Benningen/Fußball Der Bezirksliga-Aufstieg ist kein Muss

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Beim Murr-Bottwartal-Turnier ist der Kader der Benninger noch dezimiert gewesen. Foto: avanti

Benningen - Mit der Niederlage gegen Drita Kosova Kornwestheim in der Relegation hat der Fußball-A1-Ligist TSV 1899 Benningen den direkten Wiederaufstieg vergangene Saison knapp verpasst. Von vielen Mitstreitern wird der Verein nun als Topfavorit auf die Meisterschaft angesehen, in Benningen selbst geht man das Thema zurückhaltender an. „Es wird diesmal wohl keine Übermannschaft geben wie zuletzt AKV Ludwigsburg – auch wir sind keine. Wir möchten eine saubere Runde spielen und so lange wie möglich oben dranbleiben. Wir haben aber nicht den Druck aufzusteigen“, sagt Trainer Thomas Lembeck, der nachschiebt: „Auch wenn über diese Aussage vielleicht manch einer schmunzeln wird.“ Entsprechend zählt er inklusive Benningen gleich sieben Teams auf, denen er einen vorderen Tabellenplatz zutraut. „Und vielleicht gibt es ja auch eine Überraschungsmannschaft. Etwa Erdmannhausen, falls sie sich nach ihrer starken Rückrunde stabilisieren.“

Für die Benninger spricht im mit Spannung erwarteten Aufstiegskampf neben der homogenen und eingespielten Mannschaft auch, dass er außer Keeper Manuel Rohland, der aufgehört hat, keinen Abgang zu verzeichnen hat. „Wir konnten alle beisammen halten“, freut sich Coach Thomas Lembeck, der im Winter für Rainer Schreiber übernommen hatte. Allerdings gibt es drei Langzeitverletzte, deren Rückkehr fraglich ist. Ob und wann Felix Marquardt (Knieprobleme), Maximilian Moser (Wadenprobleme) und Marvin Heim (Bänderrisse) ins Team zurückkehren, ist weiterhin unklar.

Das Gesicht des Kaders hat sich den Sommer über also nur geringfügig verändert. Neben drei Spielern aus der A-Jugend (Patrick Lechner, Thorben Bunderla und Danny Rehm) und drei Spielern, die aus der Zweiten befördert wurden (Rasim Kaynar, Sanna Ceesay und Bekir Demircan), kam nur Roberto Cappella vom TV Pflugfelden hinzu, dessen Bruder Davide bereits in Benningen spielt.

So wird der wichtigste „Neuzugang“ ein ganz anderer sein: der Kunstrasenplatz, der im Spätherbst fertiggestellt werden soll und somit für die Vorbereitung auf die Rückrunde genutzt werden kann. Ein langes Warten hätte damit ein Ende. „Spätestens ab Mitte Oktober wächst auf unserem unteren Platz, auf dem die Aktiven und die Jugend trainieren, kein Gras mehr. Im Winter haben wir immer wieder Sporthallen angemietet“, macht Thomas Lembeck deutlich.

Mit seinem Spielsystem möchte sich der TSV weiterhin flexibel zeigen. „Ziel ist es, dass sich die Gegner auf uns einstellen müssen, und nicht wir auf sie.“ Schon allein durch den großen Kader ist diese Flexibilität drin. Im Tor wird es einen neuen Konkurrenzkampf geben: Der aus der U19 kommende Patrick Lechner duelliert sich mit Jonas Gröppner um den Platz zwischen den Pfosten. „Beide sind sehr fleißig, haben gute Reflexe und eine gute Spieleröffnung – der eine allerdings mit der Hand, der andere mit dem Fuß. Patrick ist ansonsten gut im Eins gegen eins, Jonas auf der Linie“, schätzt Lembeck ein, der zusammenfasst: „Gäbe es einen Mix aus beiden Torhütern, könnte der bestimmt in der Verbandsliga spielen.“

Unverändert ist die Abwehr, in der die beiden Innenverteidiger Marvin Schnalke und Björn Rewitzer gesetzt sein dürften. Für die übrigen Positionen in der Defensive gibt es eine große Auswahl an Spielern, auch wenn sich Dennis Kolder auf der Position des Rechtsverteidigers zuletzt festgebissen hat. Mehrere Akteure wie Philipp Lauer, Benedikt Schreckenberger und Nick Gruber können sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld eingesetzt werden.

In der Zentrale sind weiterhin vor allem Justin Hill und Co-Trainer Nico Ferrara eingeplant. „Bis auf die beiden können alle anderen auch auf den Außenpositionen spielen“, so Thomas Lembeck. Sprich: Davide Cappella, Patrizio Mercante, Thorben Bunderla oder auch Sanna Ceesay. „Auch Marco Djurdjevic sehe ich inzwischen eher im Mittelfeld“, sagt der Trainer über den langjährigen Stürmer. Was sicher auch damit zusammenhängt, dass der TSV in der Spitze mit Patrick Flamm, Angelo de Capua, Bekir Demircan und Neuzugang Roberto Cappella weiterhin gut besetzt ist. Dazu könnte noch der aus der A-Jugend gekommene Stürmer Danny Rehm den Sprung schaffen.