Bauarbeiten im Hörnle Der Verkehr leidet unter den Baustellen

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Der Bauarbeiter Volker Kohm von der Firma Stickel bereitet in der Stuttgarter Straße die Deckarbeiten vor.Die Bushaltestelle Hochhaus wird erst im nächsten Frühjahr umgebaut. Foto: Oliver von Schaewen

Die Bewohner des Stadtteils müssen improvisieren. Die Sanierung der Straße nach Poppenweiler und die Sanierung der Stuttgarter Straße erfordern Geduld.

Marbach-Hörnle - Das Hörnle ist Marbachs jüngster Stadtteil – und doch schon in die Jahre gekommen. So hat die Kommune in den vergangenen Jahren rund sechs Millionen  Euro in die 1958 gegründete Siedlung investiert. Die Straßen- und die Tiefbauarbeiten für eine verbesserte Infrastruktur schreiten langsam, aber stetig voran. Für die rund 1650 Bewohner bedeutet das, sich mit den Baustellen zu arrangieren. Ein hohes Maß an Improvisationsvermögen scheint aber gerade auch in diesen Wochen vonnöten. Unzufrieden scheinen die Bürger mit den Arbeiten aber grundsätzlich nicht zu sein, zumal auch neu verlegte Hausanschlüsse ihnen ein Plus an Sicherheit bieten. Zum Ausspracheabend mit der Marbacher Stadtverwaltung jedenfalls kamen nur etwa zehn Bürger am Dienstag in die Stadthalle – was sicherlich auch coronabedingt war.

Die Sanierung der Kreisstraße 1695 von Marbach nach Poppenweiler klang dort an. „Man kommt nicht nach Poppenweiler – wir hoffen, dass der Verkehr im Hörnle sich beruhigt“, stellte Bürgermeister Jan Trost angesichts mancher Irrfahrt im Stadtteil klar. Die Kreisverwaltung hatte für diese Woche eine Sperrung der K 1695 im Bereich der Zufahrt zum Hörnle bekannt gegeben. „Wir liegen im Zeitplan“, bestätigte Landratsamt-Sprecher Andreas Fritz, um gleich die nächste Sperrung bekannt zu geben: „Die Kreisstraße wird noch eine weitere Woche nicht befahrbar sein, und zwar zwischen der Abbiegung zum Hörnle und dem Kreisverkehr an der Marbacher Feuerwache.“ Immerhin gelange man dann auch wieder von Poppenweiler aus mit dem Auto ins Hörnle. Derzeit ist das nur über den Eichgraben möglich. Fußgängern und Radfahrern steht zudem der Weg über den Hörnlesteg offen. Improvisieren müssen in dieser Woche auch die Bewohner, die mit der Buslinie 457 in die Stadt und zurück wollen. Die Haltestelle am Bad-Berka-Weg in Marbach Süd ist aber über den Hörnlesteg erreichbar.

In eine neue Phase treten jetzt die Tiefbauarbeiten der Firma Stickel im Marbacher Stadtteil. Das für rund 800  000 Euro beauftragte Unternehmen hat die neuen Versorgungsleitungen weitgehend verlegt und beginnt an der Stuttgarter Straße im Bereich von der Heilbronner Straße bis zur Makenhofstraße mit dem Straßenbau. Was zur Folge hat, dass dieser Abschnitt vom Montag, 5. Oktober, an gesperrt wird. „Unser Ziel ist, dass die Baumaßnahme in sechs Wochen abgeschlossen sein wird“, sagte der Bauamtsleiter Dieter Wanner. Bei der Baustelle werde zunächst der Gehweg hergestellt. Anschließend werde die Fahrbahndecke erneuert.

Die Umleitung erfolgt über die Heilbronner Straße sowie für die Anwohner der Mainzer Straße über den Feldweg zwischen der Heilbronner Straße 27 und 29 bis zur Makenhofstraße.

Der Bus werde ebenfalls über die Heilbronner Straße umgeleitet, so Wanner. Bereits im Dezember vorigen Jahres hatte er im Technikausschuss erklärt, dass der Bus dann in einer Schlaufe gegen die Fahrtrichtung der Einbahnstraße die Stuttgarter Straße zurückfahren müsse. Die Bushaltestelle Hochhaus in der Mainzer Straße entfällt in dieser Zeit – es wird eine Ersatzhaltestelle gegenüber der bestehenden Haltestelle am Wiesbadener Platz eingerichtet. „Eigentlich sollte die Haltestelle Hochhaus schon früher umgestaltet werden“, berichtete Dieter Wanner in der Stadthalle. Es habe sich jedoch zwischenzeitlich herausgestellt, dass die Netzgesellschaft die Trafostation aus dem Waschhaus heraus auf die andere Straßenseite verlegen muss. Der Behälter solle im Bereich der bisherigen Bushaltestelle stehen. Die neue Wartehalle werde an die neue Trafostation angebaut. Diese Arbeiten könnten erst im nächsten Frühjahr während des folgenden Bauabschnitts bis zur Mainzer Straße 106 angepackt werden. „Das Hörnle wird uns sicher noch einige Jahre beschäftigen“, sagte Wanner.