Erdmannhausen Der moldawische Musiker Roman Kazak hat gemeinsam mit seinem Landsmann Wladimir Steba ein Konzert in der Januariuskirche gegeben. Von Helmut Schwarz
Von Bach (Air, Siciliana und Menuett) bis Franz Liszt (Rhapsodie) - Albinonis Adagio, Schubert (Ave Maria und Serenade) und Mozart (Wiener Sonate) eingeschlossen - reicht die Skala der vorgetragenen Stücke aus dem Bereich der klassischen Musik. An der Orgel und am Klavier agiert der moldawische Landsmann Wladimir Steba, der als Begleiter die komplexen Strukturen von Harmonie- und Rhythmus vorgibt, auf denen Kazak gefühlvoll über vier Oktaven seine Melodielinien ausbreitet. Fast blind verstehen sich die beiden Künstler und gestalten einen eindrucksvollen Dialog der Instrumente. Souverän bilden die beiden musikalischen Multitalente - der junge Panflötenvirtuose als Lippenakrobatiker und der erfahrene Musiklehrer, Jazzorchesterleiter und Fachschuldozent - ein großartiges Duo, das die Liszt-Rhapsodie zum Erlebnis und die Schubert-Serenade zum Hörgenuss werden lässt. Die zunehmend aus der Reserve gelockten Zuhörer reagieren mit begeistertem Applaus.
Sollten die Meisterwerke der Klassik in ihrer ungewohnten Interpretation durch die Panflöte den einen oder anderen nicht voll überzeugt haben - dies schafften die folkloristischen Weisen aus der Heimat der beiden Künstler. Mit Melodien aus Bukowina, Tänzen und Weisen aus Moldawien oder dem Banat und nicht zuletzt mit Hirtenliedern aus Valachia (Doina) setzten Steba und Kazak großartige Akzente. In unglaublicher Klangvielfalt ließen die Musiker Bilder von Natur und Landschaften entstehen, schilderten mit sehnsuchtsvollen Melodien das einsame Leben der Hirten oder wirbelten in atemberaubender Geschwindigkeit Tanz- und Lebenslust in den Raum, wie zum Beispiel beim "Tanz der Alten" , die es - gemessen an den sehr tempogeladenen Tonfolgen wild getrieben haben müssen.
Mit bestechender Brillanz und facettenreicher Klangvielfalt hat Roman Kazak - der kein Show-Man ist, sondern ein wahres Musikertalent - mit seinen selbst angefertigten Panflöten die Tradition eines 6000 Jahre alten Instruments vermittelt und sich als sehr sensibler Interpret vorgestellt. Ein pfiffiges Vogelgezwitscher ("Die Lerche") war eine der Zugaben, mit denen sich das Duo für den starken Beifall bedankte.
09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 06:09 Uhr
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