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Händler setzen auf Gebrauchtwagen

Marbach-Bottwartal Seit es die Abwrackprämie nicht mehr gibt, klagen Autohäuser deutschlandweit über das rückläufige Geschäft mit neuen Fahrzeugen. In der Region Marbach hat sich der Markt zugunsten von Wagen aus zweiter Hand verschoben. Von Iris Voltmann
 

Das Ende der Abwrackprämie hat sich am 2. September zum ersten Mal gejährt. Autobesitzer konnten bis vor einem Jahr beim Kauf eines neuen Wagens ihr altes Fahrzeug gegen eine Prämie von 2500 Euro eintauschen. Seit dem Ende des mit rund fünf Milliarden Euro staatlich geförderten Konjunkturprogramms, klagen Händler deutschlandweit über rückläufige Absätze. Für manche ist der Gebrauchtwagenmarkt zur überlebensnotwendigen Stütze geworden.

Als sehr negativ beschreibt der Pleidelsheimer Daihatsu-Händler Andreas Link die Entwicklung. "Im Vergleich zum Jahr 2008 ist der Absatz bei den Neuwagen um 50 Prozent zurückgegangen", sagt er. Allerdings führt er das auch auf Lieferengpässe des Herstellers zurück. Ein Lichtblick ist für Link der Handel mit gebrauchten Kleinwagen. "Alle unter 10 000 Euro", betont er. Unter dem Strich komme er damit ganz gut hin.

Andreas Links Erfahrungen sind nicht ungewöhnlich. Laut dem Kraftfahrtbundesamt konnte die Zahl der Neuzulassungen bisher nicht an das Niveau des Vorjahres anknüpfen.

Insgesamt 200 885 Personenkraftwagen wurden im August neu in den Verkehr gebracht. Das sind 27 Prozent weniger als noch 2009 und 6,3 Prozent weniger als im August 2008. Im Gegensatz zu den kleineren Fahrzeugen standen Sportwagen und Geländewagen stark im Fokus der Neuwagenkäufer, teilte das Amt mit. Die obere Mittelklasse und die Oberklasse lagen im August leicht über dem Vorjahresniveau.

Nicht alle Händler sind gleichermaßen betroffen. Von weitgehend "normalen Verhältnissen" spricht etwa Gunter Eberhardt, Citroen-Händler in Murr. "Es pendelt sich gerade wieder auf das Niveau vor der Abwrackprämie ein", sagt er. Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung hat aus seiner Sicht durchaus Sinn gehabt. "Damit sind viele Arbeitsplätze gerettet worden", ist er überzeugt. Wie auch sein Pleidelsheimer Kollege Andreas Link, setzt Eberhardt auf Gebrauchtwagen. "Vor allem junge Gebrauchte finden ihre Abnehmer."

Ganz ähnlich sieht es bei Claus Reiche vom Autohaus Reiche in Großbottwar aus. "Alles hat immer zwei Seiten", sagt er. So gebe es gute und auch schlechte Jahre. "2009 sind die Neuwagen sehr gut weggegangen und die Gebrauchten bei uns stehen geblieben." Zurzeit sei es genau umgekehrt. Genau die gleichen Erfahrungen hat auch der Oberstenfelder Peugeot-Händler Timo Geiger gemacht. "Es zieht aber langsam wieder an", sagt er noch.

Von einer Talsohle will Dieter Horn vom Marbacher Autohaus Betz ohnehin nicht sprechen. "Wir haben zu den vergleichbaren Verkaufszahlen aus 2008 im Jahr 2010 einen Zuwachs von zehn Prozent im Neuwagen- und 20 Prozent im Gebrauchtwagengeschäft." Marbach sei insgesamt ein Gebiet mit hoher Kaufkraft.

"Im Jahr 2009 wir haben einen Zuwachs von rund 50 Prozent im Neuwagengeschäft gehabt, und dafür 20 Prozent bei den Gebrauchtwagen verloren", sagt er. Im Jahr eins nach der Abwrackprämie werden bei dem Autohändler auch weiterhin alle Modelle verkauft. Ob die Abwrackprämie insgesamt Sinn gemacht habe oder auch nicht, werde man frühestens nach zwei Jahren beurteilen können. "Dann wenn die ersten Wartungstermine anstehen. Im Moment habe ich eher eine blinde Zerstörung noch tauglicher Kraftfahrzeuge gesehen." Manchmal seien ihm fast die Tränen gekommen, wenn noch sehr gute Autos in die Schrottpresse gegeben wurden.





09.09.2010 - aktualisiert: 09.09.2010 06:08 Uhr

 






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