55 Jahre SAV Steinheim Beständigkeit und Miteinander

Von Cornelia Ohst
Hillu Stoll und ihr „Herzdröpfle“ Franz sorgten für Lacher. Foto: Ralf Poller/avanti

Die Ortsgruppe Steinheim im Schwäbischen Albverein feiert ihr 55-jähriges Bestehen mit einem fröhlichen Zusammentreffen, gutem Essen und schwäbischer Comedy-Kultur mit „Hillu’s Herzdropfa“

Sichtbar gut gelaunt waren sie am Freitagabend in der Vereinsgaststätte des TSG Steinheim zusammengekommen: die rund 90 Mitglieder der insgesamt 160 Mitglieder starken Ortsgruppe im Schwäbischen Albverein (SAV). Die Feier zum 55. Geburtstag hatte die Pandemie nämlich nicht vereitelt. So saßen die Gäste an den herbstlich geschmückten Tafeln, die zum Verweilen einluden.

Engagement für die Kulturlandschaft und Heimat

Mit dabei auch Bürgermeister Thomas Winterhalter, der bei einem Vergleich der Mitgliederzahlen fünf Jahre zuvor, trocken konstatierte: „Nun, bisschen Schwund gibt’s immer.“ Der Bestand hat sich nämlich um 40 Personen nach unten korrigiert. Dennoch ließ der heiter aufgelegte Redner wissen, dass „ich sehr dankbar dafür bin, dass es sie gibt“ – der vielen Touren und Wanderangebote wegen: „Und weil sich der Verein für unsere Kulturlandschaft und unsere Heimat engagiert.“ Der nach eigenen Aussagen „momentan sehr gestresste“ Schultes sorgte im weiteren Verlauf seiner Rede zwar für Lacher, streifte aber dennoch die „herausfordernden Monate“, die nun bevorstehen und deutete an, dass es für die Bottwartal-Kommunen viel zu tun gebe. Winterhalter informierte zudem über eine „Dachmarke, die für die Steillagen am Neckar konstruiert wurde“ und die nun mit dem Titel „Echt schön schräg“ auf Werbetour gehe.

Christel Krumm übersandte ihre Grußworte als Vorsitzende des Obergaus Stromberg und ließ zu Beginn mit einem Augenzwinkern wissen: „Für 55 Jahre gibt es keine Urkunde, vielleicht aber wieder beim 60. Geburtstag“. Krumm ließ wissen ließ, dass es aktuell 32 Ortsgruppen im Gau gebe, und gratulierte allen Anwesenden mit den Worten: „Ein Häuptling ist wichtig, ohne Indianer aber geht’s nicht“ und motivierte die Steinheimer, „im nächsten Jahr doch die Gauherbstwanderung durchzuführen“.

Engagement hält das Vereinsleben lebendig

Deren Vorsitzender, Wolfram Kess, erinnerte an den Start der Ortsgruppe 1967. Eine Gründung, die „noch in den letzten Zügen des Wirtschaftswunders“ stattgefunden habe, um die „traditionellen Werte wie Heimatverbundenheit, Natur- und Umweltschutz, Brauchtum sowie Denkmalschutz zu pflegen und zu erhalten“. Und das nicht alleine: Es gab damals schon benachbarte Ortsgruppen – etwa in Marbach und Großbottwar. Letztere habe als „Geburtshelfer“ fungiert.

Obwohl Wandern das „Kerngeschäft des Vereins“ sei – Touren mit 20 Kilometern und mehr seien normal gewesen – weiß Kess ganz genau, dass ein Vereinsleben nur durch die Bereitschaft sich zu engagieren, lebendig bleibt. Und so beließ es der Vorsitzende nicht bei den Schilderungen von Traditionen und Aktivitäten; er nannte auch die Namen jener Akteure. Wie Helene Schwär für die Nikolauswanderungen. Elke Oschetzki stehe für die schmackhafte „Albvereinsrose“, die beim Marktplatzfest über die Theke ging. Reiner Winkler und Norbert Oschetzki zeichneten für die Ergebnisse am Grill verantwortlich. Überhaupt sei es „Kulinarik der Extraklasse“ gewesen, konstatierte Kess dem Einsatz bis 2010 beim Steinheimer Traditionsfest.

Durchschnittsalter liegt heute bei 72,4 Jahren

Als schwierige Entwicklung bezeichnete er die Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Mitglieder bei 72,4 Jahren liegt: „Das Jüngste ist vier, die beiden Ältesten jeweils 92 Jahre.“ Das finde Berücksichtigung bei der Planung der Aktivitäten, wie Kess festhielt. Neben dem Wandern markierte der Vorstand weitere Angebote: darunter Nordic-Walking, Radfahren oder die Spieleabende im Winter sowie die Seniorenkaffeestunden von Hannelore Nolkemper und Hildegard Schnaid.