Benningen Genussplatz in den Steillagen beschlossen

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Die Benninger Steillagen sollen einen „Genussplatz“ bekommen. Foto: Werner Kuhnle

Benningen - Die überarbeitete Planung für einen „Genussplatz“ in den Benninger Steillagen ist vom Gemeinderat beschlossen worden. Zuvor gab es aber zum Teil heftige Kritik an der Planung und den Kosten.

Vor allem Harald Hausmann (FWV) konnte sich nicht damit anfreunden, dass die von 125 000 auf 106 000 Euro reduzierte Ausführung immer noch Baunebenkosten von 16 000 Euro enthält. „Das glaube ich nicht, dass da so viel Arbeit drinsteckt.“

Bürgermeister Klaus Warthon wies auf die 50-prozentige Förderung durch den Verband Region Stuttgart hin, griff aber auch die Kritik auf und versprach, über die Honorarforderungen noch einmal zu verhandeln. Auch die Gesamtkosten werde man auf den Prüfstand stellen. Durch diese Zusagen erfolgte der Beschluss dann doch einstimmig. Denn dass eine Aussichtsplattform oder ein „Genussplatz“ mit einem Rundweg die Steillagen aufwerten würden, darin waren sich alle einig. „Ich finde es gut, dass man die Steillagen den Leuten näher bringen kann“, betonte Hausmann, dass er ja im Grundsatz für die Aussichtsplattform mit einer Sitzbank sei.

Manfred Meister (SPD) erläuterte, dass die „Integrierte ländlichen Entwicklungskonzeption“ (ILEK) nicht den Erhalt der Steillagen an sich beispielsweise durch eine Förderung des Weinbaus beinhalte, was CDU-Kollege Edgar Brucker vehement forderte. „Das ist ein Fingerzeig auf die Steillagen, die Erlebbarkeit ist für viele maßgeblich“, stimmte Gabriele Kölbel-Schmid (FWV) zu.Thomas Waldvogel (FWV) gab zu Bedenken, dass die Aussicht zunehmend auf „verwilderte Weinberge“ gehen werde, weil es nur noch drei Wengerter gebe, die bereit sind, die Steillagen zu bewirtschaften. „Für die Wiederherstellung der Trockenmauern müsste man Millionen reinstecken!“ Dass man jetzt 100 000 Euro in eine Aussichtsplattform investieren wolle, stoße teilweise auf Unverständnis.

Warthon wunderte sich, da gerade die Wengerter den Vorschlag für den Genussplatz gemacht und bei den Verhandlungen mit dem Eigentümer die Gemeinde unterstützt hätten. „Es geht doch darum, den heimischen Wein und die Steillagen besser zu vermarkten.“ Geplant ist eine Rundbank vor einer neu aufgebauten Trockenmauer. Auch der Fußweg und die Treppen sowie ein Zaun zur Sicherung werden neu gebaut. Die Weinerlebnisführer könnten Gruppen hier den heimischen Steillagenbau nahebringen und so für den Erhalt der Kulturlandschaft werben.