Marbach In einer Serie stellen wir die Teilnehmer am Corporate-Vierer-Rennen der Marbacher Ruderregatte vor. Teil 6: Das Team der Firma BBP. Von Melanie Reh
Daher hat der rudererfahrene Mann im Dress, Dr. Eckhard Semm, eine Idee: Zuerst ein wenig Theorie, dann erst das Vergnügen auf dem Wasser. Eben wie beim Autoführerschein. "Kommt mit, ich stell euch erst einmal das Boot vor", sagt Semm und läuft los. Zögernd setzt sich der Rest der Truppe in Bewegung. Verdutzte Blicke schweifen über das Gelände beim Ruderverein. "Können wir nicht zum Kennenlernen mit dem Boot einen Trinken gehen?", schlägt Markus Bernhard mit einem Blick zum Biergarten vor. Seine Kollegen lachen zustimmend, Semm ignoriert die Idee und läuft weiter. Am guten Stück, dem Vierer-Ruderboot, angekommen beginnt der Rudersportler seinen Schützlingen einiges zu erklären. Marc Beerwart beäugt das Wasserfahrzeug skeptisch und auch dem Rest der Gruppe scheint es beim Anblick wieder Angst und Bange zu werden. "Das ist ein altes Holzboot, das läuft sehr gut", berichtet Semm unterdessen. Das scheint die Männer zu beruhigen. "Na dann", seufzt Rainer Beiermeister und lächelt verlegen.
Weiter geht es mit der Bootskunde. Steuerbord rechts, Backbord links - vom Steuermann aus natürlich. Also in Fahrtrichtung. Alle nicken. Semm erläutert: "70 Prozent der Kraft kommt beim Rudern aus den Beinen. Daher haben wir hier Rollsitze, das vergrößert die Hebelwirkung und wir haben mehr Kraft." Abermals nicken alle zustimmend. Semm informiert weiter und nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick zurück bis zu den alten Griechen, scheinen die Männer motiviert zu sein.
Im Berufsalltag haben die Vier nämlich nicht viel miteinander zu tun und schon gar nichts Sportliches. Zugegeben, sie sind allgemein keine wahren Sportskanonen. "Mir reicht das Angeln schon", verkündet Bernhard lachend. Und Semm sieht sofort seine Chance wieder perfekt einzuhaken: "Dann ist das heute euer gemeinsamer Beginn der sportlichen Aktivität!" Ohne weiter zu zögern schnappen sich die Herren das Boot, tragen es zum Neckar und setzen es ins Wasser. Geschafft. Das Anbringen der Skulls an den Dolden ist hingegen nicht mehr so einfach. Aber auch dieser Schritt ist bald gemeistert und es stellt sich heraus, einer hat doch ein klein wenig Rudererfahrung: Werner Itte. "Ja, ich bin als Schüler mal gerudert, aber dann nie wieder." Erst hinderte ihn ein Umzug, dann die Arbeit. So ist es auch für Itte, wie für Beerwart, Bernhard und Beiermeister eine Premiere ein Ruderboot zu besteigen.
Als die Herren erst einmal im Boot sitzen, fällt ihnen bereits der erste Stein vom Herzen. Erleichtert lassen sie sich nach den Anweisungen von Steuermann Semm treiben: "Jetzt gewöhnen wir uns erst einmal an die Situation bevor wir loslegen." Die Premierenruderer danken es ihm und wünschen sich nur eines: "Hoffentlich machen wir aus dem Rennboot kein U-Boot."
09.09.2010 - aktualisiert: 10.09.2010 12:52 Uhr
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