Beilstein Motorengeheul und Verkehrschaos

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  Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Beilstein - Der Busbahnhof in Beilstein bereitet dem Erzieher René Stoll schon seit einer Weile Sorgen. Diese hat er kürzlich in einer Einwohnerfragestunde mit dem Gemeinderat geteilt. „Ich hole dort jeden Morgen die Kinder ab“, erklärte er dem Gremium. Dabei habe er allerdings schon häufiger beobachtet, dass Eltern, die ihre Sprösslinge dort abliefern „richtig über den Platz rasen“. Er befürchte, dass es dort eines Tages zum Unfall kommt – vor allem auch, weil viele Schüler auf dem Weg in die Schule die Fahrbahn queren müssen. Und auch in der Nacht kehrt keine Ruhe ein, was Stolle von seinem Haus aus immer wieder feststellen muss: „Dort finden häufiger Autorennen statt.“ Ein Problem, das die Stadt Beilstein kennt und das bereits 2014 auf den Tisch der Stadträte landete. Damals hatte der CDU-Rat Armin Maurer diese Angelegenheit im Auftrag von Anwohnern vorgebracht.

2014 war die Polizei eingeschaltet worden, doch die hat es in solchen Fällen nicht leicht, weiß Bürgermeister Holl: „Sie müssten die Fahrer quasi auf frischer Tat ertappen.“ Da dies jedoch nicht gelang, sei die Angelegenheit niemals ganz aufgeklärt worden, „und Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt oder wurden verworfen“. Zumal auch keine Regelmäßigkeit festzustellen war, was die Motorengeräusche angeht. Nur, dass es sich wohl nicht um Rennen im eigentlichen Sinn handele, sondern dort vielmehr Auto-Liebhaber zum Spaß mit ihren Fahrzeugen Runden drehen: „Das macht die Sache aber nicht besser.“

Tatsächlich habe die Verwaltung auch eine Personengruppe im Verdacht. Denn seit einiger Zeit gibt es auch Beschwerden über Lärm im Bereich des Jugendhauses, der nicht von diesem selbst ausgehe. Der benachbarte Parkplatz erfreue sich als nächtlicher Treffpunkt nämlich durchaus einer gewissen Beliebtheit, informiert der Rathauschef: „Es ist naheliegend, dass es sich hierbei um denselben Personenkreis handeln könnte wie am Busbahnhof.“

In jüngster Zeit seien der Polizei aber keine Fälle von Autorennen zugetragen worden, so Pressesprecher Rainer Köller vom Polizeipräsidium in Heilbronn: „Wer einen solchen Vorfall beobachtet, soll sich bitte bei uns melden. Das wäre wichtig.“ Als Straßenverkehrsbehörde habe die Stadt selbst dagegen nur wenig Möglichkeiten gegen die nächtlichen Raser vorzugehen. Was die Situation am Morgen angehe, sei dies „nicht ganz ungefährlich“, räumte auch Bürgermeister Patrick Holl ein. Eine Möglichkeit, beides zu regulieren, könnte eine Bodenschwelle am Busbahnhof sein, was ebenfalls in der Einwohnerfragestunde als Anregung ins Gespräch gebracht wurde. Das könne die Stadt Beilstein ebenfalls nicht in Eigenregie entscheiden, stellte Bürgermeister Holl fest. Es sei allerdings denkbar, diese Angelegenheit im Rahmen der nächshen Verkehrsschau aufs Tapet zu bringen und anzugehen.

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