Affalterbach 13 Stimmen und die Liebe Gottes

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Der deutsch-schweizerische Projektchor Foto: Avanti

Affalterbach - Aus einer Wohlfühlatmosphäre heraus, die den eintretenden Besucher mit sanfter Klaviermusik vom Band umfängt, startet schließlich auch die Gospelformation „nu company“ in der katholischen Kirche St. Johannes in Affalterbach melodisch-sanft in den Konzertabend. Schon mit seinem ersten Song „Almost let go“ macht der deutsch-schweizerische ­Projektchor deutlich, dass es sich bei den Chormitgliedern zwar um Laienstimmen handelt, diese in ihrer Verschmelzung aber bewusst darauf abzielen, im Handumdrehen Wohlbehagen und großes Interesse bei den Zuhörern auszulösen. Die Klarheit der Stimmen, die präzise Umsetzung ausgefeilter Arrangements und die lustvolle Darbietung künden fortan davon.

Seit dem Jahr 2000 gibt es die Formation, deren einzelne Mitglieder mit hohem persönlichen Aufwand und langer Vorausplanung jeweils zu den Konzerten und den an demselben Tag stattfindenden Proben anreisen. Allen Sängern gemein ist, dass sie die Liebe Gottes zu jedem Einzelnen ­verkünden und dabei auch die Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren demonstrieren wollen. 13 Stimmen waren es am Samstagabend, die in der Chor­Gemeinschaft rundum geschmeidig und symbiotisch erklingen. Acht von ihnen bringen auch als Solisten ihre Stimme brillant zum Erstrahlen.

Begleitet wird der Chor von einer Band, die am Samstag in kleinerer Besetzung, nämlich ohne Gitarristen, auftrat. Schlagzeuger, Pianist und Bassgitarrist passen kongenial ins musikalische Gesamtgefüge und erhöhen den Spaß, den inniglich wie auch mitreißend dargebotenen Songs zu lauschen. Denn eines zeichnet den Chor, der sich dem modernen Sound of rhythm’n’gospel verschrieben hat, besonders aus: Viele Stücke werden von den Mitgliedern selbst geschrieben. Schlagzeuger Frank Seybold nennt es „Teamwork, denn an jedem Song haben gleich mehrere Leute gearbeitet“. So auch Bärbel Heine, die seit der Gründungsphase Chormitglied ist und Songs wie etwa „If God be for us“ oder ­„Make it happen“ geschrieben hat.

David Märte ist nicht nur einer der drei Stimmen im Tenor; er fällt zudem als einziger männlicher Solist auf. Seine Stimme lässt auch im Sprechmodus aufmerken, wenn er beispielsweise das Vaterunser im Song „Father you are“ auf beinahe narkotisierende Weise einflicht. Dass der Zuhörer dabei nicht in andere Sphären abdriftet, verhindert die Band, wenn wie im Beispiel von „House of the Lord“ das Klavier dynamisch eingreift und den Hörgenuss abrundet. Pianist Thomas Buyer gelingen fantasievolle Passagen, die er in die Stücke einbindet. Drummer Seybold mutiert bisweilen zum Besenkünstler und gibt soften Stücken den passenden Impuls, ebenso wie Bassist Andreas Weber mit seinem fein abgestimmten Spiel auf den Saiten.

Der Chor präsentiert mit allein elf Stücken aus seinem aktuellen Album „Grace“ und fünf weiteren Songs ein fast zweistündiges, elegant intoniertes Repertoire, das von der Stimmung her optimal variiert und die Zuhörer beeindruckt. Diese werden gegen Ende des Konzerts sogar zum ­Mitsingen aktiviert: „He’s able“ wird von Bärbel Heine als gesamtchorisches Werk angeleitet und macht bei der Interpretation offensichtlich allen Zuhörern und ­Sängern viel Freude.

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