Benningen Teile werden passend zur Produktion geliefert

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In die von der Firma Panattoni Europe im vergangenen Sommer gebauten Halle ist inzwischen Lila Logistik eingezogen. Foto: Archiv (Oliver von Schaewen)

Benningen - Der Dienstleister Lila Logistik mit Hauptsitz in Ottmarsheim und Standorten unter anderem in Marbach versteht sich als weitaus mehr als nur eine Spedition. Vorstandsvorsitzender Michael Müller stellte gestern den neuen Standort in den Benninger Krautlosen vor. In der 191 Meter langen und rund 70 Meter breiten Halle werden Teile für die Automobilbranche; Industrie, Elektronik und weiteren Bereichen nicht nur gelagert, sondern auch umgepackt. „Unser Bestreben ist, dem Kunden die Waren passgenau so zu liefern, wie sie für die Produktion gebraucht werden.“

„Waren zu bewegen ist Teil unseres Wohlstands“, sagt Müller nachdenklich, der seine Dienstleistung mitunter auch philosophisch betrachtet. Verkehrsströme und Güter sollen so gebündelt werden, dass die Auslastung der Lastwagen und Lager möglichst hoch ist. Wenn der Betrieb am 1. Mai in vollem Umfang aufgenommen wird, könne man mit 30 bis 40 Lkw-Fahrten täglich rechnen.

Bürgermeister Klaus Warthon, der gestern beim Besuch mit dabei war, will daher nicht nur auf „die nicht ganz unauffälligen Fahrzeuge“ hinweisen. „Wir freuen uns, dass eine Firma mit diesem Rang nach Benningen gekommen ist.“ Es sei lange unklar gewesen, was auf der seit dem Großbrand der Firma Breckle im Jahr 1996 brach liegenden Fläche passieren wird.

Da die Fläche nicht im Besitz der Gemeinde war, habe man wenig Einfluss auf die Nutzung gehabt. Nun hat ein Investor die Logistikhalle mit über 15000 Quadratmetern Nutzfläche gebaut. „Wir haben uns hier langfristig auf zehn Jahre eingemietet“, so Müller. „Es gibt wenig Logistikflächen, daher sind wir froh, dass wir in der Region bleiben konnten.“

Mit 1700 Mitarbeitern an 20 Standorten in ganz Deutschland und Polen weiß Müller, wovon er spricht. In Benningen könnten zu den derzeit 20 Arbeitsplätzen noch einige dazu kommen. „Wir haben insgesamt 80 offene Stellen.“ Von Marbach sind einige Waren nach Benningen verlagert worden, insgesamt werde es wohl aber wenig Verkehr zwischen den beiden Standorten geben.

Mit dem Weiterbau der Umfahrung, deren Anfänge man aus dem am hinteren Ende der Halle gelegenen Sozialraum auf der anderen Neckarseite schon sehen kann, werde die Verkehrsanbindung dann noch einmal deutlich besser werden.

Projektleiterin Wibke Kurapkat sorgt dafür, dass auf der drei Fußballfelder großen Fläche alles reibungslos verläuft. Weil die Waren nicht nur ein- und ausgeladen, sondern auch umgepackt werden, verweilen die Lastwagen länger in den Krautlosen. Die Geräuschbelästigung soll möglichst niedrig gehalten werden. Alle Ladevorgänge finden in der Halle statt. Durch die „Flüster-Lkw“ mit Euro6-Norm seien die Emissionen gering. Auch durch die zurückhaltende Farbgebung der Halle in dezentem Grün könne man sagen, dass die neue Nutzung in den Krautlosen sich harmonisch einfüge, ist Bürgermeister Warthon über den neuen Gewerbebetrieb geradezu „glücklich“.

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