BM-Wahl in Erdmannhausen Erst ein Kandidat: Schock und Zuversicht

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Noch gibt es erst eine Bewerbung für den Chefsessel im Rathaus. Foto: Werner Kuhnle

Erdmannhausen - Bislang hat erst ein Bewerber seine Unterlagen abgegeben. Das stimmt die Fraktionen nachdenklich.

Es tut sich nichts in Erdmannhausen. In weniger als vier Wochen ist Bewerbungsschluss  für die Bürgermeister-Wahl am 15. März – und gerade mal einer hat seinen Hut in den Ring geworfen: Marc Fuchs aus Kleinbottwar (siehe auch Bericht oben). Er war schon vor dem Startschuss im Dezember an die Öffentlichkeit gegangen und hatte mitgeteilt, dass er seine Bewerbung um die Nachfolge von Birgit Hannemann abgeben würde. Was er auch getan hat.  Birgit Hannemann selbst hatte im Oktober bekannt gegeben, sich aus familiären Gründen nicht um eine zweite Amtszeit zu bewerben (wir berichteten). 
Seither hat aber niemand mehr Interesse am Erdmannhäuser Bürgermeister-Job angemeldet.  Was zunächst auch für keinen allzu überraschend kam – Stichworte Weihnachtszeit und Jahresbeginn. Doch langsam kommt der eine oder andere ins Grübeln, weil sich an der Kandidatenfront noch immer nichts getan hat. Matthias Rogel,der neue Sprecher der Freien Wähler, sagt etwa: „Wir sind mehr als schockiert, dass offenbar kein Interesse besteht“. Seine Fraktion habe deshalb „die Fühler ausgestreckt und hofft auf Reaktionen“. 
Auch Hans-Georg Götz, Sprecher der SPD im Gemeinderat, macht sich langsam Gedanken. „Es treibt einen schon die Sorge um, dass die Bürger keine Auswahl haben werden.“ Dass  „eine Gemeinde wie Erdmannhausen das Problem haben würde, dass sich nicht mehrere geeignete Kandidaten melden, hätte ich nicht gedacht“. Vielmehr sei er davon ausgegangen, dass sich nach dem Jahreswechsel bald zwei bis drei Bewerber melden. Nun hofft er, dass in der restlichen Zeit noch ein „angemessenes Bewerberfeld zusammenkommt, auch wenn wir nicht aktiv auf der Suche sind“. 
Martina Glees-Brück, Sprecherin der Grünen-Fraktion, findet die momentane Situation „nicht so prickelnd“. Sie würde sich freuen, wenn die Bürger eine Auswahl hätten. „Aber man kann sich ja keinen Kandidaten backen.“ Die Tatsache, dass es an der Rathausspitze bald eine vakante Stelle gibt, „haben wir gestreut, auch wenn wir nicht aktiv gesucht haben. Aber ich hoffe einfach, dass noch jemand kommt.“
Das hofft man auch bei der CDU. Rainer Kleinknecht, Fraktionssprecher im Gemeinderat, findet es „komisch, dass sich fast niemand gemeldet hat“. Allerdings, räumt er ein, müsse man auch die Belastung sehen, die solche Ämter mit sich bringen. 
CDU-Urgestein und Kreisrat Horst Stegmaier hat beobachtet, „dass die Bereitschaft, Bürgermeister zu werden, nicht mehr so hoch ist“. Viele Jüngere wollten mehr Freizeit und würden die Stelle eines Amtsleiters oder Beigeordneten vorziehen. Stegmaier plädiert daher dafür, dass ein Bürgermeister nicht unbedingt  im Ort wohnen und auch nicht bei jeder Vereinsversammlung oder bei jedem Geburtstag gewesen sein muss. „Die Erwartung bei den Leuten ist da, aber davon muss man Abschied nehmen. Bürgermeister brauchen auch ein bissle Freizeit.“
Was die momentane Situation in Erdmannhausen angeht, so bleibt Horst Stegmaier Optimist. „Es gibt sicher Leute, die Interesse an der Bürgermeister-Stelle haben, die aber noch nicht so weit sind.“ Es sei ja noch Zeit bis zum Bewerbungsschluss am 17. Februar. Auch auf den letzten Drücker könne man sich noch bewerben, so Stegmaier. „Da kommt noch wer“, ist er sich sicher, wobei auch er einräumt, etwas überrascht zu sein, dass bisher erst eine Bewerbung eingegangen ist.  Bewerber mit Verwaltungshintergrund wünschen sich übrigens alle Befragten unisono.