Marbach Die Sanierung der Stadtkirche wird erheblich günstiger als gedacht. Deshalb soll nun auch noch das renoviert werden, was einst aus Kostengründen ausgespart worden war. Von Melanie Braun
"Es hat uns selbst überrascht, dass es so viel günstiger wird", sagt Gerhard Weber, Vorsitzender des Bauausschusses des evangelischen Kirchengemeinderates. Ursprünglich hieß es, dass die Sanierung der Stützpfeiler - ohne den Turm - 375 000 Euro kosten würde. Inzwischen ist klar, dass die Renovierung 150 000 Euro günstiger wird. Deshalb soll nun doch auch der marode Turm wieder gerichtet werden. "Ursprünglich wurde das schon mit genehmigt, aus Kostengründen ist der Turm aber wieder herausgenommen worden", berichtet Werner Hertler, Erster Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Daher sei es kein Problem, die Arbeiten nun auch wieder darauf auszuweiten. "Es ist ja alles fertig genehmigt", betont Werner Hertler.
Was genau alles gerichtet werden muss, steht allerdings noch nicht fest. "Wir werden den Turm Ende der Woche begehen und schauen, wie es dort aussieht", sagt Architekt Matthias Weccard. Voraussichtlich stünden vor allem Flaschnerarbeiten an, zudem müssten wahrscheinlich die Schallläden erneuert werden. "Wir wollen bis zur Turmzier hochrüsten", betont Weber. Schließlich solle dieser, wenn schon, dann komplett erneuert werden.
Und selbst dann wird die gesamte Außensanierung - inklusive Turm - wohl nur 300 000 Euro kosten. Woran das liegt? "Wir haben einfach extrem günstige Angebote bekommen", sagt Weccard. Zudem werde verstärkt auf der "erhaltenden" und wenn möglich weniger auf der "erneuernden Schiene" gearbeitet. Wenn der Schmuck an den Pfeilern beispielsweise nur noch fragmentarisch vorhanden, es aber möglich ist, ihn so zu erhalten, so werde dies getan. Allerdings bedeute das auch nicht immer weniger Aufwand als eine Erneuerung.
Das weiß Daniel Friedrich aus Erfahrung. Denn er ist Steinmetzmeister und hat bereits Ende der 90er Jahre als Geselle an der damaligen Sanierung der Stadtkirche mitgewirkt. Er wollte die jetzt anstehenden Arbeiten unbedingt ausführen - und ist froh, den Zuschlag bekommen zu haben. Für ihn ist die Sanierung eine große Herausforderung: "Die Arbeiten sind sehr anspruchsvoll und heute relativ selten", erklärt der Steinmetz. Denn die Heilbronner Sandsteine der Stützpfeiler müssen je nach Zustand nicht nur gekittet, geschlemmt und verfestigt, sondern gegebenenfalls auch ausgetauscht werden. Dann muss Friedrich den neuen Stein exakt nach dem Vorbild des alten behauen - keine leichte Aufgabe. Insbesondere, weil er auch ein wenig unter Zeitdruck ist. Denn die Außensanierung der Stadtkirche soll in diesem Jahr noch abgeschlossen werden. Da im Anschluss an die Steinmetzarbeiten noch die Gipser und Maler ans Werk müssen, sollte Friedrich mit seinem Team Ende Oktober fertig sein. Das sei zwar machbar, allerdings könnte das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung machen, erklärt der Steinmetz. Ist es zu nass oder zu kalt, ist es schwierig, die Arbeiten auszuführen.
Bis jetzt läuft aber noch alles nach Plan - oder gar besser als gedacht, bedenkt man die Kostenseite. Und das dürfte nicht nur die evangelische Kirchengemeinde Marbach erfreuen, sondern auch die Landeskirche, den Evangelischen Kirchenbezirk Marbach und das Landesdenkmalamt. Schließlich tragen sie etwa die Hälfte der Kosten.
08.09.2010 - aktualisiert: 08.09.2010 06:10 Uhr
So viel Eis wie lange nicht mehr im Bottwartal 
„Schwanensee“ auf der Wunschliste oben 
Den Sport mit Freude rüberbringen 
Lecker, gesund und weniger Müll 
Eine Schneeschuhtour bei Sturm und Regen 
Frau meldet sich nach mysteriösem Jackenfund 
Architekten bekommen noch Hausaufgaben 
Affalterbach: Auhof-Bebauungsplan unwirksam 
]