Ditzingen Pläne zu einer Erweiterung Heimerdingens werden jetzt wieder aufgenommen. Von Franziska Kleiner
Im März hatte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen und damit eine hundert Jahre alte Planung für das rund vier Hektar große Gebiet wieder aufgegriffen. Schon damals hatte das noch selbstständige Dorf Heimerdingen im Osten der Gemarkung wachsen wollen. Doch die Politiker rechneten einst nicht mit dem Widerstand der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG).
Die Pläne zur Dorferweiterung waren zwar im Jahr 1909 verabschiedet worden. Doch die Entscheidung fiel just in jener Zeit, in der die Eisenbahn ins Strohgäu kam. Die an der Bahn gelegenen Orte erhofften sich dadurch wirtschaftliches Wachstum - deshalb plante auch Heimerdingen die Erweiterung. Doch die WEG sah durch das Vorhaben ihre eigene Expansion rund um den Heimerdinger Bahnhof gefährdet. Sie legte deshalb mit Erfolg beim Innenministerium Widerspruch ein. Das Ministerium forderte das Oberamt auf, die Pläne zurückzuziehen. Dem Heimerdinger Gemeinderat blieb nichts anderes übrig, als sich dem zu beugen. Und alles blieb beim Alten - bis heute. Der Gemeinderat sah lange Zeit nämlich keine Notwendigkeit mehr zur Expansion, der Ort entwickelte sich zumindest in diesem Bereich nicht so rasant wie erwartet. Aber auch die WEG nahm Abstand von ihren ehrgeizigen Ausbauplänen, die sie so vehement verteidigt hatte. Die umfassende Erweiterung des Bahngeländes blieb aus.
In der aktuellen Diskussion des städtebaulichen Vorentwurfs plädierte der FDP-Rat Horst Ludewig für eine zwei- statt einreihige Bebauung gen Norden. Der Baubürgermeister Ulrich Bahmer verwies jedoch auf einen Beschluss des Gemeinderats. Der hatte die Erweiterung des Plangebiets bereits in der Vergangenheit ausgeschlossen, weil dafür unter anderem der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden müsste. Der Rat beschloss aber, nochmals darüber zu beraten, wenn der FNP 2015 ohnehin fortgeschrieben wird. Eine Gebietserweiterung bereits vor der regulären Fortschreibung würde der Regionalverband vermutlich nicht ohne Einschränkungen akzeptieren, so Bahmer. Ditzingen müsste vermutlich bei der Ausweisung von anderen Baugebieten um jene drei bis vier Hektar reduzieren. "Mit diesem Vorentwurf vergeben wir uns nichts", sagte Bahmer.
Er schränkte in Bezug auf den vorgelegten Plan aber ein, dass er "immer nur so gut ist, wie man ihn umsetzen kann". Der SPD-Rat Heinz Lienow hatte die Umsetzbarkeit der Pläne in Teilen als "utopisch" angezweifelt. Der CDU-Stadtrat und Heimerdinger Ortsvorsteher Fritz Hämmerle bekräftigte jedoch die Zustimmung des Ortschaftsrates. Es sei "höchste Zeit", das Gebiet baurechtlich zu ordnen.
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 06:10 Uhr
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