Coronapandemie Hunde können laut Studie Long Covid erschnüffeln

Von Jana Matisowitsch
Dass spezielle Spürhunde eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln können, zeigten bereits frühere Studien. Foto: dpa/Philipp von Ditfurth

Den ausgezeichneten Geruchssinn von Hunden machen sich Menschen bereits in vielerlei Hinsicht zunutze. In einer Studie haben die Tiere nun zum Teil auch Long Covid erschnüffeln können.

Stuttgart - Hunde haben echte Supernasen. So verfügen Schäferhunde beispielsweise über rund 220 Millionen Riechzellen. Zum Vergleich: Menschen haben in etwa 10 Millionen solcher Zellen. Längst haben Menschen sich diese Anlage von Hunden zunutze gemacht, zum Beispiel für die Personensuche, für das Erschnüffeln von Rauschgift oder um Herrchen oder Frauchen, die an Diabetes leiden, vor einer Unterzuckerung zu warnen. In einer Studie haben die Vierbeiner nun zum Teil auch erkannt, ob jemand an Long Covid leidet. Das berichtet der Spiegel.

Demnach haben französische Forschende für eine auf dem Wissenschaftsserver medRxiv hochgeladene Studie Schweißproben von 233 Menschen gesammelt. Darunter waren 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Long Covid litten und zuvor eine symptomatische Covid-19-Erkrankung durchgemacht hatten. Jedoch musste niemand auf einer Intensivstation behandelt werden. Im Durchschnitt klagten die Personen seit rund 15 Monaten unter anderem über andauernde Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder neurologischen Einschränkungen.

Hunde schnüffeln an Schweißproben

Für die Untersuchung mussten die Long-Covid-Betroffenen vor der Dusche am Morgen eine Schweißprobe aus der Achsel nehmen und in einem Gefrierbeutel aufbewahren. In der Hochschule, in der die Studie vorgenommen wurde, schnüffelten zwei Hunde an diesen sowie an Proben aus der Vergleichsgruppe. Die Tiere seien speziell auf das Erkennen von Coronainfektionen trainiert. Bei 23 der 45 Long-Covid-Proben und keiner der Vergleichsproben hätten die Hunde angeschlagen. Als Erklärung dafür, wieso nicht alle Long-Covid-Proben erkannt haben, werden Qualitätsunterschiede erwogen.

Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstreichen die Ergebnisse die These, dass sich das Coronavirus bei einigen Long-Covid-Patientinnen und -Patienten dauerhaft einnistet. Zwar wurde die Untersuchung noch nicht von unabhängigen Fachleuten geprüft, doch bereits frühere Studien wie die der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) haben gezeigt, dass spezielle Spürhunde eine Corona-Infektion mit hoher Genauigkeit erschnüffeln können.