Benningen/Fußball Das Duell zweier torhungriger Mannschaften

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Die Benninger setzen unter anderem wieder auf die Schnelligkeit und Torgefährlichkeit von Marco Djurdjevic (rechts). Foto: avanti

Im ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga Enz-Murr trifft der TSV 1899 Benningen am Samstag um 18 Uhr auf Drita Kosova Kornwestheim.

Benningen - Die gesamte Rückrunde lang standen die Fußballer des TSV 1899 Benningen in der Kreisliga A1 Enz-Murr auf einem der Tabellenplätze drei bis fünf. Erst am letzten Spieltag zog die Mannschaft doch noch am bis dato zweitplatzierten TSV Affalterbach vorbei und darf nun in der Relegation um den Wiederaufstieg in die Bezirksliga spielen. Zwei Runden muss der TSV überstehen, um nach nur einem Jahr wieder in die höchste Liga des Bezirks zurückzukehren. Erster Gegner ist am Samstag um 18 Uhr der Vizemeister der A2-Staffel, Drita Kosova Kornwestheim. Ausgetragen wird die Partie auf neutralem Platz in Hirschlanden-Schöckingen.

Zumindest die Zahlen lassen eine torreiche Begegnung erwarten. Beide Mannschaften erzielten in ihrer Staffel die meisten Tore. Bei Benningen waren es 114 in 30 Partien, bei Kornwestheim 94 in 28 Spielen. Wobei zu beachten ist, dass es in der Kornwestheimer Staffel keine abgeschlagenen Teams wie Anadolu Marbach und 07 Ludwigsburg II/Schlößlesfeld gab, die teilweise zweistellig verloren. Welches Pfund auf die Benninger zukommt, wird also eher dadurch deutlich, dass der Meister SV Gebersheim als zweittorgefährlichstes A2-Team ganze 23 Tore weniger als Kornwestheim schoss. Und mit Ermir Doci (24 Tore) und Jaime Manoccio (21) stehen auch zwei Drita-Kosova-Schützen ganz vorne in der Torjägerliste ihrer Staffel.

„Die Offensive ist natürlich eine ihrer Stärken“, weiß der TSV-Abwehrspieler Nico Ferrara, der als spielender Trainer fungieren wird. Denn Coach Thomas Lembeck weilt im Urlaub – eine Tatsache die zeigt, dass mit dem Erreichen der Relegation nicht mehr unbedingt zu rechnen war. „Wir haben da aber noch Glück, es hätte personell auch ganz anders aussehen können“, sagt Ferrara. Denn mit Innenverteidiger Björn Rewitzer fehlt nur ein Spieler urlaubsbedingt. Vertreten werden dürfte er von Philipp Lauer. „Wir können also fast aus dem Vollen schöpfen.“

Im Kader überwiege natürlich die Vorfreude, überhaupt die Relegation noch etwas überraschend erreicht zu haben, sagt der 25-Jährige. „Wir sind aber auch gespannt und angespannt.“ Zwar gebe es in der Kreisliga A auch sonst keine einfachen Gegner. „Aber jetzt gibt es die erst recht nicht mehr.“ Verstecken muss sich die Benninger Mannschaft, die über viel Bezirksliga-Erfahrung verfügt, allerdings nicht. „Wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, denke ich auch, dass wir gute Chancen haben, hier zu gewinnen“, erklärt Nico Ferrara weiter.

Die Kornwestheimer hoffen seit Jahren auf ihren ersten Bezirksliga-Aufstieg – für den Verein ist es schließlich auch die einzige Möglichkeit, einmal aus der für sie mit langen Auswärtsfahrten verbundenen A2-Staffel herauszukommen. Ein erster Versuch scheiterte vor zwei Jahren in der Relegation gegen den GSV Pleidelsheim. Über den Gegner haben sich die Benninger einerseits per Besuch des letzten Ligaspiels informiert. Da Drita Kosova aber als Vizemeister feststand, wurden Leistungsträger geschont. Also holten sie sich andererseits Rat von befreundeten Trainern, die manche Stellschraube genannt haben, an der gegen Kornwestheim gedreht werden kann. „Ich vermute, dass es zu Beginn ein Abtasten wird, es dann aber auch nicht lange dauern wird, bis beide Vollgas geben“, blickt Nico Ferrara voraus. Auch er erwartet ein „insgesamt offensiv ausgelegtes“ Spiel.

Eine Art Sprung ins kalte Wasser werde die Relegation gerade für die jüngeren Spieler. Mancher TSVler, wie auch Nico Ferrara, war bereits 2015 oder 2017 dabei, als Benningen erst per Relegation in die Bezirksliga aufstieg und diese dann auch per Relegation hielt. „Es ist natürlich etwas anderes, wenn du vor 700 oder 800 statt vor 50 oder 100 Zuschauern spielst. Die Atomsphäre ist anders. Und außerdem ist es ja ein Alles-oder-Nichts-Spiel. In der Liga kannst du einen Ausrutscher wieder gutmachen. Jetzt in der Relegation geht das nicht“, weiß Nico Ferrara.

Die Benninger Anhänger wissen das nur allzu gut – denn nicht nur die erste Mannschaft hatte 2015 und 2017 die Relegation gespielt. In den vergangenen beiden Spielzeiten sowie 2014 war auch die zweite TSV-Mannschaft Teil der Relegation. Am Samstag folgt nun also bereits Kapitel sechs dieser Benninger Serie.