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Strohgäu zieht die Bürger an

Ditzingen Die Bevölkerung der Kommunen nimmt zu, entgegen der Statistik. Von Klaus Wagner
 

Im gesamten Land Baden-Württemberg ist der Trend eindeutig: Die Zahl der Einwohner schrumpft. Das ergeben die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes. Im Landkreis Ludwigsburg sowie in drei der vier Strohgäukommunen ist es genau umgekehrt: Dort wohnten Ende 2009 mehr Menschen als ein Jahr zuvor. In den Rathäusern freut man sich, verweist auf die attraktive Lage und die guten Verkehrsanbindungen.

Ditzingen Die Stadt hat im Vergleichsjahr 132 Einwohner hinzu gewonnen, was einem halben Prozent entspricht. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, der nach drei Jahren Stagnation 2008 begonnen hatte. Für den Bürgermeister Ulrich Bahmer ist dies einfach zu erklären: "Wir haben ein Baugebiet für 500 neue Einwohner." Dort seien Menschen aus Gerlingen, Stuttgart aber auch von außerhalb der Region hingezogen. Zudem seien junge Ditzinger mit Familie zurückgekommen. Das Familienförderprogramm mit einem Bauzuschuss von 10 000 Euro pro Kind habe "den Schub ausgemacht".

Korntal-Münchingen Die Stadt verzeichnet seit der Jahrtausendwende einen stetigen Aufwärtstrend: Ende 2000 waren es 17 420 Einwohner, jetzt sind es 18 561. Das freue die Menschen im Rathaus "wahnsinnig", sagt die Pressesprecherin Anna Wiegel. Die Lage am nördlichen Stuttgarter Stadtrand und das "ländliche Gebiet" mache die Stadt für junge Arbeitnehmer attraktiv. Die Folge ist auch eine relativ hohe Geburtenrate.

Hemmingen Dort ist der seit Beginn dieses Jahrtausends verzeichnete Abwärtstrend gestoppt. Im Jahresvergleich gab es neun Einwohner mehr - was den Bürgermeister Thomas Schäfer freut. Eine Ursache für die Umkehr könnte seiner Einschätzung zufolge verändertes Wohnverhalten sein: Bei Neubezügen zögen meist Familien in Wohnungen, die zuvor ein Single-Haushalt waren. Zurzeit plant beziehungsweise erschließt die Kommune zwei kleine Neubaugebiete.

Gerlingen Als einzige Strohgäukommune verzeichnet Gerlingen einen leichten Rückgang der Einwohnerzahl. Das sei "marginal und die normale Fluktuation", meint der Bürgermeister Georg Brenner über den Abgang von 33 Bürgern. In den kommenden drei Jahren erwartet Brenner zahlreiche Neu-Gerlinger. In der Stadt werden zurzeit mehrere hundert Wohnungen gebaut, sowohl am Stadtrand in Richtung Leonberg wie in der Innenstadt.





09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 06:09 Uhr

 






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