Kornwestheim Die einstige Eisenbahnerstadt kann beim Tag desoffenen Denkmals in die Vollen gehen. Von Gaby Mayer-Grum
Kurt Schaible, bei der Stadt Kornwestheim für die Organisation zuständig, musste nicht lange darüber nachdenken, was er zu diesem Tag des offenen Denkmals auf die Beine stellen will. Rangierbahnhof, Bahnhofsgebäude, Lehrstellwerk drängen sich geradezu auf, an diesem Tag entdeckt zu werden. Und so hat Schaible das Lehrstellwerk an der Jahnstraße auch zur zentralen Anlaufstelle für den Aktionstag ernannt. Dort werden die Mitglieder des Vereins Lehrstellwerk bereitstehen und - je nach Andrang - durch das einstige Schulungszentrum der Bahn führen.
Den Organisatoren rund um Schaible schwebt zudem vor, zur Hocketse auf die nahen Parkplätzen beim Sportgelände zu laden. Dort sollen die Besucher aber nicht den ganzen Tag verbringen - schließlich warten weitere Programmpunkte. Auf dem Bahnhofsplatz wird Kurt Schaible selbst erzählen, warum Kornwestheim die einzige Stadt weit und breit ist, die über drei Bahnhöfe verfügt. Nach dem theoretischen Ausflug in die Eisenbahngeschichte der Stadt geht"s zum Bahnhof West, den meisten als Alter Bahnhof geläufig. Dort haben inzwischen viele Vereine ihr Domizil. Sie werden ihre Räume öffnen und die neugierigen Besucher einen Blick in das alte Haus werfen lassen, verspricht Schaible.
Am Bahnhof kann, wer möchte, gleich in den Roten Heuler - korrekt ET 65 005 genannt - springen. Der Zug, 1933 in der Maschinenfabrik Esslingen gebaut, wird vom Verein Freunde zur Erhaltung historischer Schienenfahrzeuge betrieben. Dessen Mitglieder berichten den Passagieren im Bahnhof und auch unterwegs von der Technik der elektrisch betriebenen Bahn und erklären, was es mit dem charakteristischen Knacken und Zischen des Roten Heulers auf sich hat.
Den ganzen Tag über verkehrt der historische Zug auf der Strecke des Schusterbähnles zwischen Kornwestheim und Kirchheim/Teck, wo ebenfalls ein großes Programm geplant ist. Mitfahren kostet an diesem Tag übrigens nichts. "Die Städte Kornwestheim und Kirchheim teilen sich die Kosten", erklärt Schaible.
Wer rechtzeitig mit dem Heuler in Kornwestheim wieder eintrudelt, schafft es zur Besichtigung des Stellwerks 8 auf dem Rangierbahnhof. "Erstmalig, wahrscheinlich auch einmalig", sagte Kurt Schaible, wird das Stellwerk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Deutsche Bahn macht das möglich. Sie sperrt an diesem Tag eigens Gleise ab, damit die Besucher sicher zum Stellwerk in dem turmähnlichen Bau gelangen können. Dort befindet sich das fast 100 Jahre alte Hebelwerk, mit dem früher mechanisch die Weichen gestellt wurden. Die Stadt hat das Stellwerk zum technischen Denkmal erklärt, weil die Bahn es abreißen lassen wollte. Das Stellwerk blieb erhalten und kann am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.
08.09.2010 - aktualisiert: 08.09.2010 06:11 Uhr
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