Beratung für Verschuldete Neue Anlaufstellen bei Geldproblemen

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Arbeiten Hand in Hand: Alf Scheible und Sandra Schröder vom Landratsamt sowie Rainer Bauer und Willi Kemmler von der Diakonischen Bezirksstelle (von links). Foto: Andreas Hennings

Das Landratsamt und die Diakonische Bezirksstelle kooperieren bei der Beratung von Personen, die tief in den Schulden stecken. Man ordnet unter anderem mit den Betroffenen Unterlagen, geht zur Bank und listet die Gläubiger auf.

Marbach/Großbottwar - Egal, ob das Geld vorübergehend fehlt, etwa weil das Auto kaputtgegangen ist, oder langfristig, wenn eine Privatinsolvenz vielleicht der letzte Ausweg ist: Beratung kann entscheidend weiterhelfen, damit Menschen aus ihrer finanziellen Notlage finden. Eine Anlaufstelle gibt es hierfür ab sofort in der Bahnhofstraße 10 in Marbach, den neuen Räumen der Diakonischen Bezirksstelle: Hier bündeln das Landratsamt, das seither in Ludwigsburg eine Schuldnerberatung anbietet, und die Diakonie, die seit einem Jahr Schuldnerbegleitung im Portfolio hat, ihre Kräfte. Menschen, die Schulden haben, finden hier Hilfe.

„Die Wohnortnähe ist für viele Menschen, die finanzielle Probleme haben, eine große Hilfe“, hat Willi Kemmler festgestellt, der gelernter Bankkaufmann ist und sich vor einem Jahr nach einem Artikel unserer Zeitung bereit erklärte, für die Diakonie als ehrenamtlicher Schuldnerbegleiter tätig zu werden. Sprich: Er setzt sich mit den Klienten an einen Tisch, ordnet ihre Unterlagen, geht mit ihnen zur Bank, listet ihre Gläubiger auf. „Herr Kemmler ist ein echter Glücksfall für uns“, sagt Rainer Bauer, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle, entsprechend. „Er ist für die Betroffenen ein wichtiger Ansprechpartner. Sie wissen: Hier kümmert sich jemand um mich.“

Auch das Landratsamt nimmt diese Vorarbeiten üblicherweise in die Hand. „Wir stehen aber sehr unter Zeitdruck“, sagt Alf Scheible, dortiger stellvertretender Geschäftsteilleiter in der Schuldnerberatung. Er ist daher froh über die Kooperation mit der Diakonie, die von nun an erster Anlaufpunkt für die Betroffenen aus Marbach und Umgebung ist, bevor sie ans Landratsamt verwiesen werden. „Es ist Gold wert, wenn uns die Vorbereitung abgenommen wird und die Menschen schon wissen, was auf sie zukommt. Das Ziel von uns allen ist dasselbe: Dass die Menschen aus den Schulden kommen.“

Die Zusammenarbeit initiierte Bezirksstellen-Geschäftsführer Rainer Bauer. „Ich hatte gehört, dass das Landratsamt bei diesem Thema in die Fläche gehen möchte und habe angefragt.“ Er stieß auf offene Ohren. Kein Wunder, gibt es das Angebot doch in Vaihingen, Ditzingen und Besigheim, nicht aber im Nordosten des Kreises. „Da war ein weißer Fleck“, sagt Alf Scheible. Verdichtet wird das Netz an Anlaufstellen zudem künftig durch das Rathaus Großbottwar. Scheible: „Hier werden wir im monatlichen Wechsel mit Marbach einen Ansprechpartner haben.“