Bottwartal/Handball Dem schlechtesten folgt das beste Spiel

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Die A-Jugend-Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal sind unter den besten 16 Teams in Deutschland. Foto: privat

Zwei Niederlagen für die SG Schozach-Bottwartal zum Vorrunden-Ende der A-Jugend-Bundesliga. Die Qualifikation ist trotzdem geschafft.

Bottwartal - Die Entscheidungen waren schon vor dem dritten und letzten Spieltag gefallen. In der Vorrundengruppe 8 der weiblichen A-Jugend-Bundesliga hatten die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal hinter Bayer Leverkusen und vor der TSG Ketsch Platz zwei und damit die Qualifikation für die nächste Runde sicher. „Daher sind wir auch erst morgens nach Ketsch gefahren, obwohl das erste Spiel gegen die Gastgeber schon um 11 Uhr war. Das ist vermutlich auch ein Grund gewesen für die schlechte Leistung“, erklärt Trainer Michael Stettner. Von Beginn an lief bei den SG-Mädels nichts zusammen. „Niemand hatte Normalform. Es gibt so Spiele, in denen überhaupt nichts funktioniert. Da wirst du als Trainer verrückt, weil du machen kannst, was du willst. Egal wie ich gewechselt habe, alle haben sich angepasst.“ Nach einem 4:4-Zwischenstand lag die SG plötzlich mit 4:9 hinten, zur Pause stand es 9:15. Nach dem Wechsel dauerte es über 20 Minuten, ehe das Team von Michael Stettner überhaupt mal wieder das Tor traf. „Ganz schwach war die Körpersprache von uns. Ketsch war viel motivierter und wollte nicht mit null Punkten ausscheiden“, ärgert sich der SG-Coach über die Einstellung bei seinen Schützlingen, die am Ende mit 11:23 (9:15) untergingen.

Im Anschluss folgte nun wieder die Partie gegen das übermächtige Team von Bayer Leverkusen. „Wie ich am Wochenende erfahren habe, hat Leverkusen in der A-Jugend seit dreieinhalb Jahren kein Punktspiel mehr verloren“, beschreibt Stettner die Kräfteverhältnisse. Doch davon war in der Partie gegen seine Mannschaft an diesem Tag nicht viel zu sehen. „Das war vermutlich das beste Spiel, das die Truppe unter mir bislang hingelegt hat. Hauptgrund war eine ganz andere körperliche Präsenz. Da hatte jede Bock, jede hat alles reingehauen und wollte das erste Spiel dieses Tages vergessen machen.“ Von Beginn an hielt die SG Schozach-Bottwartal mit dem amtierenden Deutschen Meister mit und lag zwischenzeitlich sogar mit 9:5 vorne, zur Pause stand es 13:12. Auch nach dem Wechsel hielten die SG-Mädels die Partie offen, noch fünf Minuten vor dem Ende stand es 21:21. „Dann hatten wir allerdings eine Zeitstrafe gegen uns. Und im Gegensatz zu Leverkusen hatten wir ja schon ein Spiel in den Beinen. Daher hat uns dann die Kraft gefehlt, um uns für dieses geile Spiel mit einem Punkt zu belohnen. Trotzdem: Kompliment für diese 50 Minuten Handball vom Feinsten“, lobt Michael Stettner sein Team nach dem 22:24.

Der SG-Nachwuchs steht nun unter den besten 16 Teams in Deutschland und spielt am 19./20. Dezember sowie am 6./7. Februar gegen den HC Leipzig, die HSG Bensheim/Auerbach und den TV Aldekerk. Und ganz „nebenbei“ tritt die Mannschaft ja auch noch in der BWOL an, der höchsten Spielklasse in Baden-Württemberg. „Wir sind hier bislang nicht so fokussiert, wie ich mir das vorstelle und haben bislang ,nur’ 5:5 Punkte. Aber es ist noch nichts entschieden, das Ziel ist, unter die ersten Vier zu kommen“, sagt Michael Stettner. Dafür seien zwei Punkte am kommenden Sonntag um 13 Uhr in der Beilsteiner Langhanshalle gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim/Gondelsheim sehr wichtig. „Danach machen wir vermutlich eine kleinere Pause, um die Köpfe etwas frei zu bekommen“, kündigt der SG-Trainer an.