Blickwinkel zum Wochenmarkt City-Einzelhändler nicht vergessen

Von Karin Götz
Der Parkplatz am Gymnasium bietet Platz für alle und viel Grün. Foto: avanti

Der Standort beim Gymnasium für den Marbacher Wochenmarkt am Samstag ist gut. Die City darf aber nicht vergessen werden. Kunden, Verwaltung, aber auch die Einzelhändler selbst sind gefragt.

Marbach - Die Premiere des samstäglichen Einkaufs auf dem Parkplatz des Marbacher Gymnasiums ist gelungen. Die Atmosphäre war gut, die Kunden und Marktbeschicker waren entsprechend zufrieden. Ich kann sie verstehen. Auch mir hat der Einkauf Spaß gemacht. Anders als in der Innenstadt hatte ich alle Stände beieinander. Anders als in der Innenstadt bot das Grün der Bäume ein besonderes Flair.

In die Freude über den neuen Standort mischt sich aber auch eine große Portion Sorge um die Zukunft der Einzelhändler im Herzen der Stadt. Haben sie in der Vergangenheit immer vom samstäglichen Treiben in der Innenstadt profitiert, so werden einige von ihnen jetzt womöglich die Verlierer sein. Dabei hat Corona sie schon bluten lassen.

Bonusheft soll in die Stadt locken

Ein Paket an Aktionen wurde seitens der Stadt geschnürt. Wer in einem der teilnehmenden Geschäfte mehr als fünf Euro ausgibt, erhält einen Sticker für ein Bonusheft. Für ein volles gibt es einen Schillergutschein. Kitakinder haben in der Woche vor dem Ersten Advent die Möglichkeit, einen Baum zu schmücken und erhalten dafür Diamanten, die sie am Ende der Sanierungsmaßnahme gegen einen Gutschein für ein KSK-Sparbuch einlösen können. Darüber hinaus wurde www.marbach-schillert.de ins Leben gerufen. Die Website soll Kommunikations- und Infoplattform sein. Doch die Homepage ersetzt nicht die direkte Kommunikation und verlässliche Transparenz.

Kommunikation ist wichtig

Am Dienstag fand ein erstes Baustellenvesper statt. Die Erwartungen der Einzelhändler wurden dabei enttäuscht, sie hatten mehr von der Einladung erwartet, die Lust auf „die Zeit der Weiterentwicklung des Herzens unserer Stadt in die Zukunft“ machen sollte. Es gab weder eine Ansprache noch Informationen vor versammelter Runde. Das ist zu wenig und erinnert einmal mehr an ein Marbacher Grundproblem der Verwaltungsspitze: die Kommunikation.

Zur Sanierung der in die Jahre gekommenen Fußgängerzone gibt es keine Alternative. Das muss allen klar sein. Und es liegt an uns allen, dass die Einzelhändler in der City am Ende nicht die Verlierer sein werden. An der Verwaltung, den Selbstständigen selbst und uns Kunden. Also was spricht dagegen, den Besuch auf dem Samstagsmarkt mit einem Einkauf, einem Kaffee oder einem Tee in der Stadt zu verbinden? Nichts.

Teeladen macht kreative Aktion

Die Aktion des Teeladens, sich samstagvormittags durchs Sortiment probieren zu können und dazu noch Scones und Gurkensandwiches zu genießen, find’ ich klasse. So geht kreatives Eigenengagement – das wir Kunden belohnen sollten.