Busverkehr in Rielingshausen Die Beschwerden reißen nicht ab

Von
Vor allem morgens wird es mit dem Bus oft ziemlich knapp von Rielingshausen zur S-Bahn. Foto: /Werner Kuhnle

Zur S-Bahn wird es auf der Linie 457 oft knapp. Morgens fahre der Bus schon im Teilort verspätet los, monieren einige Nutzer. Das zuständige Unternehmen sieht das Problem allerdings im Berufsverkehr.

Marbach-Rielingshausen - Auch nach dem Fahrplanwechsel und einigen notwendigen Anpassungen reißen die Beschwerden über die Linie 457 von Rielingshausen nach Marbach nicht ab. „Vor allem morgens ist es immer noch sehr chaotisch“, berichtet Marvin Braunbeck. Leider sei es „normal, dass der Bus morgens eigentlich immer sechs Minuten zu spät kommt und man oft nur mit Durchrennen die S-Bahn erreicht“. Ärgerlich sei, wenn im ohnehin verspäteten Bus vom Busfahrer eine Fahrkartenkontrolle durchgeführt werde.

Schüler und Pendler sind auf die Pünktlichkeit des Busverkehrs angewiesen. „Die Leute müssten zuverlässig zu den S-Bahnen gebracht werden.“ Etliche Pendler fahren mit dem Auto nach Marbach, wohl wissend, dass es am Bahnhof zu wenig Parkplätze gibt.

Dass vergangene Woche beim Blitzeis auch der Bus nicht fahren konnte, sei nachvollziehbar. Mit völligem Unverständnis reagierten die an der Bushaltestelle Wartenden jedoch auf die Tatsache, dass der reguläre Bus nicht gekommen ist, ein leerer Wagen mit der Aufschrift „Betriebsfahrt“ dann aber einfach durchgefahren ist. „48 Minuten in der Kälte bei Regen auf den nächsten Bus warten zu müssen, ist eine neue Meisterleistung“, moniert Braunbeck. Was viele Busnutzer noch nicht wissen: Die Fahrten werden seit dem Fahrplanwechsel von einem neuen Unternehmen geleistet. Die Regionalbus Stuttgart (RBS) hat die Fahrten an die Tochtergesellschaft, das Omnibusunternehmen Friedrich Müller, weitergegeben. Die Probleme auf der Linie sind aber die alten geblieben. Auch bisher gab es schon Beschwerden aus Rielingshausen und dem Hörnle, dass der Bus verspätet losfährt beziehungsweise auf der Strecke zu viel Zeit verliert, sodass der Anschluss an die S-Bahn zum Problem wird.

Axel Koffmane, Verkehrs- und Betriebsleiter beim Omnibusunternehmen Friedrich Müller, sieht die Probleme auf der Linie 457 darin, dass die Zufahrt zum Marbacher Bahnhof in der Rielingshäuser Straße oft durch Ausweichverkehr von der Autobahn verstopft sei. Zudem sei die Ampelschaltung an den Kreuzungen vor dem Bahnhof ungünstig. „Mag sein, dass hier und da eine S-Bahn nicht erreicht wird. Aber im Regelfall fährt der Bus pünktlich.“ Im Fahrplan sei schon ein Puffer enthalten. So sind im Hörnle zehn Minuten Wartezeit eingeplant.

Durch den Viertelstundentakt der S-Bahn mache es „keinen großen Unterschied“, so Koffmane, „wenn der Bus ab und zu verspätet am Bahnhof ankommt“. Mit dem neuen Fahrplan gebe es morgens mehr Fahrten zur und nachmittags mehr von der S-Bahn weg. Dass der Bus auf dem Rückweg leer fahre, um rechtzeitig im Takt die nächste S-Bahn anbinden zu können, führe bei Wartenden mitunter zu Verärgerung. „Das ist nicht unsere Absicht, die Leerfahrten sind aber durch die Kopplung der Linien notwendig.“

Der Marbacher Bürgermeister ist Jan Trost ist „nach wie vor unzufrieden mit den Taktzeiten vor allem morgens in der Hauptverkehrszeit“. Nachdem schon in der Ortschaftsratssitzung in Rielingshausen im November die Unpünktlichkeit der Busse thematisiert worden war, habe man vor Weihnachten eine Beschwerde an den Aufgabenträger im Landratsamt geschickt. „Leider haben wir da bislang keine Antwort bekommen.“

Von dieser Beschwerde weiß Koffmane nichts. Man sei aber „bemüht, die technischen Schwierigkeiten auszumerzen. Wir sind dran, unsere Qualität zu verbessern und die Linien- und Taktzeiten einzuhalten.“

Mehr zum Thema