Betreuungsplätze in Großbottwar werden knapp Kindergarten-Plätze werden Mangelware

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Der Kindergarten Hof und Lembach bekommt eventuell einen Anbau. Foto: Werner Kuhnle

Dieses Jahr reicht es gerade noch so. Doch schon 2021/22 droht ein Engpass bei den Kindergartenplätzen. Deshalb macht sich die Kommune Gedanken darüber, wie frische Kapazitäten geschaffen werden könnten.

Großbottwar - Zumindest, was das laufende Kindergartenjahr anbelangt, können die Verantwortlichen bei der Stadt Großbottwar ein wenig durchschnaufen. Bei den Plätzen für über Dreijährige hat man noch einen gewissen Puffer. Im U-3-Bereich steht zwar rechnerisch ein kleines Minus in der Bedarfsplanung, doch in der Praxis werde man diese Lücke voraussichtlich schließen können, sagte Hauptamtsleiterin Mona Trinkner nun im Verwaltungsausschuss.

Kritisch dürfte es laut Trinkner aber spätestens 2021/22 werden. Denn dann droht sowohl bei den ganz kleinen als auch bei den größeren Mädchen und Jungen ein Engpass in puncto Plätzen. Ganz zu schweigen davon, dass auch die Nachfrage nach Ganztagsangeboten zunehmend die Nachfrage übersteigt. „Wir wissen nicht, ob unsere Prognosen wirklich so eintreten, aber ich denke, durch die Neubaugebiete wird die Zahl der Kinder nach oben gehen. Deshalb ist es berechtigt, das in der Berechnung zu berücksichtigen“, sagte Trinkner. Die geburtenstarken Jahrgänge müssten auch in die Kalkulation eingepflegt werden.

Auf diese Gemengelage will die Stadt mit verschiedenen Maßnahmen reagieren. Ein Schlüssel könnte sein, den Kindergarten in Hof und Lembach um eine Gruppe zu erweitern. Eine Einrichtung, die ohnehin schon fast chronisch überbelegt ist. Aktuell würden dort 34 Mädchen und Jungen betreut, 28  wären das Normalmaß, sagte die Kindergartenfachberaterin Cornelia Ostwald. Im Sommer wechselten auch nur acht Kids auf die Schule. Und auf der Interessenten-Liste stünden schon wieder mehr als die zwei Kandidaten, die man eigentlich im Gegenzug nur aufnehmen darf. Zudem sind in Hof und Lembach überproportional viele Geburten zu verzeichnen.

Überdies soll im Ort ein Neubaugebiet entwickelt werden. Manuela Sommer von den Freien Wählern meldete aber sogleich Bedenken an, dass ein Anbau in Hof und Lembach überhaupt möglich wäre. „Das kann ich mir da gar nicht vorstellen. Da geht auch viel Garten verloren. Man wäre dann pädagogisch sehr eingeschränkt“, meinte sie. Bürgermeister Ralf Zimmermann hatte allerdings zuvor schon versichert, dass in der Sache nichts beschlossen sei. Man wolle nun in einem allerersten Schritt mit einem Budget von 15 000 Euro prüfen lassen, was auf dem Areal denkbar wäre. Für diese Summe bekomme man auch nur eine Skizze und keine detaillierte Planung, stellte er klar. „Es gibt keine fertigen Pläne, das muss man vor Ort schauen“, sagte auch Mona Trinkner, die zudem versicherte, dass man mit dem Thema in den Technischen Ausschuss gehen werde, wenn es konkreter werde.

Schon weiter ist die Stadt, was den Umbau des Kindergartens in Winzerhausen anbelangt. Dafür liegen bereits Planungen in der Schublade. Mona Trinkner appellierte daran, das Vorhaben auch recht schnell zu realisieren. Denn auf der Einrichtung im Stadtteil ruhen große Hoffnungen. Dort soll im Rahmen der Umgestaltung nämlich eine neue Ganztagsgruppe entstehen, womit die große Nachfrage nach dieser Betreuungsform etwas abgefedert werden könnte. Außerdem kann man sich vorstellen, in Winzerhausen weitere Kleinkinder in einer altersgemischten Gruppe aufzunehmen. Hier besteht generell noch der größte Puffer mit 15 freien Plätzen 2020/21. Manuela Sommer hat aber Zweifel, dass die Karte Winzerhausen wirklich so stark stechen kann, wie die Stadt es sich erhofft. „Das klingt wie ein Wunschkonzert. Es soll alles Mögliche angeboten und gemacht werden“, sagte sie. Grundsätzlich sei es auch richtig, dort den Hebel anzusetzen, weil Kapazitäten brach lägen. Ob das aber angenommen werde, stehe auf einem anderen Papier. Insofern plädierte sie dafür, zunächst den Bedarf bei den Müttern und Vätern abzuklopfen und zu erfragen, ob diese tatsächlich ihren Nachwuchs aus der Kernstadt dorthin fahren würden.

Cornelia Ostwald bestätigte, dass der Wunsch der Eltern ein wichtiger Punkt sei. Die aktuellen Betreuungszeiten in Winzerhausen entsprächen oft nicht dem, was sich die Eltern vorstellen. Manchmal stehe auch kein Auto zur Verfügung, um die Kinder in den Stadtteil zu fahren. Deshalb habe man dort auch noch einen Puffer. Thomas Stigler von den Freien Wählern betonte allerdings auch, dass man nicht alle Erwartungen erfüllen könne.