Bauen in Rielingshausen Wohnhaus soll Werkstatt ersetzen

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Auf dem Gelände, auf dem einst eine Werkstatt stand, könnte bald ein Sechsfamilienhaus errichtet werden. Foto: KS-Images.de /Karsten Schmalz

Vor zwei Jahren ist eine Werkstatt in Rielingshausen niedergebrannt. An selber Stelle soll nun ein Mehrfamilienhaus entstehen. Die Räte fragen sich, ob die Parkplätze reichen.

Marbach-Rielingshausen - Nach einem der schlimmsten Brände der jüngeren Vergangenheit in Rielingshausen stand die Treppenbaufirma Martin 2019 vor einem Trümmerhaufen. Das Feuer hatte die Werkstatt in der Kirchberger Straße komplett niedergefressen. Inzwischen hat das Unternehmen einen neuen Standort in Ilsfeld-Auenstein gefunden. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass das Areal in der Kirchberger Straße eine Brache bleibt. Für das Gelände liegt mittlerweile eine Bauvoranfrage vor, mit der sich der Rielingshäuser Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigte: Geplant ist, auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus zu errichten.

Vorhaben passt ins Konzept

Wie Bauamtsleiter Dieter Wanner erklärte, sollen auf zwei Ebenen je drei Wohneinheiten realisiert werden. Eigentlich ist das zu viel des Guten, denn der Bebauungsplan gestattet in dem Gebiet maximal eineinhalb Geschosse. Die Verwaltung hielte einen Komplex mit zwei Stockwerken an dieser Stelle dennoch für städtebaulich vertretbar, wie Wanner betonte. Auf Nachfrage von CDU-Mann Jochen Biesinger beteuerte der Chef des Bauamts zudem, dass die Genehmigung für das Haus keine negativen Folgen für eine mögliche Ausweisung eines Wohngebiets westlich der Kirchberger Straße hätte und das Vorhaben ins Konzept für dieses Areal passen würde. Man sei ja ursprünglich sogar davon ausgegangen, dass die Werkstatt bestehen bleibt. „Im Hinblick auf die künftige Entwicklung wäre das aber sogar kritischer zu sehen gewesen, weil mit einer Werkstatt auch Lärm verbunden ist. Insofern hat man sich eher Gedanken darüber gemacht, wie man den Bestand der Werkstatt gewährleisten könnte, obwohl man im Neubaugebiet später ausschließlich eine Wohnnutzung hätte“, erklärte Wanner.

Auf brenzlige Situation verwiesen

Christiane Scheuing-Bartelmess von der SPD zweifelte das nicht an, wollte jedoch wissen, ob die angedachten sechs Stellplätze ausreichen werden. Immerhin gebe es schon jetzt in der Erntezeit Probleme in der Straße, wenn Autos am Rand parken und sich die schweren Maschinen kaum noch daran vorbeimanövrieren lassen. „Das ist ja jetzt schon brenzlig“, meinte Scheuing-Bartelmess. Wanner machte keinen Hehl daraus, dass ein Haushalt in der Praxis oft mehr als einen Wagen anmeldet und somit ein Missverhältnis zum Reservoir an Stellplätzen auf eigenem Grund entstehen kann. Aber die Vorgaben der Landesbauordnung würden mit einem Platz pro Wohneinheit erfüllt. Alles andere müsse man gegebenenfalls verkehrsrechtlich an der Straße regeln. Man könnte aber dem Bauherrn zumindest mitgeben, dass es der Ortschaftsrat begrüßen würde, wenn die Pläne hin zu einem Vierfamilienhaus mit sechs Plätzen abgeändert würden, regte Lothar Sondermeyer (SPD) an. Ob der Bauherr darauf eingeht, muss die Zukunft zeigen. Die Voranfrage jetzt wurde jedenfalls mehrheitlich abgesegnet.

Vermarktung könnte schwierig werden

Grundsätzlich begrüßt auch Ortsvorsteher Jens Knittel das Projekt, wie er auf Nachfrage sagt. Dadurch könnten wieder einige Leute in Rielingshausen ein Zuhause finden, sagt er. Er sieht auch in der Zweigeschossigkeit kein größeres Problem, verweist auf Gebäude in der Umgebung, die mit ebenso vielen Etagen errichtet worden seien.

Chancen für ein Neubaugebiet

Perspektiven
Im Flächennutzungsplan ist westlich der Kirchberger Straße ein Neubaugebiet vorgemerkt. Auf die Perspektiven für eine Umsetzung angesprochen, verweist Ortsvorsteher Jens Knittel allerdings auf den Keltergrund. Dort werde ja gerade schon ein Neubaugebiet im Ort vorbereitet. Insofern könne das Areal westlich der Kirchberger Straße erst irgendwann in der Zukunft ein Thema werden. Allerdings wohl auch nur dann, wenn der Steinbruch nicht, wie vom Betreiber gewünscht, erweitert werde. „Denn in dem Fall würde es schwierig, die Grundstücke zu vermarkten“, gibt Jens Knittel zu bedenken.