23-Jährige Murrerin lebt mit einer Spenderniere „Ich bin halt auch ein Risikopatient“

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Alexandra Funk beim „Hürden-Training“ im heimischen Garten. Foto: privat

Alexandra Funk aus Murr muss aufgrund ihrer transplantierten Niere derzeit sehr vorsichtig sein.

Murr - Derzeit ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ja häufig vom wichtigen Schutz der „Risikopatienten“ die Rede. „Dabei ist in den Medien aber meist nur von alten Menschen die Rede. Aber ich bin halt auch ein Risikopatient, obwohl man es mir nicht ansieht – ebenso Diabetiker oder Asthmatiker“, sagt Alexandra Funk aus Murr. Die 23-Jährige lebt seit einigen Jahren mit einer transplantierten Niere. „Gegen die Abstoßungsreaktion muss ich ständig Medikamente nehmen, die mein Immunsystem schwächen. Daher bin ich eh schon anfälliger für sämtliche Infektionskrankheiten und sollte mich möglichst mit gar nichts anstecken.“

Die aktuelle Situation hat daher auf sie noch stärkere Auswirkungen als auf viele andere Menschen. „Ich bleibe eigentlich die ganze Zeit zu Hause, außer ab und zu für Spaziergänge und eben zum Training.“ Denn auf den Sport möchte Alexandra Funk, die schon mehrfach Titel bei nationalen und internationalen Meisterschaften der Transplantierten geholt hat, nicht verzichten – auch wenn die Deutschen und die Europameisterschaften in diesem Jahr abgesagt sind. „Auf die Bahn im Stadion kann ich ja leider nicht, das fehlt mir schon sehr, da ich nicht so der Fan von Langstreckenläufen bin. Aber derzeit muss ich eben notgedrungen auf Feldwegen laufen“, erzählt sie. Allerdings achtet Alexandra Funk darauf, „dass ich zu Zeiten rausgehe, in denen nicht so viele Leute unterwegs sind“. Denn jede Begegnung birgt halt auch immer ein gewisses Risiko.

Ansonsten konzentriert sich Alexandra Funk auf ihr Biomechanik-Studium. „Ich schreibe im Moment meine Bachelor-Arbeit. Eigentlich wäre ich dafür am Sportinstitut der Uni Karlsruhe. Aber das ist derzeit eh geschlossen. Also mache ich das eben so gut es geht von zu Hause aus. Das ist zwar manchmal etwas schwieriger, aber es könnte schlimmer sein.“ Der Murrerin ist bewusst, dass es viele Menschen gibt, die von der Krise härter getroffen sind. „Ich würde mich dennoch freuen, wenn es mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken würde, dass es eben auch Risikopatienten gibt, die noch jung sind und denen man es daher nicht ansieht.“