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Der Neckar als Filmstar im Gespräch

Bürgermeister Holger Haist (zweiter von rechts) hat bei den Drehbuchautoren und Regisseuren fleißig für Mundelsheim geworben.
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Den ganzen Tag schon waren sie unterwegs, haben in Wendlingen, Plochingen, Esslingen und Stuttgart Gebäude, Parks, einen Hafen oder eine Schleuse besichtigt.
 

In Pleidelsheim haben die Drehbuchautoren, Filmmacher und Locationscouts jede Menge über die Geschichte und die Betriebsweise des dortigen Wasserkraftwerks erfahren. "Ich kannte die Stuttgarter Gegend noch nicht. Wenn ich jetzt einen Stoff auf den Tisch bekomme, der hier spielt, habe ich eine Vorstellung davon und kann besser mit den Beteiligten kommunizieren", sagt Elke Baur, Produzentin aus Bühl. "Es lohnt sich, hinter die Kulissen zu schauen und sich über Wissen ein Bild zu machen", lautet das Fazit des Ludwigsburger Regisseurs Dieter Zimmermann. Zusammen mit mehr als 20 Teilnehmern sind sie der Einladung der Film Commission zur Locationtour gefolgt, die auch den Titel "Neckarperlen" trug. "Der Neckar ist unsere Lebens- und Verkehrsader, an der die ganze typische Vielfalt der Region sichtbar ist", sagt Christian Dosch, der Leiter der Film Commission. Sie ist eine Einrichtung der regionalen Wirtschaftsförderung zur Stärkung des Medienstandorts.

Dem Mundelsheimer Bürgermeister Holger Haist war sie deshalb bekannt, und so hat er schon vor einiger Zeit Christian Dosch und Mitarbeiterin Maren Herztberg eingeladen, um ihnen das "wunderschöne Mundelsheim" zu zeigen. Es habe ihnen gefallen damals, erzählt Haist. Und es hat ihnen und den Teilnehmern offensichtlich auch am Montag gefallen. Das lag nicht nur an der exzeptionellen Aussicht vom Käsberg, die die Filmschaffenden bewunderten. Die Gäste strahlten auch angesichts des herzlichen Empfangs mit Wein, Brezeln und köstlichen Trauben mitten im Weinberg. Und dass Friedrich Fink, Vorstandsvorsitzender der Weingärtnergenossenschaft Mundelsheim, seine Ansprache kurz und knackig hielt, das kam ebenfalls gut an, nicht nur, weil der Tag schon lang und voller neuer Eindrücke war. Fink, der den Gästen auch kurzerhand anbot, einmal selbst den "Genuss der Weinlese" zu erleben, verkörperte in seiner ungekünstelten Art ein Stück der urwüchsigen Wengerter-Kultur. Der Bürgermeister ergänzte ihn ideal mit patriotischen Bekenntnissen zu "einer der schönsten Gemeinden" und mit einer zügigen Führung durch die "Toplage" des Hausbergs von Herzog Michael von Württemberg. Die trotz holpriger Wege mitgeführten Weingläser in der Hand, lobend den Trollinger schlotzend, lauschten die Gäste gespannt Haists Ausführungen über die schwere Arbeit in den Steillagen, über den speziellen Lesetag im Oktober, der eine Art Feiertag sei, oder über das noch junge Käsberg- und andere Weinfeste.

"Die spannende Frage ist jetzt natürlich, ob und wann etwas von Mundelsheim im Fernsehen zu sehen sein wird", so Haist am Tag danach. Immerhin hatte ihm ein Teilnehmer bereits signalisiert, dass ihn das Käsbergfest als Thema reize. Ein anderer Filmschaffender fantasierte angesichts der Zahnradbahn von einem James Bond-Szenario im Weinberg.

Im Regionalfernsehen war Mundelsheim schon zu sehen, und in den 90er Jahren wurde im Gasthaus Ochsen eine Szene für den Film "Das Superweib" nach Hera Linds Bestseller gedreht. In den nächsten Tagen gibt es Vorgespräche über ein Filmporträt der "Neckarperle" Mundelsheim.

Von Astrid Killinger



08.09.2010 - aktualisiert: 08.09.2010 14:31 Uhr

 






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