Benningen Grotesker Flickenteppich findet ein Ende

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Die Holperpiste auf der Landesstraße zwischen Benningen und Freiberg wird nach langer Wartezeit saniert. Foto: Werner Kuhnle

Benningen - Manche Autofahrer umkurven die Schlaglöcher und fahren dabei Schlangenlinien – solche kuriosen Anblicke gibt es am Ortsende von Beihingen nicht erst seit gestern. Mehr als zehn Jahre warten die beiden Neckarkommunen Freiberg und Benningen sehnlichst auf die Sanierung der Landesstraße 1138 im Neckartal zwischen den beiden Orten. Jetzt aber ist Bewegung in die Sache gekommen. Das Land wird ein 500 Meter langes Teilstück in den Pfingstferien mit einem neuen Belag ausstatten.

Kürzlich hatte der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann im Landtag auf eine kleine Anfrage der beiden CDU-Abgeordneten Fabian Gramling und Konrad Epple reagiert. Sie wollten unter anderem wissen, welche Straßenprojekte das Land im Kreis Ludwigsburg in diesem Jahr umsetzen will. Auf der Liste tauchte auch die fast schon vergessene Landesstraße zwischen Freiberg und Benningen auf.

Die Maßnahme ist aus Sicht des Benninger Bürgermeisters Klaus Warthon überfällig. „Der Zustand der Straße ist im Vergleich zu dem anderer Landesstraßen eine Katastrophe.“ Es sei jahrelang immer nur geflickt worden. Möglicherweise hänge die lange Wartezeit auch mit dem verzögerten Bau der Benninger Ortsumfahrung zusammen, vermutet Warthon – und damit, dass keine schweren Baufahrzeuge über eine frisch sanierte Straße rollen sollten. Das Land stehe aber in der Pflicht, seine Straßen in Schuss zu halten, sodass er bei aller Zustimmung jetzt nicht in Jubel ausbreche.

Das Regierungspräsidium Stuttgart hat das Projekt jedenfalls fest im Blick. Die Sanierung sei in der Zeit um Pfingsten vorgesehen, teilt die Sprecherin Sonja Hettich mit. Derzeit laufe die Ausschreibung. Das RP rechne mit Kosten von 1,2 Millionen Euro.

Konkret wird es also Anfang Juni, wenn die Straße während der Pfingstferien nicht mehr so stark frequentiert ist, erklärt Stefan Kegreiß, der bei der Stadt Freiberg den Fachbereich Bauen leitet. Immerhin liegen drei Gewerbegebiete an der Straße: Neckar I und II auf Freiberger Seite sowie Unteres Wörth/Allmanden auf Benninger Gemarkung. Dort ist unter anderem der Müllentsorger Kurz angesiedelt. Seit der Sperrung der Neckarbrücke in Benningen für den Schwerverkehr seien mehr Laster zwischen Freiberg und den drei Gewerbegebieten unterwegs, weiß Stefan Kegreiß. Der Holperpiste sehe man ihre Schäden deutlich an, findet der Beamte. „Im Winter dringt immer wieder Wasser durch die Risse der Asphaltdecke – das platzt dann bei Frost auf und vergrößert die Schäden.“ Die Neckarbrücke in Beihingen sei ebenfalls baufällig, doch warte man nach einer Notsanierung noch auf eine umfangreiche Brückenbearbeitung. „Wenn dieses Bauwerk gleichzeitig mit der Benninger Brücke gesperrt würde, wären die Gewerbegebiete nur mit einer großräumigen Umfahrung erreichbar“, sagt Kegreiß. Dieses Szenario wolle man aber partout nicht. Trotz des Ferientermins werde es während der Sanierung aber eine Herausforderung, die Betriebe weiter erreichbar zu halten. Man werde die Sanierung in Abschnitten abwickeln und damit dem benachbarten Wohngebiet Ausweichverkehr ersparen.

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