An Straße vor Kindergarten Petition für sicheren Übergang gestartet

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Der unübersichtliche Straßenverlauf macht die Querung schwer. Foto: Werner Kuhnle

Die Straße vor dem Kindergarten Regenbogen in Erdmannhausen ist gefährlich. Das soll sich ändern.

Erdmannhausen - Die Affalterbacher Straße im Bereich des Kindergarten Regenbogen ist vor allem eines: unübersichtlich. Zwar gilt dort wegen der Einrichtung Tempo 30, „die Autos und Lastwagen kommen aber aufgrund der abschüssigen Straße gerade aus Richtung Affalterbach oft mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kurvenbereich“, sagt Maren Wöhrbach aus Erdmannhausen. Sie hat jetzt eine Petition gestartet. „Wir fordern endlich eine insbesondere für Kinder sichere Querungsmöglichkeit im Bereich des Kindergartens sowie weitere Maßnahmen zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung und der Erhöhung der Aufmerksamkeit der Kraftfahrzeugführer. Damit alle Kinder sicher über die Straße kommen!“, heißt es auf der online-Plattform www.openpetition.de.

„An dem Geschwindigkeits-Display in dem Bereich sieht man, dass viele zu schnell unterwegs sind“, sagt Maren Wöhrbach, deren großer Sohn noch bis vor den Sommerferien im Kindergarten Regenbogen war und nun in die Schule kommt. An der Stelle sei es sogar für Erwachsene schwer, die Straße zu überqueren, hat sie festgestellt. Doch besonders, wenn Kinder dort unterwegs sind, „bleibt mir manchmal fast das Herz stehen. Das ist eine ganz schwierige Stelle.“

Dessen ist man sich auch bei der Erdmannhäuser Verwaltung bewusst. Der Verkehr auf der Affalterbacher Straße war schon häufig Thema – auch im Gemeinderat. Allerdings sind der Gemeinde die Hände gebunden, da es sich um eine Kreisstraße handelt und somit das Landratsamt in Ludwigsburg zuständig ist. „Wir nehmen das Anliegen der Bürger sehr ernst und wollen das Ende der Petition abwarten“, sagt Ordnungsamtsleiterin Verena Fischer, die ebenfalls darauf verweist, dass es in der Sache schon viele Gespräche mit dem Landratsamt gab.

An die Kreisbehörde hat sich Maren Wöhrbach daher auch gewandt, zunächst mit der Forderung nach einer Bedarfsampel. Diese würde die Gefahrenlage aber noch erhöhen, hieß es im Landratsamt. Grund sei, dass die Autofahrer durch die Kurve die Ampel zu spät wahrnehmen würden. „Das leuchtet mir ein“, sagt Maren Wöhrbach, die einen regen Austausch mit dem zuständigen Sachbearbeiter startete.

„Ich habe auch selbst viel recherchiert“, sagt sie. „Es gibt in Deutschland vor Kindergärten ganz viele ähnliche Situationen und entsprechend viele Initiativen.“ Doch was sie im Landratsamt auch vorschlug – Zebrastreifen, Blinkanlage, Fahrbahnmarkierung, weitere Schilder – „alles wurde abgelehnt“, bedauert die zweifache Mutter.

Nachdem sie inzwischen auch Kontakt zur Gemeinde hatte und von deren bisherigen Bemühungen erfuhr, startete Maren Wöhrbach die Petition. „Ich hoffe, wir können so Druck aufbauen, dass das Landratsamt endlich etwas bewegt“, betont sie. 190 Unterschriften hat die Petition als Ziel, online gibt es bereits knapp die Hälfte an Unterstützern. Zudem liegen Unterschriftenlisten in den Erdmannhäuser Kindergärten aus. „Ich hoffe, es unterschreiben so viele wie möglich“, sagt Maren Wöhrbach. Nur so könne man zeigen, dass es hier nicht nur um eine besorgte Mutter gehe. „Die Situation dort ist schlicht nicht tragbar, damit muss sich das Landratsamt beschäftigen.“

- Das sagt das Landratsamt

Warum sind die Vorschläge zur Erhöhung der Verkehrssicherheit nicht umsetzbar?  

„Die Verkehrssituation wurde in den letzten Jahrzehnten regelmäßig durch die Fachleute, auch unter Beteiligung der höheren Verkehrsbehörde (das Landratsamt ist Untere Verkehrsbehörde) bewertet. Die Einrichtung von einer Querungsstelle in Form eines Zebrastreifens oder einer Ampel ist im vorliegenden Bereich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich. Unter anderem sind die Sichtweiten aufgrund der kurvigen Situation nicht ausreichend. Daher wurde bereits im Jahr 1996 die Geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Kindergefahrzeichen sind vorhanden. Auch auf der Straße wurden Kindergefahrzeichen markiert. Die besondere Situation ist damit für den Kraftfahrer erkennbar.“

Was könnte man an dieser Stelle tun, um die Verkehrssicherheit der Kinder zu erhöhen?

„Die Verkehrssicherheit kann verbessert werden, wenn die begleitungspflichtigen Kinder von den Eltern in die Einrichtung gebracht werden. Denn für einen verkehrstüchtigen Verkehrsteilnehmer ist die Verkehrssituation zu beherrschen. Vorliegend werden die Kindergartenkinder teilweise unbeaufsichtigt in den Kindergarten geschickt. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Eltern ihre Kinder (auch Schulkinder) so lange begleiten sollten, bis sie sich sicher sein können, dass sie mit den auftretenden Verkehrssituation zurechtkommen.“
Was könnte man an dieser Stelle tun, um die Verkehrssicherheit der Kinder zu erhöhen? „Die Verkehrssicherheit kann verbessert werden, wenn die begleitungspflichtigen Kinder von den Eltern in die Einrichtung gebracht werden. Denn für einen verkehrstüchtigen Verkehrsteilnehmer ist die Verkehrssituation zu beherrschen. Vorliegend werden die Kindergartenkinder teilweise unbeaufsichtigt in den Kindergarten geschickt. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Eltern ihre Kinder (auch Schulkinder) so lange begleiten sollten, bis sie sich sicher sein können, dass sie mit den auftretenden Verkehrssituation zurechtkommen.“

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