Blickwinkel zu den Weihnachtshäusern Sehenswertes Überbleibsel

Von Andreas Hennings
Das Weihnachtshaus in Höpfigheim zieht viele neugierige Blicke auf sich. Foto: Werner Kuhnle

Wenn im Advent auch fast alles abgesagt ist, die Weihnachtshäuser bleiben.

Marbach/Bottwartal - Dunkelheit, Regen, Kälte. Wirklich angenehm ist es in der vorweihnachtlichen Zeit draußen ja selten. Wenn es wenigstens schneien würde . . . Jetzt, wo auch noch die Weihnachtsmärkte mit ihren geschmückten Buden und Bäumen und den Weihnachtsklängen wegfallen. Wo auch das Anstoßen mit Glühwein oder Punsch und der Verzehr von gebrannten Mandeln warten muss. Und wo in den Kindergärten auf den gemeinsamen Laternenlauf verzichtet werden musste, da droht die Zeit bis Heiligabend eine triste Angelegenheit zu werden. Zumal von der „normalen“ Adventszeit das bleibt, auf das man am ehesten verzichten könnte: Stress in überfüllten Shoppingcentern, auf der hektischen Jagd nach Geschenken.

Wie schön ist es in dieser Gemengelage doch, dass es Überbleibsel gibt, die uns wie früher in Adventstimmung versetzen. Die Licht ins triste Dunkel bringen. Oder besser gesagt: sehr viel Licht. Wie die auffällig und liebevoll geschmückten Wohnhäuser, die Jahr für Jahr mit all ihren Lichtern und ihren leuchtenden Figuren in ihren Bann ziehen. Im Lembergerweg in Erdmannhausen etwa, worüber wir in unserer Freitagsreportage berichteten. Oder in den Oberen Seewiesen in Höpfigheim, dezent begleitet von Weihnachtsklängen. Um Beispiele zu nennen.

Vor allem die Details begeistern

Und wer einen besonders abwechslungsreichen Lichterzauber erleben möchte, wird wieder im Weihnachtswunderland in der Jagststraße in Asperg fündig. Hier kann unter Einhaltung der 2-G-Plus-Regel die kunterbunte Welt im Garten aus nächster Nähe besichtigt werden. Der Abstand sollte natürlich, wie vor den anderen Weihnachtshäusern auch, eingehalten werden.

Nun sind diese Lichterwelten bekanntlich Geschmackssache. Der eine hält sie für übertrieben, dem anderen fehlt Besinnlichkeit, der andere denkt an die Stromkosten und der andere sagt: die Amis wieder! Mir geht’s anders. Mich faszinieren vor allem die vielen kleinen Details, die man bei genauem Hinsehen entdeckt. An denen deutlich wird, wie viel Zeit, Hingabe und Hirnschmalz aufgebracht wurde, um das Gesamtkunstwerk zu schaffen. Wie bei einer Modelleisenbahn. Und in Anbetracht dessen, dass es Weihnachtsbäume erst seit dem Mittelalter gibt, der Adventskranz noch später erfunden wurde, und selbst vor der Geburtskirche in Bethlehem inzwischen ein bunt blinkender Weihnachtsbaum steht, wird deutlich, dass es Veränderung rund um Weihnachten immer gegeben hat. Geschmackssache bleibt’s trotzdem. Aber wer weiß, vielleicht wurden damals ja auch Weihnachtsbäume zunächst als „neumodisches Glump“ betitelt.