Beilstein/Handball Der Tabellenletzte ist noch sehr gut bedient

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Philipp Kroll ist in Torlaune gewesen und hat 14 Treffer erzielt. Foto: avanti

Beilstein - Auch wenn es nur gegen den Tabellenletzten TV Flein ging, war es im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten, dass die Württembergliga-Handballer der SG Schozach-Bottwartal am Samstagabend einen so ungefährdeten Sieg einfahren würden. Denn immerhin hatte man das Hinspiel verloren, zudem fehlte Spielmacher Dennis Saur wegen eines Muskelfaserrisses, und Shooter Philipp Kroll hatte zwei Wochen nicht trainieren können. „Außerdem hat Flein eine starke erste Sieben, von der ich jeden Spieler sofort nehmen würde. Die zweite Reihe ist das Problem“, betonte SG-Trainer Tobias Klisch.

Und so war die Partie in der Anfangsphase auch sehr ausgeglichen, die Gäste legten sogar stets ein oder zwei Tore vor. Dass die Begegnung dann doch bereits zur Halbzeitpause entschieden war, lag vor allem an zwei Spielern. Aufseiten der SG war dies Philipp Kroll, der nach zwölf Minuten beim Stand von 5:6 erstmals ins Spiel kam und bis zum 13:10 sieben der folgenden acht Treffer seines Teams erzielte. „Er war heute in Torlaune, und wir haben es dann auch sehr konsequent gespielt“, lobte Tobias Klisch. Damit meinte er auch, dass seine Mannschaft es ausnutzte, dass der TV Flein sich in Person von Ivan Miletic selbst schwächte. Der Linkshänder ärgerte sich in der 24. Minute so lautstark darüber, einen Freiwurf nicht bekommen zu haben, dass der Schiedsrichter ihm eine Zwei-Minuten-Strafe aufbrummte. Für einen darauf folgenden Kommentar erhielt Miletic schließlich sogar die Rote Karte, gefolgt von der Blauen Karte, was einen Bericht und eine Sperre nach sich zieht. Die von Tobias Klisch angesprochene starke erste Sieben der Fleiner war damit gesprengt. Und kaum waren die Gäste wieder vollzählig, handelte sich Kevin Matschke eine doppelte Zeitstrafe ein. Die SG nutzte dies, um bis zur Pause auf 17:11 davonzuziehen.

Nach dem Wechsel bauten die Hausherren die Führung immer weiter aus, nach 45 Minuten stand es 30:18. Vor allem Philipp Kroll traf dabei fast nach Belieben. „So ein Spiel habe ich mal gebraucht, und auch der Mannschaft hat das sicher gut getan“, sagte der Linkshänder nach der Partie. Wobei auch deutlich zu sehen war, warum der TV Flein die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga stellt. Ärgerlich war aus Sicht von Tobias Klisch jedoch die Schlussphase, in der seine Mannschaft die Gäste auf 40:34 herankommen ließ. „Mit sechs Toren ist Flein noch sehr gut bedient, für mich stehen sie als erster Absteiger fest“, urteilte der SG-Coach. Bei seinen Spielern ging es in der Schlussphase eigentlich nur noch darum, wer denn das 40. Tor erzielen würde und damit einen Kasten Bier zahlen muss. Nachdem zuvor mehrere Spieler regelrecht verweigert hatten, traf es Cedric Ziegler, den Jüngsten der Mannschaft, der erst beim Blick auf die Anzeigetafel bemerkte, welch „Faux pas“ ihm da unterlaufen war.

SG Schozach-Bottwartal:
Krotz, Rizk – Zieker (7), Schmitz (3), Volz (2), P. Kroll (14), Schmid (1), Schilpp (2), Ziegler (2), Rossmeier, S. Kroll (2), Zluhan (4), Deuring (3).