Beilstein Exponate wecken Erinnerungen

Von
Unter den Exponaten sind auch Leihgaben von Privatpersonen. Foto:  

Beilstein - Eine Inschrift auf dem Steinquader verrät „18+8“: Hektometerstein heißt er und einst diente er dem Zugpersonal zur Orientierung auf der Fahrstrecke. Am Wochenende weist das Exponat dagegen zusammen mit einer fast lebensgroßen Fotografie der Lok „99671“ auf das Geburtstagkind hin: 125 Jahre ist es her, dass die Schmalspurbahn ihr erste Fahrt aufgenommen. Zudem jährt sich das Ende des „Bahnnetzwerkes Beilstein“ zum 50. Mal. Die Bürgeraktion Bottwartalbahn hat mit einer Präsentation die Geschichte greifbar gemacht. Wolfram Berner, Oliver Kämpf und Hans-Joachim Knupfer zeigen in in diesem Rahmen in der Stadthalle aber auch Erfolgsgeschichten von noch bestehenden Regionalbahnen, wie etwa in Österreich. Die aktuelle Diskussion zur Wiederbelebung der Bottwartal findet sich durch Dokumente ebenfalls wieder.

Mehr zum Thema

„Entenmörder haben wir sie genannt“, erinnert sich ein Besucher noch selbst an die Bahn, während er die Artefakte auf dem Tisch bestaunt. Schaufel, Lampen, Richtungs- und Vorschriftstafeln sind als Originale zu sehen.

Als eines der Highlights nennt Berner die metallschwere Beschilderung der Lok „99682“. Fotos in schwarz-weiß sorgen für Authentizität. Dazu läuft ein Film über die „Letzte Sonderfahrt der Bottwartalbahn am 30. Oktober 1966“.

Die Ausstellung weckt Erinnerungen. „Da hen mr als Kender den Aschebecher schnalze lasse“, erinnert sich ein Mann zurück. Dass es mal eine Bahnpost gab, das beweisen Stempel. Auch Kurioses hat Eingang gefunden: das „Schnittmuster für Männer“ zeigt ein Züge-Strecken-Netz. Die Kommunen Oberstenfeld, Marbach und Beilstein haben die Aktion sehr unterstützt, erklärt Berner. Zudem seien die Organisatoren dankbar für Leihgaben von Privatleuten. Der Künstler Franz X. Lutz hat sogar extra für die Ausstellung ein Acrylbild kreiert. Dieses ist inmitten von Eisenbahnmodellen zu sehen, die nicht nur die „gute alte Zeit“ autark und ästhetisch demonstrieren, sondern zudem die Entwicklung der Bahntechnik zeigen.

Die modernen Muster geben ein Bild dafür, was heute möglich wäre. Eine Sammlung an Postkarten und Broschüren belegen, wie die Bottwartalbahn einst einen blühenden Tourismus in die Gegend gebracht hat. Da ist es fast schade, dass diese liebevoll gestaltete Ausstellung nur zwei Tage besichtig werden konnte. Das sieht wohl auch ein Besucher so, der noch spontan ein Lob an die Macher ausspricht: „Schee hen ihr’s g’macht.“