Affalterbach Startschuss für das neue AMG-Technikum

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Die AMG-Geschäftsführer Jochen Hermann (links) und Günter Hoffschult (rechts) mit Bürgermeister Steffen Döttinger beim Spatenstich. Foto: AMG

Der Standort Affalterbach soll weiter wachsen – auch mit neuen Arbeitsplätzen.

Affalterbach - Wir haben in Affalterbach unsere Wurzeln und fühlen uns dem Standort emotional verbunden.“ Das erklärte Jochen Hermann, Mitglied der Geschäftsführung und Technischer Direktor von Mercedes-AMG, anlässlich des Spatenstichs für den Neubau des Technikums am Donnerstagvormittag.

Auf dem ehemaligen Wiesheu-Gelände wird wie berichtet ein hochautomatisiertes Prüffeld zur Entwicklung von elektrifizierten Hochleistungsantrieben und elektrischen Komponenten entstehen, das 2022 in Betrieb gehen soll. „Damit bekennen wir uns klar zum Standort Affalterbach und investieren in die Zukunft der AMG“, so Philipp Schiemer, Vorsitzender der Geschäftsführung. Nicht nur wegen des Technikums werden neue Fachkräfte gesucht: „Wir sind generell auf einem Wachstumspfad“, betonte Hermann. Zur Investitionssumme wollte er nichts sagen.

Mit dem Testzentrum könne man Fahrzeugkomponenten und Prototypen unter realistischen Bedingungen erproben und in einem frühen Entwicklungsstand auf Herz und Nieren prüfen. Generell laute das Ziel „von der Straße auf den Prüfstand“, sagte Hermann. Die Reproduzierbarkeit sei dabei neben der besseren Umweltverträglichkeit einer der Vorteile.

Die Allrad-Prüfstände unterstützen die Ingenieure bei der Simulation realer Fahr- und Umweltbedingungen. Die Radnaben des Fahrzeugs werden an die vier Maschinen des Prüfstands gekoppelt und simulieren so reale Fahrwiderstände und ein straßennahes Fahrverhalten. Einer der Allrad-Prüfstände ist zudem mit einer Klima-Höhenkammer ausgestattet. Durch Unterdruck kann eine Höhe bis zu 5000 Metern über NN bei einer Temperatur bis zu -30 °C dargestellt werden. Bei den Tests steuert der Entwickler das Fahrzeug automatisiert aus einem Bedienraum.

Der Hochvolt-Prüfstand mit Klimakammer ermöglicht es, die am Standort Affalterbach entwickelten Hochvolt-Batterien in einem Temperaturbereich von -40 bis +80° C voll automatisiert zu prüfen. So gelingt es, nahezu jeden denkbaren Fall zu testen, der in der Betriebszeit auf ein Batteriesystem vom tropischen bis zum arktischen Klima zukommen könnte.

Affalterbach sei als AMG-Standort attraktiv, betonte Hermann: „Hierher kommen Fans aus der ganzen Welt.“ Für das Unternehmen von Vorteil seien die kurzen Wege, dank derer man schnell arbeiten könne. „Hier gibt es beste Rahmenbedingungen und beste Unterstützung durch die Gemeinde.“ Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Steffen Döttinger, das Verhältnis zwischen Gemeinde und Unternehmen sei von gutem Informationsfluss geprägt. „Wir sind über Jahre hinweg in die Entwicklung eingebunden. Davon profitieren wir.“ AMG sei nicht nur finanziell, sondern auch vom Image her wichtig für die Gemeinde. „Darauf sind wir stolz.“