Café Drilling der Marbacher Weingärtner Der Saisonstart erfordert Improvisationstalent

Von Cornelia Ohst
Die Besucher ließen es sich im Café Drilling sichtlich gut gehen. Foto: avanti/Ralf Poller

Die Marbacher Weingärtner laden ab sofort wieder ins Café Drilling ein. Der Sonntag erweitert nun das wöchentliche Angebot. Auch der „Sundowner“ wird wieder angeboten.

Es hätte ein geglückter Saisonstart sein können: der Auftakt des Drillingscafés der Marbacher Weingärtner wurde von Frühsommerwetter begleitet. Auch die Terrasse war mit neuen Lounge-Möbeln und Liegestühlen hergerichtet und das Personal freute sich auf die Gäste und „eine neue, schöne Saison“ – ohne Coronakapriolen.

Einzig die weiteren Begleitumstände sprachen gegen einen unkomplizierten Start des Cafés, das ab sofort auch am Sonntag die Türen öffnet. Es war der Stromausfall, der nach einem Brand viele Gebiete in Marbach betraf und nicht nur für eine erschwerte Anreise sorgte, sondern auch den Einfallsreichtum der Mitarbeiter forderte. Überdies machte er eine Reduktion der Speisekarte nötig.

Wurstsalat statt Flammkuchen und ein Akustik-Set

Die Küche blieb nämlich kalt und so mussten Flammkuchen und Ofenkartoffeln entfallen. Dafür wurde Wurstsalat und ein mediterraner Teller aufgetischt. Den Kaffee zum Kuchen haben die Helfer kurzerhand andernorts kochen und in Thermoskannen dorthin liefern müssen, wo die Besucher es sich auf der Terrasse gut gehen ließen, wie „Café-Chefin“ Heidrun Entenmann am Nachmittag berichtete. Glücklich zeigte sie sich außerdem darüber, dass es „alle neuen Weine geschafft haben, noch in dieser Woche einzutreffen. Nun können die Weine zur Verkostung angeboten werden.“

Auch „Rolf und die mit dem Hut“, das Duo, das zum Saisonstart musikalische Töne anschlug, hätte eigentlich Strom benötigt. Gitarrist Rolf Schmiedel besorgte sich aber spontan einen batteriebetriebenen Verstärker und Ruth Smith bearbeitete lustvoll die Cajon, während die beiden ihre Songs aus einem bunten internationalen Repertoire zum Besten gaben. „Auch Alpenrock ist etwa dabei“, betonte Ruth Smith, die in Leonberg wohnt und viel Spaß am gemeinsamen Tun ausstrahlt.

Viel Freude trotz Improvisationen

Ein Damenquartett aus Pleidelsheim hat offensichtlich trotz der Improvisationen viel Freude an dem Angebot der Weingärtner. „Wir sind Stammgäste und waren auch in den vergangenen Jahren regelmäßig hier. Es ist schön, dass wir wiederkommen können“, erklärte ein Mitglied aus dem vierköpfigen 80-Plus-Team, das von einer verstorbenen Freundin für den „Drilling“ angeworben worden sei. Seinen Namen verdankt das Café übrigens einem gleichnamigen Holzständer, mit dem sich gleich drei Gläser bequem transportieren lassen. „Das behalten wir bei, weil es uns so gut gefällt“,stellte Erna Stätter entschieden fest, die als Fahrerin auserkoren worden: „Wir wechseln uns nämlich mit dem Fahren ab.“

Lesen Sie aus unserem Angebot: „Wein gibt’s dank Automat rund um die Uhr“

Das Drillingscafé ist mittwochs von 14 bis 19 Uhr , donnerstags von 14 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am jeweils ersten Donnerstag im Juni, Juli und August gibt es ab 17 Uhr den „Sundowner“ mit Musik.