Bürgermeisterwahl in Beilstein Gottfried Göbbel wirft das Handtuch

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Gottfried Göbbel, Barbara Schoenfeld und Georg Kobiela (von links) haben zu ihren Ergebnissen nun Bilanz gezogen. Foto: KS-Images.de

Derzeit sieht es so aus, als ob sich am 11. April die Bürgermeisterwahl von Beilstein zwischen Georg Kobiela und Barbara Schoenfeld entscheiden wird. Die beiden Favoriten bereiten sich auf den weiteren Wahlkampf vor, der Drittplatzierte kandidiert dagegen nicht mehr weiter.



Beilstein - Beilstein wird erst am 11. April einen neuen Bürgermeister küren, da kein Kandidat die erforderlichen 50 Prozent erreicht hat. Was schon jetzt feststeht: Ein Name wird nicht mehr auf dem Wahlzettel stehen: Gottfried Göbbel hat entschieden, nicht mehr anzutreten: „Ich respektiere das Wählervotum, das eindeutig auf eine Entscheidung zwischen zwei Bewerbern hindeutet.“ Er sei sehr dankbar für 15,68 Prozent, sein Ziel habe er sich aber im Vorfeld klar mit „20 Prozent plus x“ gesteckt, was er nicht erreicht habe: „Ich stehe dann zu meinem Wort.“ Seine Themen und Werte seien wohl nicht so angekommen wie erhofft. Außerdem gibt es noch ein weiteres schönes Argument: „Mein familiärer Hintergrund hat sich geändert: Meine Verlobte und ich werden Eltern.“ Abgeschlossen habe er mit der Politik aber deshalb nicht, er wolle abwarten, was die Zukunft noch so mit sich bringe.

Das Zünglein an der Waage?

Vor allem für die beiden Favoriten Georg Kobiela und Barbara Schoenfeld dürfte das eine spannende Wendung sein: Denn die 510 Stimmen des Mitbewerbers entsprechen punktgenau deren aktueller Differenz und könnten am 11. April also das Zünglein an der Waage werden. Doch bevor es wieder in den Wahlkampf geht, steht beim Sieger Georg Kobiela erst mal Organisationsarbeit an, wie der erklärt: „Es war ja eine gewisse Unwägbarkeit da und ich arrangiere nun meine Termine und die Arbeite neu.“ Die 46,99 Prozent seien ein großer Vertrauensbeweis, zumal die Stimmungslage coronabedingt nicht so hautnah im Vorfeld zu erleben war wie bei anderen Wahlen: „Ich bin sehr zufrieden damit, wie es aktuell aussieht.“ Eine Bürgermeisterwahl müsse sich nicht im ersten Wahlgang entscheiden. Was die nächsten Wochen angeht, plane er noch weitere digitale Stadtgespräche. Aber auch das persönliche Gespräch suche er weiter – besonders in den Teilorten, wo er doch deutlich hinter Schoenfeld zurücklag.

Einen Grund sehe er darin, dass die digitalen Angebote hier schon durch die Breitband-Problematik hinter der Präsenz zurückfallen, was er nun angehen möchte. Wichtig sei ihm aber vor allem eines: ein sachlicher und respektvoller Wahlkampf. „Und an die Bürger: Bitte       gehen Sie im April wieder wählen!“

Guter Startpunkt für zweiten Wahlgang

Barbara Schoenfeld hat ihr Ergebnis von 31,45 Prozent am Wahlabend mit ihrem Mann bei einem Glas Wein gefeiert: „Ich bin nach wie vor glücklich über das Ergebnis und gehe mit Freude in den zweiten Wahlgang.“ Wie sie die Wochen    bis zum 11. April angehen wolle, damit werde sie sich in den nächsten Tagen ganz intensiv auseinandersetzen – wobei dies auch vom Bewerberfeld abhänge: „An der Art und Weise selbst werde ich aber nicht viel ändern, da sich diese bewährt hat.“ Das gilt besonders in den Teilorten, wo sie immerhin 47,64 Prozent geholt hat. Hier habe sie auch ihre Haustürbesuche gestartet und dabei anteilig mit besonders vielen Bürgern persönlich sprechen können, so Schoenfeld: „Ansonsten werde ich jetzt Infos sammeln und über mein weiteres Vorgehen entscheiden.“ Die Stimmen werden im zweiten Wahlkampf zum Teil neu verteilt: „Und diesmal starte ich nicht bei Null, sondern mit über 1000 Stimmen. Das ist doch ein ganz guter Startpunkt.“

Entscheidung zur Kandidatur noch offen

Offen ist dagegen weiterhin, ob am 11.  April auch Björn Mischiok wieder zur Wahl antreten wird: „Ich habe mich noch nicht entschieden.“ Der Beilsteiner hatte am Sonntag immerhin 123 Bürger von sich überzeugt und 3,78 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können.

Hier gibt's alle Infos zur Bürgermeisterwahl in Beilstein