnung an den bekannten Tanzfilm „Dirty Dancing“, waren das Logo wie die limitierten Cycling-Caps in Pink gehalten, zum Countdown lief passend das Lied „Time of my life“. Ob nun die Neuerungen oder das Altbewährte zum ausgebuchten Teilnehmerfeld führten, blieb offen, die Veranstalter freuten sich über das riesige Interesse und registrierten letztlich 234 Sportler solo wie 44 Staffel-Teams.

Und das Rennen hielt, was es versprach. Gerade die Strecke, die von den vielen Mountainbikes gerne umgepflügt wird und damit dem ganzen Duathlon seinen Namen verleiht, war durch die kalten, trockenen Tage zuvor festgefroren. Die milde Witterung am Samstag ließ dann alles aufweichen. Die matschigen Folgen lagen auf der Hand. Hinzu kam die neu gelegte zweite Laufstrecke auf dem Feldweg an der Murr entlang und direkt über den Sportplatz. Also viel näher an den Zuschauern im Stadion, die die Jahre zuvor von den letzten Kilometern meist nur den Zieleinlauf sahen. Das freute auch Frauen-Dauersiegerin Katharina Wolff, die zum vierten Mal in Folge das Dirty Race für sich entschied. Doch das sei kein Selbstläufer: „Ich bin immer wieder aufs Neue aufgeregt“, so die Deutsche Meisterin im Cross-Duathlon 2019 vom Tri-Team Heuchelberg. „Aber dass die neue Laufstrecke so schlammig wird, damit habe ich nicht gerechnet. Das hatte mit Laufen eigentlich nicht so viel zu tun“ – wovon die Matschklumpen an den Schuhen zeugten. Auch darum kam die neue Strecke gut an. „Das ist herausfordernder“, lachte Wolff, die das Rennen in 1:19:45 Stunden beendete und damit mehr als fünf Minuten Vorsprung auf Alexandra Rudl und die drittplatzierte Sophie Scheck hatte. „Und man nimmt vieles mit, die Zuschauer im Stadion sind zusätzlich motivierend. Nächstes Jahr also gerne nochmal so.“

Das wusste ebenso der Sieger bei den Männern, Malte Plappert (Tri-Team Heuchelberg). Mit einer Zeit von 1:04:15 Stunden gewann der Sieger von 2017 vor dem Zweitplatzierten Jörg Scheiderbauer und dem Deutschen Meister im Cross-Duathlon 2019, Jonas Hoffmann, der etwas überraschend nur auf dem dritten Rang landete. „Der neue Crosslauf ist super, mit den Zuschauern, aber auch der Möglichkeit, den Gegner übers Gelände zu sehen“, hob der 24-jährige Gewinner zusätzlich die taktische Komponente hervor. Denn in der ersten Runde lief Hoffmann mit einer Zeit von nur 15:19 Minuten allen davon und sah mit einem Vorsprung von über einer Minute schon wie der sichere Sieger aus, Plappert stellte auf dem Zweirad alles auf den Kopf: „Ich dachte, ich bekomme ihn nicht mehr. Auf dem Fahrrad konnte ich dann den Vorsprung rausholen.“

Hier stand ebenfalls eine Neuerung an: die sogenannte „Bergwertung“. Auf dem Fahrrad galt es, am schnellsten die Auffahrt „Obstanlage“ hinaufzukommen. Plappert bezwang den Berg in nur 1:13,7 Minute, fast vier Sekunden vor Scheiderbauer, acht vor Hoffmann. Zwar gewann der Sieger hier (noch) kein gepunktetes Trikot wie in der Tour de France, dennoch ging Plappert als erster und schnellster Bergsprinter in die Annalen des „Dirty Race“ ein.